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Die Bürgerinitiative „Wir wohnen hier“, die gegen das „Wuchern“ der Rechenzentren im Stadtteil eintritt, hatte sich im Sommer gegründet. Viele der Mitglieder wohnen in der Gelastraße.
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Die Bürgerinitiative „Wir wohnen hier“, die gegen das „Wuchern“ der Rechenzentren im Stadtteil eintritt, hatte sich im Sommer gegründet. Viele der Mitglieder wohnen in der Gelastraße.

Seckbach

Moratorium für Rechenzentren gefordert

Stadt arbeitet am Bebauungsplan für Gewerbegebiet Seckbach. Bürgerinitiative will, dass solange keine neuen Rechenzentren genehmigt werden.

Für das Gewerbegebiet Seckbach will die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen. Bereits 1984 hatte der Magistrat dazu einen Beschluss gefasst. Das Projekt blieb liegen. Nun soll es umgesetzt werden, um „zu einer Minderung der städtebaulichen Konfliktpotenziale beizutragen“, wie die Verwaltung schreibt.

Als einen Schritt in die richtige Richtung bewertete Ingo Stürmer den Entschluss am Montagabend in der Sitzung des Ortsbeirats 11. Stürmer ist einer der Sprecher der Bürgerinitiative „Wir wohnen hier“. Die BI hatte sich aus Anwohnenden der Gelastraße gebildet, einer Wohnstraße am Rande des Gewerbegebiets. Sie kritisiert, dass dort unreguliert Rechenzentren viel zu hoch gebaut werden und so die Frischluftzufuhr vom Berger Hang stören. Auch seien sie zu laut, pusteten zu viel Abwärme in die Luft und verdrängten Grünflächen.

Die BI-Mitglieder hatten am Montagabend ein Plakat dabei. Auf diesem forderten sie die Stadt auf, für „nachhaltige Rechenzentren“ zu sorgen. Außerdem will die Initiative „ein sofortiges Moratorium für den Bau und die Genehmigung weiterer Rechenzentren in Seckbach“. Bis der B-Plan steht, soll die Stadt keine Baugenehmigungen mehr für Rechenzentren erteilen.

Kern des Plans soll sein, die rund 100 Hektar zwischen Gelastraße und Borsigallee sowie zwischen Flinsch- und Kruppstraße zu ordnen. Die Flächen entlang der Borsigallee sollen „aufgrund ihrer sehr guten verkehrsinfrastrukturellen Anbindung zukünftig vorrangig der Ansiedlung von Dienstleistung, Büronutzung und Verwaltungs-/Bildungseinrichtungen dienen“. Auch Hotels dürften hier entstehen. Die Wohnsiedlung Gelastraße soll als Allgemeines Wohngebiet planungsrechtlich gesichert werden. Außerdem sollen durch den B-Plan Flächen definiert werden, in denen Rechenzentren entstehen können.

„Rechenzentren erfahren eine starke Konjunktur innerhalb des Plangebietes, beeinträchtigen dabei aber gleichzeitig die Entwicklung der produzierenden Gewerbebetriebe und haben zudem den Bodenpreis steigernde Wirkung“, schreibt der Magistrat. Ebenso führten Abwärme und der hohe Energiebedarf „zu einer Abwärtsspirale, die die Zukunftsfähigkeit dieser Standorte gefährdet“.

100 Hektar großes Areal

Die Bürgerinitiative befüchtet, dass die Betreiber von Rechenzentren Fakten schaffen könnten, bevor der B-Plan in Kraft tritt. Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) äußerte in der Ortsbeiratssitzung Zweifel, ob ein Moratorium rechtlich überhaupt möglich sei. Immerhin sei die Stadt verpflichtet, Baugenehmigungen zu erteilen, wenn es keine rechtlichen Einwände gebe, und der B-Plan schaffe ja erst die Rechtsgrundlage, auf der Baugenehmigungen verweigert werden könnten.

Christian Falk von der BI verwies auf das Baugesetzbuch. Dort heiße es: „Ist ein Beschluss über die Aufstellung eines Bebauungsplans gefasst, kann die Gemeinde zur Sicherung der Planung für den künftigen Planbereich eine Veränderungssperre beschließen.“

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