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Seebärenstarkes Frankfurter Quartett

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Von: Thomas Stillbauer

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Na? Wer sind hier die Damen und wer die Herren bei den Südamerikanischen Seebären?
Na? Wer sind hier die Damen und wer die Herren bei den Südamerikanischen Seebären? © Zoo Frankfurt

Der Frankfurter Zoo hat wieder einen kompletten Satz Robben im Becken. Auf die Größe kommt es (noch) nicht an).

Es gab Zeiten, da wären die Vier allesamt als „Zwergseebären“ vorgestellt worden. Und jetzt schauen Sie sich das Quartett doch bloß einmal an. Die Damen, natürlich: elegant und zierlich. Aber die beiden Herren – bei allem Verständnis: Zwerge? Nein. Oder?

Die Bezeichnung beruht bekanntlich auf einem sehr alten Missverständnis, schließlich gibt es gar keine größeren Seebären als die angeblichen Zwergseebären. Daher hat sich mit der Zeit der Name Südamerikanischer Seebär durchgesetzt. Das klingt doch gleich viel würdiger, wenn man gerade aus dem Tierpark Kolmården in Schweden nach Frankfurt umgezogen ist. Seit Freitag sind Franz und Dragon (übrigens auch recht stattliche Namen für zwei Zw… Pardon) im Zoo und leisten den Damen Gesellschaft. Die Ladys waren bereits im Sommer nach Frankfurt heimgekehrt. Heimgekehrt? Ja, Egoli und Daisy sind Frankfurterinnen und kamen nach mehr als 20 Jahren Exil aus Rostock zurück, einem Ort, den es nach Angaben der meisten Eintracht-Fans überhaupt nicht gibt. Insofern: Ende gut, alles bärenstark.

Die Damen sind folglich weitaus älter als die Herren, die erst 2021 im schwedischen Kolmårdens Djurpark auf die Welt kamen, dem größten Zoo in Skandinavien – und jetzt festhalten: Franz und Dragon sind nämlich die zwei Kleinen auf dem Foto. Überraschung!

„Dass unsere beiden Weibchen jetzt Verstärkung bekommen haben, ist gut“, sagt Zoodirektorin Christina Geiger, „denn Seebären sind gesellige Tiere“. Nur zwölf Tierparks in Europa halten die Robbenart, insgesamt 44 Tiere, Tendenz sinkend. „Wir freuen uns deshalb, dass wir zum Fortbestand dieser Art in europäischen Zoos beitragen können“, sagt die Direktorin. In freier Wildbahn sind die Seebären aktuell nicht vom Aussterben bedroht. Der Klimawandel und seine Folgen für die Meeresströmung könnten aber auch für sie bald zum Problem werden.

„Die agilen Seebären gehören zu den absoluten Lieblingen in unserem Zoo“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und empfiehlt: Bei einem Zoobesuch sollte man sich die kommentierte Fütterung nicht entgehen lassen, bei denen die Tiere vorgestellt werden und viel Wissenswertes zu erfahren ist.

Aber bitte keine Witze über die Größe der Bärchen.

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