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So sieht der Garten von Simone Kalisch aus.
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So sieht der Garten von Simone Kalisch aus.

Seckbach

Seckbach: Von der Brache zum grünen Paradies

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Kleine Biotope in der Stadt haben am Gartenwettbewerb des BUND teilgenommen. Darunter der Garten von Simone Kalisch aus Seckbach.

Vor sechs Jahren sah ihr Garten noch wie eine „Brachlandschaft“ aus. Das sagt Simone Kalisch, die damals mit ihrem Mann in ein „kleines Häuschen“ mit Garten in Seckbach gezogen ist. „Wir hatten vom Gärtnern keine Ahnung“, berichtet sie. Nur, was es nicht wollte, wusste das Paar: einen Garten mit Rollrasen. Natürlich sollte es sein, Flora und Fauna ein Zuhause bieten – und so wandelte sich die Brache hinter dem Haus Stück für Stück zu einem wilden Idyll. „Alles, was wir angepflanzt haben, dient der Tierwelt“, erzählt die 55-Jährige und schwärmt. „Dieses kleine Biotop ist faszinierend schön“, so Kalisch.

Frühblüher wie Kirschpflaume und Mandelbaum teilen sich heute die etwa 500 Quadratmeter große Fläche mit Sommer- und Herbstgewächsen wie Fetthenne und Wegwarte. In einer Hälfte wachsen Kartoffeln, Mangold, Kürbis und Tomaten. Hühner gibt es auch. Salatpflanzen haben sich über das gesamte Areal verteilt. Auch die essbaren Löwenzahn und Brennnessel hätten sich selbst angesiedelt. „Der Garten ist peu à peu gewachsen und die Dinge haben sich ihren Platz teilweise selber gesucht“, sagt die Hobby-Gärtnerin. Am liebsten von ihrem Wohn- und Esszimmerfenster aus beobachtet sie, wie Stare, Gartenrotschwänze, Schmetterlinge, Hornissen und Holzbienen das Grün bevölkern. Zwei schlichte Teichbecken werden von Molchen, Libellen und Wasserläufern genutzt.

All dieses Engagement war dem BUND Frankfurt Ost eine Belohnung wert. Die Ortsgruppe der Naturschutzorganisation hatte im Frühjahr erstmals einen Gartenwettbewerb ausgeschrieben, bei dem sich das Seckbacher Paar beworben hatte. Zusammen mit acht weiteren Teilnehmenden wurde es ausgezeichnet. Platzierungen gab es keine. Neben Pflanzengutscheinen für eine Naturgärtnerei erhielten die Teilnehmenden Gartenbücher.

Über die geringe Resonanz sei Folkhart Funk etwas enttäuscht gewesen, berichtet der Vorsitzende der Ortsgruppe, die als Preise Pflanzengutscheine für eine Naturgärtnerei sowie Gartenbücher gestiftet hat. „Ich bin aber sehr zufrieden mit den Beispielen, die wir eingereicht bekommen haben“, sagt Funk, der den Wettbewerb in zwei Jahren wiederholen möchte. Ein zentrales Ziel sei es gewesen, „Leute zu motivieren, ganz klein etwas für Artenvielfalt und Biotope in der Stadt zu tun“, berichtet er. „Es ging nicht darum, den perfekten Garten vorzuweisen, sondern zu zeigen, wie eine momentan versiegelte Fläche umgestaltet werden kann“, fügt er hinzu.

So habe ein Teilnehmer seinen sechs Kubikmeter großen, geschotterten Vorgarten entrümpelt, die Bodenplatten heraus geschlagen und bepflanzt. Eine Mieterin aus dem Riederwald habe, nach Verhandlungen mit der vermietenden Genossenschaft, vor dem Haus Blühflächen angelegt. An anderer Stelle sei durch einen Totholzhaufen Platz für Igel und weitere Lebewesen geschaffen worden. Und neben Privatpersonen habe die Schule am Ried in Bergen-Enkheim einen bestehenden Schulgarten ausgemagert, eine Blühwiese sowie ein kleines Sandstück für Sandwespen angelegt.

Für Simone Kalisch war es nicht wichtig, zu gewinnen, sondern andere Grünflächen-Besitzerinnen und -besitzer vom Konzept eines naturnahen Gartens zu überzeugen. „Ich habe in diesem Garten vor sechs Jahren gestanden und geheult“, sagt sie. Nach intensiver Buchlektüre hätten die Kalischs dann einfach ausprobiert und gemacht. „Jetzt will ich zeigen, wie einfach es eigentlich ist, einen Naturgarten zu haben“, ergänzt die Seckbacherin. Manchmal, so gibt sie zu, habe auch sie das Gefühl, sie würde gerne mal aufräumen. Wenn sie dann zwischen hoch gewachsene Gräser schaut und Tiere wie Heuschrecken und Ameisen sieht, die sich dort eingenistet haben, seien solche Gefühle aber schnell verflogen.

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