Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Özgür Aslan (l.) und Recep Emre sorgen für Ordnung.
+
Özgür Aslan (l.) und Recep Emre sorgen für Ordnung.

Frankfurt

Security am Goetheturm

  • VonSabine Schramek
    schließen

Özgür Aslan und Recep Emre sorgen für ausreichend Abstände beim Auf- und Abstieg sowie bei der Einhaltung der Maskenpflicht.

Die Schlange ist fast so lang, wie der Goetheturm hoch ist. Geduldig warten alte und junge Männer, Frauen, Jugendliche, Kinder und Familien in der Sonne darauf, dass andere Besucher:innen genug Fotos vom atemberaubenden Ausblick gemacht haben und wieder die 196 Stufen nach unten gelaufen sind. Zwei Männer in blauen T-Shirts weisen freundlich auf Abstand und Maskenpflicht hin und beantworten immer wieder geduldig die gleiche Frage mit dem Wort „Nichts“: Was kostet denn der Eintritt?“ fragt fast jeder, der sich in die Schlange stellt.

Jeweils acht Erwachsene dürfen zwischen 8 Uhr und 20 Uhr gleichzeitig auf Frankfurts schönsten Aussichtsturm – Kinder werden nicht mitgezählt. „Die meisten Leute sind total nett“, sagt Recep Emre (47) vom Sicherheitsdienst „Baba Security“. Gemeinsam mit seinem Kollegen Özgür Aslan (41) hält er die Wartenden bei Laune, bremst Übermotivierte und checkt regelmäßig, ob jemand etwas auf dem Turm vergessen hat. Aslan kommt aus Gifhorn in Niedersachsen und ist seit 23 Jahren in Frankfurt. „Vor lauter Arbeit und Familie mit drei Kindern kannte ich den Goetheturm gar nicht“, sagt er. „Der ist wirklich imposant. Ich weiß nicht, warum er mir bisher durch die Lappen ging.“

Anders ist es bei Michael Rack und seinem zwölfjährigen Sohn Nikita. „Der Goetheturm ist ganz eng mit uns verwurzelt“, sagt Rack, als die beiden strahlend wieder nach unten kommen. „Wir haben Nikitas Taufe hier gefeiert und ich meinen 50. Geburtstag. Noch zwei Wochen vor dem Brand im Oktober 2017 waren meine Frau und Nikita auf dem Turm.“ Die beiden sind froh, dass das Frankfurter Wahrzeichen wieder da ist. „Er ist fast genauso wie früher und wunderschön. Die Bänke zum Ausruhen sind wie damals, der Blick unvergleichlich“, findet Rack. Der Aufstieg ist ihnen nicht schwer gefallen. „Zu Hause müssen wir 100 Stufen laufen. Da sind die 196 Stufen auf den Goetheturm wie ein Spaziergang“.

Schon einige Polizeieinsätze

Viele Besucher:innen kommen stark ins Schnaufen und Schwitzen beim Aufstieg. „Aber das ist es absolut wert“, schwärmt eine Frau, die mehrmals Pausen eingelegt hat. Kaum jemand beschwert sich darüber, dass Maskenpflicht herrscht. „Bis auf einen Jogger heute Morgen“, erzählt Emre. „Der wollte einfach rein laufen, vorbei an Wartenden und ohne Maske. Als wir ihn gestoppt haben, hat er uns beschimpft. Er ist dann zu Mülleimern gelaufen und hat im Vierten eine gebrauchte Maske gefunden“. Er sei dann mit einem völlig verdreckten Teil auf der Nase zurück gekommen und aggressiv geblieben. „Wir haben ihn nicht rauf gelassen. Das geht ja gar nicht. So was haben wir noch nie erlebt.“

Das Gelände ist kameraüberwacht und abends um 20 Uhr wird das Tor abgeschlossen. „Es gab schon einige Polizeieinsätze, weil nachts Leute versucht haben, über den Zaun zu klettern“, erzählt Aslan. „Nach wenigen Minuten haben die Beamten dem Spuk ein Ende gesetzt.“

Wer oben war, kommt mit einem Lächeln hinunter. „Es ist, als sei man in einer anderen Welt“, schwärmt eine junge Frau. „Oben ist der totale Frieden und man blickt auf die Hochhäuser und den Wald.“ Das Einzige, was manche vermissen, sind historische Tafeln zum Goetheturm. Aslan stimmt ihnen zu: „Es wäre toll, wenn man Bilder auf Tafeln vom Neubau 1931 ebenso sehen könnte, wie vom Brand und dem Wiederaufbau.“ Außerdem Informationen darüber, wie sehr sich die Bürger:innen für den Turm engagieren haben. „Das würde Besuchern und Frankfurter wie mir, die ihn gar nicht kannten, sicherlich noch mehr zum Staunen bringen“, glaubt Aslan.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare