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Handy am Steuer? Das wird teuer.

Kontrollen

Frankfurter Polizei geht gegen Handy-Nutzer am Steuer vor

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Die Polizei geht gegen die Nutzung von Mobiltelefonen im Straßenverkehr vor. Es drohen 100 Euro Strafe und ein Punkt in Flensburg.

Der Fahrer des kleinen Sportwagens versucht noch, sein Smartphone unter dem Oberschenkel zu verstecken. Er weiß nicht, dass die Polizei, die ihn in der Eschersheimer Landstraße rauswinkt, seine Ordnungswidrigkeit schon ein paar Hundert Meter vorher dokumentiert hat. „Dumm gelaufen“, gesteht er. Für das Tippen auf seinem Mobiltelefon muss er 100 Euro bezahlen und bekommt einen Punkt in Flensburg. „Für mich war das eine Lehre“, gibt sich der Ertappte reumütig.

Die Frankfurter Polizei hat am Montagnachmittag gleich 18 Beamte losgeschickt, damit sie sich um das Thema Ablenkung im Straßenverkehr kümmern. Oberhalb des Marbachwegs werden die Verstöße registriert, am Grünhof werden die Verkehrssünder registriert und belehrt. Die Abteilung Prävention hat eigens einen 15 Meter langen roten Teppich für die notorischen Handynutzer ausgerollt. Er soll demonstrieren, wie lange die Autofahrer unaufmerksam sind, wenn sie bei Tempo 50 nur eine Sekunde auf ihr Handy fixiert sind.

Frankfurt: Mindestens 18 Unfälle wegen Telefonierens am Steuer

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei in Frankfurt 18 Unfälle, die auf den Gebrauch von Mobiltelefonen am Steuer zurückzuführen waren. Die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher, ist sich Thomas Gohla, der Leiter der Verkehrsprävention, sicher: „Niemand meldet sich freiwillig und sagt, er sei durch das Handy abgelenkt gewesen.“ Der Nachweis ist ebenfalls schwierig, in den 18 Fällen immerhin gab es Zeugenaussagen, die den Missbrauch belegten. Gohla schätzt, dass die wahre Anzahl der Unfälle mindestens im vierstelligen Bereich liegt. „Bei einem Auffahrunfall notieren die Kollegen mangelnden Abstand als Unfallursache, oft ist es aber die Handynutzung.“

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Die Polizei kontrolliert daher immer wieder und registrierte im vorigen Jahr 2816 Verstöße. Am Montag sind es 20 in knapp zwei Stunden, 19 Autofahrer und ein Radfahrer müssen blechen – den Radler kostet das auch noch 55 Euro. Gohla ist von der hohen Zahl der Verstöße nicht überrascht, Zeit und Ort der Kontrolle sind auch nicht zufällig gewählt. „Vor dem Feierabend und im stockenden Verkehr nimmt die Bereitschaft, zum Handy zu greifen, zu“, sagt Gohla.

Wenigstens sind die Autofahrer ausnahmslos einsichtig. Viele der Belehrungen hat Patricia Knop übernommen. Die Polizistin hört sich auch regelmäßig Ausreden an. „Nur mal kurz“, ist die Phrase, die sie am häufigsten hört. In einem Fall hatten die Beamten einen jungen Autofahrer erwischt, der es auf die Spitze trieb: „Er hat während der Fahrt ein Selfie von sich gemacht“, erinnert sich Knop.

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