Oliver Greif vom KGV Nord-Ost steht im überschwemmte n Teil der Anlage. Foto: Hamerski
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Oliver Greif vom KGV Nord-Ost steht im überschwemmte n Teil der Anlage. Foto: Hamerski

Seckbach

Seckbach: Nasse Gärten trocken legen

Oft tritt der kleine Riedgraben über die Ufer. Voraussichtlich im Herbst will das STadtentwässerungsamt das Problem durch einen kleinen Wall beheben.

Oliver Greif könnte richtig sauer sein – ist er aber nicht. Dem Zweiten Vorsitzenden des Kleingärtnervereins Nord-Ost steht das Wasser bis zu den Knöcheln und er in Gummistiefeln in der Gartenanlage zwischen Zeuläckerstraße und Riedgraben.

Der heftige Regen der vergangenen Tage hat den kleinen Bachlauf erneut über sein niedriges Ufer treten lassen und 35 Gärten unter Wasser gesetzt. Selbst nach den Regenfällen drückt das Grundwasser noch aus dem Ablauf auf den Parkplatz des Vereins. „Womöglich müssen wir ihn neu pflastern, wenn der Untergrund ausgespült wurde“, sagt Greif. Das würde teuer werden. Wie hoch der Schaden für die Kleingärtner ist, kann er kaum einschätzen. Aber die Hütten vergammeln von unten, obwohl sie erhöht auf Stelzen stehen. Was die Gärtner wegen des milden Spätwinters schon gepflanzt haben, ist dahin. „Und Samen sind teuer.“

Das Problem ist nicht neu und liegt auch nicht an ungewöhnlichen Wetterphänomenen. „Der Riedgraben hat hier so gut wie kein Gefälle – darum läuft das Wasser nicht ab“, sagt Greif. Der Riedgraben ist ein ehemaliger Altarm des Mains. Das Grundwasser stehe dort generell sehr hoch. Was aus dem Seckbacher Ried hinab zum Ostparkweiher fließt, macht bei den Kleingärtnern erst einmal einen Zwischenstopp. Seit der Renaturierung des Riedgrabens im Jahr 2014 sei es noch schlimmer geworden. Selbst im Jahr 2019 mit seinem trockenen Sommer standen die Gärten zwei Mal unter Wasser.

Deshalb hätte Greif eigentlich Grund genug, stinksauer zu sein – eigentlich. „Man muss aber dazu sagen, dass Frau Toth sich wirklich für uns ins Zeug legt“, sagt er stattdessen. Er meint Stefanie Toth vom Amt für Stadtentwässerung. Sie kümmert sich um das Problem der Kleingärtner – und hat auch bereits einen Plan, dieses zu lösen.

Das Amt möchte den Riedgraben ein wenig verbreitern lassen. Dadurch verliert der Kleingartenverein zwar eine Teil seiner Fläche – was auch Toth ärgerlich findet. Aber dadurch würde der Graben auf der Vereinsseite ein paar Zentimeter höher werden und das Wasser nicht mehr so schnell in die Gärten hinein fließen. „Außerdem könnten dann meine Mitarbeiter auch an den Riedgraben ran, wenn mal etwas verstopft sein sollte“, sagt Toth.

Bisher fließt der Riedgraben in einer engen und zugewucherten Furche zwischen privaten Gärten und denen des Vereins. Da manchmal auch Kleingärtner dort Teile ihres Grünschnitts entsorgen, sei der Abfluss gelegentlich verstopft, erklärt Toth. Bei Hochwasser sei es an dieser Stelle aber für die Mitarbeiter der Stadtentwässerung zu gefährlich. Mit einem verbreiterten Riedgraben könnte auch dieses Problem gelöst werden.

Auf jeden Fall werde es entschärft. So schätzt das auch Oliver Greif ein. Ursprünglich sollten die Arbeiten am Graben längst begonnen haben, sagt Toth. „Das ist ja auch keine große Sache.“ Doch gerade weil es ein kleiner Auftrag ist, sei es schwer gewesen, einen Planer zu finden. Die Auftragsbücher bei vielen Planungsbüros seien rappelvoll.

Im Amt werde aber mittlerweile das Vorhaben geplant. In einem halben Jahr könnten die Arbeiten beginnen, sagt Toth. „Jedenfalls wäre zur nächsten Saison alles gut.“

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