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Im Sommer 2017 hatte die Aktionsgruppe mit einer Demo auf das große Verkehrsaufkommen im Stadtteil aufmerksam gemacht.

Seckbach

Mehr Sicherheit durch Schwimmnudeln

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Bürgerinitiative will mit einem besonderen Lauf auf die große Verkehrsbelastung auf der Wilhelmshöher Straße hinweisen. 

An Einfallsreichtum mangelt es ihnen nicht. Die Aktionsgruppe „Verkehrsberuhigung Wilhelmshöher Straße“ lädt am kommenden Freitag zu einer weiteren Aktion ein, um auf die „nicht alltagstauglichen Umstände“ an der vielbefahrenen Straße aufmerksam zu machen. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal Schwimmnudeln.

Die bunten Schwimmhilfen aus Schaumstoff sind eineinhalb Meter lang. Trägt man sie waagrecht, entsteht ziemlich genau der Abstand, den motorisierte Verkehrsteilnehmer von allen anderen einhalten müssten. Das sei wegen der schmalen Fußgängerwege in Seckbach jedoch selten der Fall, kritisiert die Initiative. Zwischen den Hausnummern 90 und 100, wo der Bordstein nur eine Breite von 60 Zentimetern misst, ist das Durchkommen für Rollstuhlfahrer unmöglich. Mit Kinderwagen oder Rollator kompliziert.

„Besonders Schulkinder der Zentgrafenschule und Senioren sind oft gefährlichen Situationen ausgesetzt“, sagt Bonny Fischer von der Aktionsgruppe. Und auch das Fahrradfahren gleiche eher einer Verfolgungsjagd. Um das deutlich zu machen, sind vor allem diese Bevölkerungsgruppen gern gesehene Gäste, wenn die Aktionsgruppe am Freitag zu „Deutschlands 1. Nudellauf“ einlädt.

„Wir wollen dem Magistrat aufzeigen, was sie als Standard dulden“, sagt Fischer. Mitinitiator Karl-Heinz Kröber stimmt zu. „Es geht nicht darum, Autos zu vertreiben und womöglich anderen vor die Türe zu setzen. Autofahrern soll gezeigt werden, dass ihr Verhalten an Grenzen stößt.“

Mehr als 200 Häuser liegen an der Wilhelmshöher Straße, durch die sich täglich rund 14 000 Fahrzeuge schieben. Sie gilt als „Grundnetzstrecke“ – viele Seckbacher sähen sie lieber als Dorfstraße. „Unsere Initiative hat sich 2016 formiert, aber hier wird schon seit 40 Jahren gegen die Umstände gekämpft“, sagt Karl-Heinz Kröber.

Anwohner empfinden den Verkehr auf der rund zweieinhalb Kilometer lange Strecke als Zumutung. „Ich kann tagsüber nicht lüften, weil die Abgase so stinken“, sagt Fischer. Wegen der Lautstärke könne man sich auf der Straße auch kaum unterhalten, findet Kröber. Und ein Mitglied, erzählen sie, bringe ab und zu einen Steinbrocken mit, der sich wegen der wackelnden Wände aus dem Mauerwerk seines Hauses gelöst habe.

Zumindest das wird sich, ab dem Frühjahr 2020 ändern, wenn die sehnlichst erwartete Grundsanierung der Straße beginnen soll. „Nicht nur die Erschütterungen nehmen dann endlich ab. Durch eine geänderte Verkehrsführung mit Buchten für die Busse, wird der Verkehr auch beruhigter“, freut sich die Gruppe über den Fortschritt. Bei der Aktion am kommenden Freitag geht es aber um die Sicherheit der „benachteiligten Verkehrsteilnehmer“: die Fußgänger. Bei der nächsten Veranstaltung will die Initiative „Schlagloch-Golfen“ spielen.

Treffpunktist am Freitag, 8. März, 15 Uhr, beim Kiosk „Snack FM“ am Fuß der Eschweger Straße. Schwimmnudeln können auch ausgeliehen werden.

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