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Zu viele Industriegebiete in Seckbach befürchtet

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Von: Fabian Böker

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So nah an Industrie oder Gewerbe zu wohnen, dagegen kämpft die BI.
So nah an Industrie oder Gewerbe zu wohnen, dagegen kämpft die BI. © Monika Müller

An den Plänen zur Gwinnerstraße gibt es nicht nur im Ortsbeirat 11 Kritik. Auch eine Bürgerinitiative hat Nachfragen.

Bei den Planungen zur Neuausrichtung des Gebietes rund um die Gwinnerstraße ist der nächste Schritt eingeleitet worden. Die aktuellen Pläne werden öffentlich ausgelegt, Bürger und Bürgerinnen können sich beteiligen und Einwände äußern. Erste Kritik gab es bereits am Montag bei der Sitzung des Ortsbeirates 11 (Seckbach, Riederwald, Fechenheim).

Matthias Genth vom Stadtplanungsamt erläuterte das Vorhaben der Stadt. Mit Hilfe des Bebauungsplans soll das Gebiet, in dem derzeit sowohl Wohnungen als auch Gewerbe und Industrie ansässig sind, neu strukturiert werden. Sogenannte Umgebungskonflikte durch die verschiedenen Nutzungen sollen gelöst und das Areal insgesamt aufgewertet werden.

Genth machte deutlich, „dass wir uns noch an einem ganz frühen Zeitpunkt der Planungen befinden“. Bis ins Jahr 2023 werden diese noch dauern. Für Beate Brink von den Grünen ist das aber kein Grund, nicht jetzt schon verwundert zu sein.

Sie stört sich vor allem an einer Sache: daran, dass „so viele Industriegebiete ausgewiesen werden“. Auf dem Plan ist zu sehen, dass zwischen der Flinschstraße im Westen und der Kruppstraße im Osten sieben Mal die Abkürzung GI auftaucht, die für Industriegebiet steht. Sowohl vom Ortsbeirat 11 als auch von der Stadtverordnetenversammlung gab es Beschlüsse, die etwas anderes wollten.

Bürgerbeteiligung

Noch bis zum 8. Juli läuft eine so genannte frühzeitige Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan Nr. 558 – Gwinnerstraße. In dieser Zeit können Bürger und Bürgerinnen Einwände erheben, Anregungen äußern, Rückmeldungen geben.

Die Unterlagen sind online unter www.stadtplanungsamt-frankfurt.de/b558 oder im Atrium des Planungsdezernats, Kurt-Schumacher-Straße 10, zu finden. Geöffnet hat dieses montags bis freitags von 8.30 bis 18 Uhr.

Erreichbar ist das Amt dann per E-Mail an abteilung-2.amt61@stadt-frankfurt.de oder telefonisch unter 21 24 43 38. Unter dieser Nummer nimmt Matthias Genth Anregungen entgegen, und zwar am heutigen Mittwoch, 29. Juni, von 16 bis 18 Uhr, am Freitag, 1. Juli, von 10 bis 12 Uhr, am Montag, 4. Juli, von 14 bis 16 Uhr, am Mittwoch, 6. Juli, von 16 bis 18 Uhr und am Freitag, 8. Juli, von 10 bis 12 Uhr. bö

Das Stadtteilgremium hatte Anfang des Jahres den Bebauungsplan zur Kenntnis genommen, mit der Maßgabe, dass keine Fläche als Industriegebiet ausgewiesen wird. Stattdessen solle das gewerblich genutzte Gebiet außerhalb des Wohngebietes Gelastraße als Gewerbegebiet gelten. Die Stadtverordnetenversammlung wiederum forderte den Magistrat auf, „die Ausweisung von Zonen für die industrielle Nutzung möglichst weit auf die Bereiche“ zu fokussieren, in denen bereits Industriebetriebe ansässig sind.

Das wurde laut Beate Brink aber nicht berücksichtigt, denn Industriebetriebe gebe es nur an einigen Stellen zwischen Flinsch- und Gwinnerstraße, nicht darüber hinaus. Matthias Genth nahm die Kritik zur Kenntnis, erklärte aber, dass die Ansiedlung der Industriegebiete städtebaulich Sinn mache.

Dabei findet Brink nicht alles schlecht an den Plänen. Sie begrüße unter anderem die Straßenführung, die beabsichtigte Begrünung an vielen Stellen, die Vorteile für Fahrradfahrer:innen und die klare Ausweisung des Bereichs rund um die Gelastraße als Wohngebiet.

Doch um das Wohnen gab es dennoch Diskussionen im Ortsbeirat. Ingo Stürmer von der Bürgerinitiative für gesundes Wohnen und nachhaltiges Gewerbe in Seckbach ergriff das Wort. Er bezeichnete es als „No-Go“, dass in den Planungen Industriegebiete bis auf 30 Meter an Wohngebiete heranreichen würden, zum Beispiel bei der Vatterstraße.

Matthias Genth vom Stadtplanungsamt konterte, dass nicht alle Bereiche, in denen sich derzeit Wohnungen befinden, als reine Wohngebiete gelten. Mancherorts seien das einst unter anderem Dienstwohnungen von Firmen gewesen, die nach dem Weggang der Unternehmen weiter existierten. Außerdem werde darauf geachtet, dass bei einer räumlichen Nähe von Industrie zu Wohnungen zum Beispiel der Verwaltungstrakt so gebaut werde, dass lärmintensive Firmenbereiche weiter entfernt liegen.

Wirklich besänftigen konnte Genth die kritischen Stimmen aber nicht. Sie werden ihre Einwände geltend machen.

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