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Rechenzentrum heizt Batschkapp

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So sieht es in einem anderen Rechenzentrum aus: Kabel, wohin man schaut.
So sieht es in einem anderen Rechenzentrum aus: Kabel, wohin man schaut. © christoph boeckheler*

Der Bau eines Mainova-Campus’ mit zwei Gebäuden beginnt 2022. Die Rechenzentren sollen später Abwärme an die Umgebung abgeben.

Rechenzentren stehen in Seckbach schon länger in der Kritik. Sie sind in den vergangenen Jahren im dortigen Gewerbegebiet als Cluster entstanden. Einst war hier vor allem Klein- und Mittelstand angesiedelt, nun wachsen die Rechenzentren in de Höhe. Auch die Mainova macht nun mit und baut gleich einen ganzen Rechenzentrums-Campus. In der Sitzung des Ortsbeirats 11 (Riederwald, Seckbach, Fechenheim) hat das Unternehmen seine Pläne am Montagabend vorgestellt.

Entstehen sollen die Gebäude nach Angaben von Oliver Schiebel, einer der zwei Geschäftsführer der Mainova-Tochter Webhouse, zwischen der Gwinnerstraße und der Mergenthaler Straße, in unmittelbarer Nähe zur Batschkapp. Die Gesamtfläche beträgt etwa 12 500 Quadratmeter, die beiden Rechenzentren verfügen über eine Fläche von rund 10 000 Quadratmeter. Sie werden aus je vier Etagen bestehen – und da setzte die erste Kritik aus dem Publikum am Montag an.

Denn bei bisher gebauten Rechenzentren war es oft die Höhe der massiven Gebäude, die viele Anwohner und Anwohnerinnen gestört hat. Diese Sorge drückte sich auch bei der Sitzung des Ortsbeirates aus. Oliver Schiebel versuchte, diese zu nehmen. „Die Gebäude werden etwa 20 Meter hoch“, erklärte er. Hinzu kämen dann noch Aufbauten, unter anderem eine Kältemaschine, deren Höhe er nicht konkret benennen konnte. Was er dagegen sagen konnte: „Wir bauen die Zentren extra einen Meter in den Boden rein, um weniger hoch zu werden.“ Einen technischen Vorteil habe das nicht, „das sei einfach nur teuer, aber eben Vorgabe.“

Die Rechenzentren sollen in diesem Jahr auf dem 2014 geräumten Gelände der Zimmer AG, die 2007 bereits den Standort verlassen hatte, errichtet werden. Spatenstich ist am kommenden Freitag. Das erste Gebäude an der Gwinnerstraße soll dann im Februar 2024 fertig sein, das zweite, etwa halb so große an der Mergenthaler Straße, im Dezember 2025. Genutzt werden sie vor allem von Firmen, die dort ihre Rechentechnik unterbringen. 25 bis 30 Leute sollen vor Ort dauerhaft arbeiten, sagte Schiebel. Zähle man externe Kräfte mit, die im Auftrag der Kunden Aufgaben erledigen, komme man auf 80 bis 100 Personen.

Denen sollen auf einer vorgartenähnlichen Fläche vor dem großen Gebäude Parkplätze zur Verfügung stehen, inklusive Ladestationen für E-Autos und -Fahrräder. Auch dazu gab es Fragen aus dem Publikum: Ein Besucher wollte wissen, ob die Ladestationen öffentlich zugänglich seien. „Das war unser Plan“, entgegnete Schiebel, „doch das war rechtlich nicht möglich.“

Was dagegen möglich war, ist eine Begrünung sowohl der Wände als auch des Daches. Es wird zudem Photovoltaikanlagen geben. Und die entstehende Abwärme soll an die Umgebung weitergegeben werden. Schieler konkretisierte das: Mit der Batschkapp sei bereits geklärt, dass sie Abwärme von der Mainova bekomme. „Alle anderen Anlieger, auch private, sind gerne eingeladen, sich bei uns zu melden wegen der Bereitstellung von Abwärme.“

Zufrieden waren die Kritiker:innen mit dem Vortrag nicht. Denn weiterhin halten sie den Standort in der Nähe von Wohnbebauung grundsätzlich für falsch. Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) hielt aber fest: „Diesen Cluster an Rechenzentren im Frankfurter Osten finden wir auch nicht gut, Aber das ist nicht das Thema der Mainova.“

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