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Seckbach und die Kolonialisierung

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Von: Fabian Böker

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Der 15-jährige Nevio, der mexikanische Maler Andres del Collado und Margarita Barajas (v.l.) inmitten einiger Objekte der Ausstellung.
Der 15-jährige Nevio, der mexikanische Maler Andres del Collado und Margarita Barajas (v.l.) inmitten einiger Objekte der Ausstellung. © Rolf Oeser

Mit einer Ausstellung endet ein Projekt, dass das Miteinander im Stadtteil Seckbach fördern will. Initiatorin Margarita Barajas hofft, dass sie noch mehr Aktionen umsetzen kann.

Wie passen die Geschichte der Kolonialisierung und Seckbach zusammen? Auf den ersten Blick vermutlich gar nicht. Margarita Barajas, Sängerin, Musikpädagogin und Musikethnologin, hat es sich aber zum Ziel gesetzt, genau diese Verbindung zu vermitteln. Dazu hat sie ein Projekt im Stadtteil initiiert, das nun mit einer Ausstellung vorerst zu Ende geht.

Die Ausstellung findet am 12. und 13. November in den Räumen des Ateliers Frankfurt in der Schwedlerstraße im Ostend statt. Gezeigt werden Werke, die im Rahmen des Projekts entstanden sind. Dazu zählen gemalte Objekte, die die Kolonialisierung symbolisieren, genauso wie solche, die Seckbach darstellen. Oder eine auf Holz gemalte Figur aus dem türkischen Schattentheater.

Diese Vielfalt ist es, die Antrieb für Barajas war. Sie wollte in erster Linie die beiden Teile Seckbachs – die Atzelbergsiedlung und den alten Ortskern – näher zusammenbringen. „Denn oft werden diese auch untereinander als getrennt wahrgenommen“, sagt sie. Die Atzelbergstraße und der Propst-Goebels-Weg wirkten wie eine Grenze, „die ich gerne überwinden möchte“.

Also hat sie für ihr Projekt rund 60 Menschen aus beiden Teilen des Stadtteils gefunden, die sich kreativ ausgetauscht haben. Bei einem Rundgang durchs Viertel, in Musik-, Medien- oder Tanzworkshops und im Rahmen einer großen intermedialen Aufführung, bei der die Ergebnisse der Workshops präsentiert wurden.

Margarita Barajas macht an einem Beispiel klar, wie sie ihr Projekt so mit Leben füllen konnte. „Wir hatten eine Frau dabei, eine Tänzerin von den Fidschi-Inseln. Die hat tänzerisch die Geschichte Seckbachs dargestellt, worin sich dann andere Teilnehmer wiedergefunden haben.“

Die Ausstellung

Die Ausstellung „Die fünfte Sonne“ findet am Samstag und Sonntag, 12. und 13. November, statt. Bei freiem Eintritt werden die Bilder im Atelier Frankfurt, Schwedlerstraße 1, im Ostend gezeigt.

Am ersten Tag ist nach der Vernissage um 17 und um 18 Uhr eine Dokumentation über das bisherige Projekt zu sehen. Am Sonntag gibt es um 12 Uhr und um 16 Uhr einen geführten Rundgang durch die Ausstellung. Um 13 und 17 Uhr ist erneut die Dokumentation zu sehen. Um 19 Uhr endet die Ausstellung.

Informationen gibt es online unter www.atelierfrankfurt.de. bö

Da diese aus beiden Teilen Seckbachs kamen, sind sich bei dem Projekt auch Menschen begegnet, die sich sonst wohl nie getroffen hätten. „Alleine dadurch hat sich das Projekt schon gelohnt“, so Barajas.

Oder auch für Jugendliche wie Nevio. Der 15-Jährige wohnt in der Atzelbergsiedlung. Auch er sieht die Trennung der beiden Seckbach-Teile und drückt diese ganz unverblümt aus: „Hier im Ortskern grüßen sich alle, das kenne ich vom Atzelberg nicht.“ Beim Projekt hat er quasi alles mitgemacht: Er hat gemalt, getanzt, gesungen und Trommeln selbst gebaut. „Das hat total viel Spaß gemacht und gelernt habe ich auch noch etwas.“ Mehr könne sie mit dem Projekt gar nicht erreichen, freut sich die Leiterin.

Aber wie kommt man jetzt von Seckbach zur Kolonialisierung? „Auch die Geschichte der Kolonialisierung ist geprägt von fehlendem Verständnis füreinander. Ich wollte zeigen, dass Menschen aus verschiedenen Kulturen am Ende gar nicht so unterschiedlich sind und voneinander lernen können. Ohne, dass eine bestimmte Kultur überlegen ist.“

Daher würde sie auch gerne noch mehr machen. Ein Musical zum Beispiel. Doch dazu braucht sie Fördergelder oder Sponsoren. Die Suche danach läuft gerade.

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