1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Seckbach

Wohin mit dem Regen im Gewerbegebiet?

Erstellt:

Von: Friedrich Reinhardt

Kommentare

Das nahe Seckbacher Ried sei auf den Niederschlag im Gewerbegebiet angewiesen, sagt der BUND.
Das nahe Seckbacher Ried sei auf den Niederschlag im Gewerbegebiet angewiesen, sagt der BUND. © FRFOTO

Der BUND pocht darauf, dass die Wasser-Belange im Babauungsplan berücksichtigt werden. Das nahe Seckbacher Ried sei auf den Niederschlag angewiesen.

Das Gewerbegebiet zwischen Seckbacher Ried und Borsigallee ist zum größten Teil zugebaut, 95 Prozent der Fläche ist versiegelt. Wenn es dort bei einem Starkregenereignis regnet, wohin soll das Wasser entweichen? Solche wasserwirtschaftlichen Fragen ignoriere das Stadtplanungsamt komplett, kritisiert Wolf-Rüdiger Hansen vom Kreisverband des BUND.

Woher kommt zukünftig das Brauch- oder das Löschwasser im Gewerbegebiet? Wie wird das Grundwasser geschützt? Und wo können Niederschläge versickern? Zum Umgang mit solchen Fragen hat das Umweltdezernat im Februar ein Konzept vorgelegt. Im Bebauungsplan Gwinnerstraße würde dieses aber nicht berücksichtigt, kritisiert Hansen. „Das ist schlicht falsch“, widerspricht ein Sprecher des Planungsdezernats. Noch gebe es gar keinen Bebauungsplan.

Zur Erinnerung: Da die Betreiber von Rechenzentren zuletzt viele Flächen zwischen dem Seckbacher Ried und der Borsigallee aufgekauft hatten und kleinere Gewerbebetriebe drohen, verdrängt zu werden, will die Stadt die gewerblich und industriell genutzten Flächen regulieren. Dafür stellt sie einen Bebauungsplan auf. Bislang wurden allgemeine Ziele und Zwecke der Planung veröffentlicht. Neun Seiten ist das Papier mit der Grundkonzeption lang. Ein fertiger Plan dagegen umfasse mehr als 100 Seiten, so der Sprecher.

Dabei sei das Papier bereits deutlich umfangreicher, als früher die Ziele und Zwecke dargestellt wurden. Damit gehe der Planungsprozess in die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. Und: „Natürlich wird das Wasserkonzept des Umweltdezernats berücksichtigt. Wasserwirtschaftliche Untersuchungen sind Teil des Prüfkatalogs“, so der Dezernatssprecher.

Hansen weiß, dass sich der Bebauungsplan noch im Entstehen befindet. Seine Kritikpunkte habe er als Stellungnahme eingereicht. Die wird „selbstverständlich“ im Planungsprozess berücksichtigt und „im Detail geprüft“, sagt der Sprecher. In Bezug auf die große Bedeutung wasserwirtschaftlicher Belange sind sich Hansen und das Planungsdezernat einig.

Ried braucht Niederschlag

„Die Menge an Grundwasser ist in den vergangenen Jahren um 30 Prozent gesunken“, sagt Hansen. Das Seckbacher Ried ist ein Feuchtgebiet, das Grundwasser fließe nur wenige Meter tief im Boden. „Wenn ein Feuchtgebiet austrocknet, ist das eine ökologische Katastrophe. Für Insekten, für Vögel.“ Regenwasser müsse daher versickern können, statt in der Kanalisation zu enden. Das sei der einzige Weg, Grundwasser anzureichern.

Da das Grundwasser so knapp unter der Oberfläche verlaufe, sei es gefährdet, verschmutzt zu werden, sagt Hansen. „Leckt einer der Dieseltanks an den Rechenzentren, gelangt der Diesel schnell ins Grundwasser.“ Und die Sache mit den Überschwemmungen bei einem Wolkenbruch? Hier brauche es Retentionsflächen, in denen sich das Wasser sammelt und stehen kann, ohne Schaden anzurichten.

Auch interessant

Kommentare