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Künftig soll die Berger Warte nicht mehr nur über einen Trampelpfad zu erreichen sein.

Seckbach

Frankfurt plant Naherholungsgebiet

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Durch eine Flurbereinigung soll die Fläche nördlich des Lohrbergs neu geordnet werden. Geplant sind auch neue Wege für Spaziergänger und Radfahrer.

Frankfurt könnte in Zukunft um ein Naherholungsgebiet reicher werden. Der Magistrat plant, die Fläche zwischen Friedberger und Vilbeler Landstraße nördlich des Lohrbergs neu zu ordnen. Im Rahmen einer Flurbereinigung wird das Gebiet, das im Geltungsbereich des Grüngürtelparks Seckbach liegt, ein neues Wegenetz erhalten. Die Ehrensäule und die Berger Warte sollen dadurch besser zugänglich sein.

Wer sich eine Detailkarte des rund 135 Hektar großen Gebiets anschaut, sieht eine von Streifen durchzogene Fläche: die Grenzen der zahlreichen Flurstücke. „Heute ist der Grundbesitz im betroffenen Areal extrem zersplittert“, heißt es in dem Bericht des Umweltdezernats. Es gebe eine Vielzahl an kleineren Einzelgrundstücken und Eigentümern. Diese sollen durch die Flurbereinigung neu geordnet und erschlossen werden „und mitunter eine Wertsteigerung erfahren“. Betroffen sind auch Flächen westlich der Friedberger Landstraße.

Das Vorhaben, dem die Stadtverordnetenversammlung noch zustimmen muss, soll zu einer „reizvollen Erholungslandschaft“ führen, die naturnahe Landschaftselemente enthält, aber auch der Landwirtschaft weiterhin Raum bietet. Vorhandene Feldgehölze, Bäume und Streuobstwiesen sollen laut Umweltdezernat gesichert werden. Gewünscht ist eine behutsame Ergänzung auf städtischen Grundstücken. Umgesetzt werden könnte dies im Zuge einer ökologischen Ausgleichmaßnahme.

Da es in dem Gebiet nördlich des Berger Wegs bislang „kein angemessenes öffentliches Wegenetz“ gebe, sollen die vorhandenen Feldwege ergänzt werden. Dabei werden auch die Berger Warte an der Vilbeler Landstraße und die sogenannte Leopoldsäule am Umspannwerk besser angebunden werden.

Der Vorsteher des Ortsbeirats 11, Werner Skrypalle (SPD), begrüßt den Plan. Bereits seit Jahren setze sich das Stadtteilgremium dafür ein, dass in dem Abschnitt neue Wege für Wanderer und Radfahrer entstehen. Auch könnte dadurch die historisch bedeutsame Berger Warte und die Ehrensäule besser erreicht werden. „Derzeit gibt es dort nur kleine Trampelpfade.“ Bislang sei das Vorhaben immer daran gescheitert, dass es zu aufwendig war. „Ich freue mich, dass das jetzt dennoch angegangen wird.“

Auch Ortslandwirt Andreas Damm begrüßt die Flurbereinigung. „Generell spricht nichts dagegen.“ Allerdings komme es auf die Umsetzung an, sagt Damm, der nach eigenen Angaben der einzige ist, der im dem Areal Ackerbau betreibt. Die meisten seiner Flächen habe er gepachtet. Bei größeren Äckern gebe zum Teil bis zu 50 Eigentümern. Insgesamt habe er es mit mehr als 1000 Parzellen zu tun, sagt Damm. Das Areal, das derzeit etwa zur Hälfte landwirtschaftlich genutzt werde, sei ein einziger Flickenteppich an Flurstücken. Eine Bereinigung wäre auf jeden Fall sinnvoll. Der Ortslandwirt hofft, dass er künftig nicht auf weniger Flächen säen kann.

Deshalb wünsche er sich, dass nicht nur die Eigentümer, sondern auch er als Bewirtschafter gehört werde. „Es wäre schade, wenn das Gebiet nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden kann.“ Sorgen bereitet dem Ortslandwirt, dass Teile des Gebiets nördlich des Berger Wegs schon jetzt von Besuchern genutzt werden, „wenn der Lohrberg zu voll ist“. Auch werde dort häufig illegal Müll abgeladen, „das muss auf jeden Fall berücksichtigt werden“.

Zur Sache

Die Flurbereinigung soll laut Umweltdezernat vom Amt für Bodenmanagement Büdingen umgesetzt werden. Die Verfahrenskosten trage das Land. In dem betroffenen Gebiet gibt es rund 350 Eigentümer, sagt Hilke Bertschy–Abele von der Büdinger Behörde. Besitzer werden über Grundbucheinträge kontaktiert – und mit ihnen verhandelt. Zersplitterte Einheiten sollen zu übersichtlicheren zusammengefasst werden. Jeder Eigentümer erhalte eine von der Bodengüte gleichwertige Fläche.

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