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Gärtnerin beim Aufräumen.  

Seckbach

Wilde Wiesen in Seckbach zähmen

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Eine private Initiative möchte eine brachliegende Fläche zu einem „Lehr- und Wissensgarten“ machen. Die VHS soll Kurse dort anbieten.

Eingeklemmt zwischen dem Kleingartenverein Buchhang und dem Kleingartenverein Günthersburg lag bis vor kurzem eine 1500 Quadratmeter große, verwilderte Fläche. Zwei ehemalige Gärten, brachliegend. Ihnen hat sich eine Gruppe ehrenamtlicher Naturfreunde angenommen. In Kooperation mit der Volkshochschule soll aus der privaten Initiative ein „Lehr- und Wissensgarten“ entstehen – eine Schulungsfläche für alles rund um die Natur. „Pilotcharakter“, erhofft sich Oliver Lang von der von ihm initiierten Aktion.

Konkret sieht das zunächst so aus: Herbstlicher, sonniger Samstag, 9 Uhr früh. Es brummt und knattert laut gegenüber den Tennisplätzen, hinter dem Riederwaldstadion. Mit Motorsensen, Heckenscheren, Kettensägen bahnen sich knapp ein Dutzend Personen einen Weg durch den schlauchförmigen Garten. Riesige Brombeerhecken und Efeufelder, ein Walnussbaum, mehrere Apfel- und Zwetschgenbäume, dazwischen marode Schuppen und morsche Holzhütten. Vieles soll noch in diesem Jahr fallen und zurückgebaut werden. Nächstes Frühjahr möchte man dann „mit Bepflanzung loslegen“.

Etwa auf halber Strecke ist ein befestigtes Gebäude zu finden. „Das wollen wir erhalten und zum Schulungsraum ausbauen“, stellt Oliver Lang, Vorsitzender des Regionalverbands für Kleingärtner, den groben Plan vor. Dort könnte die VHS ihre Kurse anbieten: Lesungen, Malen, Obst und Gemüseverwertung, Pflanzkurse, zählt Lang auf. „Bei den Bäumen müssen wir gucken, welche wir erhalten können. Viele tragen kaum mehr.“

Oliver Lang hatte die Fläche von seinem Heim-Verein „Buchhang“ aus entdeckt. Weil er es schade fand, dass eine der sonst so begehrten Grünflächen ungenutzt ist, erkundigte er sich nach den Besitzern. „Der vordere Teil gehört der Stadt, der hintere einer älteren Frau, die ihn nun seit mehr als fünf Jahren nicht mehr genutzt hat.“

Beide Parteien seien sofort bereit gewesen, ihre Gärten für das Projekt zur Verfügung zu stellen. Auch bei der Volkshochschule stieß er auf offene Ohren. „Die VHS war schon länger auf der Suche nach einer Grünfläche.“

Er selbst möchte dort für Neu-Gärtner unter anderem Baumschnitt-Schulungen anbieten, vor allem für niedrigstämmige Obstbäume, wie sie in kleinen Gärten üblich sind. „Das Mainäppelhaus Lohrberg hat einen anderen Schwerpunkt auf hochstämmigen Bäumen.“ Alle Arbeiten würden ehrenamtlich ausgeführt. Dennoch werden für Entsorgungskosten und einen neuen Stabgitterzaun gut 8000 Euro anfallen. Unlängst fragte die Initiative den zuständigen Ortsbeirat 11 nach finanzieller Unterstützung. Dieser zeigte sich aufgeschlossen, einen Teil zu übernehmen.

Für Lang selbst, steckt eine größere Motivation dahinter, als einen Garten anzulegen. Mit dem „Urban Gardening“-Projekt hofft er nicht nur an der öffentlichen Wahrnehmung der Gartenvereine zu rütteln, besonders möchte er einen Beitrag zum Landschafts- und Klimaschutz leisten. „Dem Mensch die Natur wieder näher zu bringen“, sei ein wichtiger Bestandteil, findet Lang.

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