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Onlinespiel auf dem Smartphone.
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Onlinespiel auf dem Smartphone.

Glücksspiel

Selbstversuch: Nachts im Online-Casino

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Glücksspiel geht nicht nur im Anzug im Casino, sondern auch ganz bequem von daheim. Klingt verlockend? Ein FR-Reporter wagt den Selbstversuch.

Als ich das erste Mal in meinem Leben eine Spielbank betrat, war das ein erhabenes Gefühl. Ich war 27 Jahre alt und auf Volontariatskurs in Hagen. Zusammen mit einigen Kolleginnen und Kollegen sind wir damals nach Hohensyburg gefahren. Das Casino strahlte die pure Eleganz aus, wir hatten uns fein gemacht.Vor Ort wurde ich mit „Mein Herr“ angeredet: „Was darf ich für Sie setzen, mein Herr?“, hieß es am Roulettetisch. Ich wählte die 6. Die 6 fiel. Ich war der Held des Abends.

Mein bisher letzter Besuch in einer Spielbank fand in einem etwas anderen Ambiente statt. Ein Selbstversuch in einem Onlinecasino stand an. Und so setzte ich mein Geld. Nicht in Hohensyburg, sondern daheim vor dem Computer. Nicht im Anzug, sondern in einer kurzen Hose, die der tropischen Nacht angemessen war.

Ich zahle per Kreditkarte Geld ein und soll mir gleich ein Limit setzen. 1000 Euro pro Monat, schlägt das Onlinecasino vor. In Ordnung, antworte ich per Mausklick. In Wahrheit habe ich mir fest vorgenommen, nicht mehr als die zehn Euro zu verzocken, die ich eingezahlt habe. Höchstens noch den Bonus von ebenfalls zehn Euro, den mir das Casino – warum auch immer – geschenkt hat. Es wird mir gelingen.

Ich muss mich entscheiden zwischen Poker und Automatenspielen, wie man sie aus der Kneipe kennt. Poker ist kompliziert, ich müsste dafür erst einmal ein Programm herunterladen, außerdem wird mir der Besuch einer Onlinepokerschule nahegelegt. Es ist Mitternacht und ich habe keine Lust auf Schule. Also Automaten. Zur Auswahl stehen Dutzende Spiele mit merkwürdigen Namen. Sie heißen „Book of Dead“, „Buffalo Blitz II“ oder „Primate King“. Ich entscheide mich für „Big Banker Deluxe“. Schon geht es los. Ein Euro Einsatz, die Walzen drehen sich. Zum Vorschein kommen Symbole. Sektgläser, Uhren und Diamanten. Ich habe keine Ahnung, wie das Spiel funktioniert. Aber ich verliere. Mein Guthaben schrumpft permanent. Bei sechs Euro Rest ziehe ich die Notbremse und wechsele das Spiel.

Jetzt versuche ich es mit „Kaiserwetter“. Das Symbol ist eine Sonne, wie man sie aus Spielhallen kennt. Die Anzeige ist nicht ganz so unübersichtlich, aber trotzdem weiß ich nicht, was eigentlich Ziel des Spiels ist. Ich fühle mich verloren, fühle mich einem virtuellen Automaten ausgeliefert, den ich nicht beherrsche. Mein Guthaben wird immer weniger – bis es plötzlich laut wird. Aus dem Computer ertönt eine Fanfare. Vier Orangen blinken auf. Vier Orangen sind offenbar eine tolle Sache bei „Kaiserwetter“. Ich habe gewonnen. 9,50 Euro. Macht insgesamt 13 Euro Guthaben. Das lasse ich mir nicht mehr nehmen, schon gar nicht von einem Spiel, dessen Regeln ich nicht kapiere. Ich klicke auf Auszahlung. Das Casino warnt mich davor, dass dann auch mein Bonus weg sei. Mir doch egal. Auszahlung bestätigt. Drei Euro Gewinn in 15 Minuten. Es gibt schlechtere Abende, aber in Hohensyburg war es schöner. GEORG LEPPERT

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