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Das Mainäppelhaus auf dem Lohrberg ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Seckbach

Neue Grube gegen den Gestank am Mainäppelhaus

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Der Verein Mainäppelhaus reagiert auf steigende Besucherzahlen und investiert in sanitäre Anlage.

Das Mainäppelhaus unternimmt etwas gegen den Gestank, unter dem die Besucher auf dem Lohrberg immer wieder zu leiden haben. Seit Montag baut der Verein auf dem Grundstück des ehemaligen Beratungsgartens an einer größeren Grube für Fäkalien der sanitären Anlagen. Ein Anschluss an die Kanalisation wurde aus Kostengründen nicht umgesetzt. Die Stadt beteiligt sich bislang nicht an dem Projekt.

Der Geruch der kleinen Fäkaliengrube unter dem zentralen Platz des Mainäppelhauses am Klingenweg 90 sei den Besuchern nicht mehr länger zuzumuten, sagt der Vorsitzende Gerhard Weinrich. Mitunter herrsche ein „kolossaler Gestank“.

Als der Garten kurz nach dem Krieg errichtet wurde, habe das zehn Kubikmeter umfassende Behältnis sicher ausgereicht. „Den heutigen Anforderungen an Hygiene wird sie eben leider nicht mehr gerecht.“ Bei starkem Publikumsverkehr müsse die Grube oft bereits nach einem Tag geleert werden. Seit der Übernahme des ehemaligen städtischen Beratungsgartens 2005 steige die Zahl der Besucher. Inzwischen kommen bis zu 50 000 Gäste jährlich zur Anlage am Lohrberg.

Der Verein baut deshalb für 125 000 Euro ein Behälter mit dem dreifachen Fassungsvermögen am Eingangstor am Klingenweg. Quer durch das zwei Hektar große Gelände wird zudem ein 200 Meter langes Rohr verlegt, das die alte mit der neuen Grube verbinden soll.

Weinrich geht davon aus, dass die Arbeiten bis zum 22. März abgeschlossen sind. Die neue Grube soll nicht nur den Gestank vermindern, sondern könne einfacher abgepumpt werden. Die FES müsse dann nicht mehr quer durch den Garten fahren. Zudem könne die Fäkaliengrube ohne Aufwand an eine Kanalisation angebunden werden, sollte die Stadt auf dem Klingenweg in Zukunft Rohre verlegen.

Bisher ist das Vorhaben an den Kosten gescheitert. Auf dem von der Wilhelmshöher Straße kommenden Weg einen Kanal zu verlegen koste rund 500 000 Euro, sagt der Referent im Baudezernat, Günter Murr. Auch hätte von dem Bau nur das Mainäppelhaus profitiert. Von daher seien die Kosten derzeit „nicht darstellbar“. Die Stadt habe stattdessen vorgeschlagen, die bestehende Grube zu vergrößern, was 50 000 Euro gekostet hätte. Das habe der Verein aber aus nachvollziehbaren Gründen abgelehnt, so Murr, da der Behälter unter dem Hof liegt, wo sich Besucher tummeln.

Erst im Februar war Baudezernent Jan Schneider (CDU) auf dem Gelände. Er habe zugesagt, gemeinsam mit dem Verein nach einer Lösung zu suchen, sagt der Referent. Parallel sollte geprüft werden, ob und mit wie viel Geld sich die Stadt an der neuen Grube beteiligen kann.

Dass der Verein jetzt schon angefangen hat, vereinfache die Situation nicht. „Normalerweise wird vor einem Baubeginn über Zuschüsse geredet“, so Murr. Fachleute der Stadt hätten keine Möglichkeit gehabt, das Projekt vorher zu prüfen, was Schneider angeboten habe. Der Verein müsse deshalb „das Risiko alleine tragen“. Die Stadt hätte einfach mehr Zeit benötigt.

Der Verein habe die Verhandlungen mit der Kommune bereits seit sechs Jahren geführt, sagt der Vorsitzende Weinrich. Sie hätten „zu keinem absehbar greifbaren Ergebnis geführt“. Deshalb habe man sich entschlossen, den Kanal zunächst auf eigene Kosten aus Rücklagen zu finanzieren. Das gehe an die äußerste Belastung des gemeinnützigen Vereins. Inzwischen sei ein Spendenaufruf an Mitglieder und die Öffentlichkeit gerichtet worden.

Spenden für das Mainäppelhaus an IBAN: DE81500502010200341707.

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