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„EU tötet“, mit Stacheldraht umwoben: Aktion der Seebrücke auf dem Euro-Symbol am Willy-Brandt-Platz am Samstag.
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„EU tötet“, mit Stacheldraht umwoben: Aktion der Seebrücke auf dem Euro-Symbol am Willy-Brandt-Platz am Samstag.

Flüchtlingshilfe

Aktion am Willy-Brandt-Platz: Seebrücke entert Euro-Skulptur

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Demonstration der Seebrücke für Geflüchtete endet in einer spektakulären Aktion am Frankfurter Willy-Brandt-Platz. Die Polizei verkündet einen Kompromiss.

Frankfurt - Samstag, 15.45 Uhr. Während die Demo des Flüchtlingshilfebündnisses „Seebrücke“ Frankfurt einen gewohnten Verlauf zu nehmen scheint – Kundgebung am Schweizer Platz vor etwa 100 Leuten, dann gemeinsamer Zug durch die City, Musik, Sprechchöre –, tut sich was am Willy-Brandt-Platz.

Wie aus dem Nichts sind plötzlich zehn, fünfzehn Personen da, die meisten mit orangefarbener Schutzweste und Bauhelm. Zwei von ihnen erklimmen in kürzester Zeit die Euro-Skulptur von Ottmar Hörl, umstrittenes Symbol mitten in der Bankenstadt. Für die einen Zeichen des Zusammenhalts in der EU, für die anderen Ausdruck einer auf Wohlstandswahrung und Abschottung fixierten europäischen Politik. Ein Mann und eine Frau erreichen die erste und zweite Ebene des überdimensionalen Euro-Zeichens. Sie entzurren ein Paket, das sie nach oben gewuchtet haben.

Frankfurt: Personen erklimmen Euro-Skulptur – Demonstranten bejubeln Aktion

Nach sieben Minuten sind Polizeiautos und -motorräder vor Ort. Auch der Demonstrationszug trifft kurz darauf am Willy-Brandt-Platz ein und bejubelt die Aktion. „Wir sind hier für Menschenrechte“, ruft jemand durch die Lautsprecher auf dem Lastzug, der die Demo angeführt hat.

Zuvor hatten Sprecherinnen und Sprecher auf die Situation geflüchteter Menschen aufmerksam gemacht. „Wir sind heute laut gegen die EU“, riefen sie, „und solidarisch mit jenen, die sich gegen rechte Hetze stellen.“ Die Lage an den EU-Außengrenzen sei katastrophal: „Eigentlich müssten wir jeden Tag demonstrieren.“

Ein Sprecher der Initiative Alarmphone, die sich als telefonische Ansprechpartnerin für Geflüchtete in Not bereithält, sprach von einer „unglaublichen Grenzgewalt“, die den Menschen entgegenschlage. Dass Frankfurt sich solidarisch mit den Geflüchteten erkläre und etwa die Arbeit von Seenotrettungsschiffen finanziell unterstütze, sei gut – aber es müssten auch konkrete Taten folgen. Die Organisation No Name Kitchen sandte einen Beitrag aus der griechischen Hafenstadt Patras und beschrieb dramatische Zustände. „Wir fordern die bedingungslose Aufnahme auf regionaler Ebene“, verlangte die Demonstration: „Wir haben Platz.“

Frankfurt: Aktion am Willy-Brand-Platz – „EU KILLS“ steht auf Banner

Etwa eineinhalb Stunden später, gibt die Polizei am Willy-Brandt-Platz einen Kompromiss bekannt: Die Seebrücke darf die Aktion am Euro-Zeichen durchziehen, aber um 17 Uhr muss das Ganze beendet sein.

Die Mutigen oben auf der Skulptur arbeiten konzentriert. Bald darauf entrollen sie ein Banner: „EU KILLS“ steht darauf. Überdimensionalen Stacheldraht haben sie auch dabei. Am Boden begleiten andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Aktion mit Plakaten, auf denen etwa steht: „Europas Abschottung stoppen“ und „Sicherer Hafen jetzt“. Einige tanzen zu den Beats vom Lastwagen.

„Wir beuten systematisch andere Länder aus, legen alles in Schutt und Asche und wundern uns, wenn die Menschen dann zu uns flüchten müssen“, ruft ein Mann aus dem Seebrücke-Team. „Gerechtigkeit für alle, die durch uns ihrer Heimat beraubt wurden. Öffnet verdammt noch mal die Grenzen!“

Auf Twitter schließt die Seebrücke die Aktion später mit den Worten ab: „Das war erst der Anfang. Unser Kampf für ein Europa für alle geht weiter!“ (Thomas Sillbauer)

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