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Lara, Manal und Azmi (v.l.) gehören zu der Gruppe, die Herzensdinge für die Ausstellung im Filmmuseum gab. Foto: Monika Müller
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Lara, Manal und Azmi (v.l.) gehören zu der Gruppe, die Herzensdinge für die Ausstellung im Filmmuseum gab.

Filmmuseum

Sehr Persönliches aus Frankfurt, mit der Welt geteilt

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Im Filmmuseum ist die Ausstellung „Unser DFF“ zu sehen, mit berührenden Exponaten.

Es ist ein Wiedersehen der besonderen Art. Manal El Halfoui steht vor ihrem ersten eigenen Museumsexponat und sagt: „Es ist richtig schön. Und auch eine große Ehre.“ An der Wand: eine transparente, halboffene Schale und darin ein Foto von einer Kette und einem Ring. Es sind Freundschaftsgaben ihrer besten Freundin Adele – und Adele hat die Gegenstücke auch fotografiert für ihren eigenen Ausstellungsbeitrag. „Wir sind seit der fünften Klasse befreundet und waren immer extrem eng zusammen“, sagt die 14-jährige Manal. „Wir wollten das teilen. Als ich erfahren habe, um was es geht, musste ich sofort an Adele denken.“

Und um was geht es? Um „Unser DFF“ – so heißt ein Projekt, entwickelt 2019, um Menschen am Deutschen Filminstitut Filmmuseum (DFF) in Sachsenhausen zu beteiligen. „Grundidee war die Öffnung des Hauses“, sagt Projektleiterin Barbara Dierksen. Dann kam Corona und zwang zum Umdenken. Die Frage, die alle umtrieb: „Wie soll das digital funktionieren?“

Mit Geduld und Köpfchen eben. Das DFF machte sich auf die Suche nach Partnerorganisationen, mit denen digitale Formate möglich waren. Mit zwei Gruppen begann Anfang 2021 dann die Workshoparbeit im Netz: mit „MiA – Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt“ und mit „Über den Tellerrand“.

Dierksen verschickte etwa Pakete an Frauen, in denen unter anderem Einwegkameras waren. So entstanden 250 Fotos, aus denen wiederum die Gruppe der sieben Jugendlichen, zu der auch Manal und Adele zählen, eine Auswahl traf. Manal entschied sich für die gruseligsten. „Weil ich Gruselfilme mag.“ Und weil sie schon öfter mit dem Filmmuseum zu tun hatte.

Für ihr eigenes Projekt, das in den Osterferien begann, sollten die 13- bis 17-Jährigen ihre Lieblingsobjekte aussuchen, die sie im Foyer des Filmmuseums zeigen wollten. Lara Dirbas entschied sich für das Foto einer Kette, die ihr verstorbener Vater ihr geschenkt hatte. „Wenn ich sie trage, denke ich an ihn“, sagt sie. Azmi Abu-Yabes brachte eine Aufnahme der Schuhe seines Bruders mit; auch der Bruder ist nicht mehr am Leben.

Die beiden sehen, wie Manal, ihre Beiträge zum ersten Mal live und nicht im Internet. Sie wirken zufrieden, und sie wollen jetzt eigentlich gar nicht so viel darüber sprechen. „Es war mir wichtig“, sagt Azmi. Und beide haben mit ihren Familien darüber gesprochen, alle hätten hinter der Idee gestanden, sagen sie.

Viele der Menschen im Projekt hätten sehr persönliche Dinge geteilt, sagt Barbara Dierksen. Auch Geschichten, über Kinder etwa, die sich darauf freuen, endlich in die Türkei zu reisen, und dafür Englisch lernen wollen – bis sie erfahren, dass in der Türkei Türkisch gesprochen wird. Es ging also auch durchaus spaßig zu bei „Unser DFF“. Verbesserungsvorschläge fürs Foyer durfte die Jugendgruppe auch machen. Darunter: freies WLAN, Stromladestationen fürs Handy, Getränke, Pflanzen, Hintergrundmusik und vieles mehr.

Im nächsten Teil des Projekts können sie für einen Tag ins Museum kommen und über die Umsetzung einiger der Ideen beratschlagen. Ein Vorschlag ist schon verwirklicht: Die gewünschten bunten Sitzsäcke hat Barbara Dierksen aus der Disney-Ausstellung stibitzt.

Die kleine Ausstellung „Unser DFF“ im Foyer des Frankfurter Filmmuseums, Schaumainkai 41, ist noch zu sehen bis zum 2. August. „Das ist ja mein Geburtstag!“, freut sich Manal.

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