Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die idyllische Gelastraße mit ihren Einfamilienhäusern grenzt an die Friesstraße, in der mehrere Rechenzentren stehen.
+
Die idyllische Gelastraße mit ihren Einfamilienhäusern grenzt an die Friesstraße, in der mehrere Rechenzentren stehen.

Seckbach

Idylle im Schatten der Rechenzentren

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
    schließen

Die Bürgerinitiative „Wir wohnen hier“ will den Bau weiterer IT-Gebäude im Seckbacher Gewerbegebiet verhindern.

Der Garten von Familie Stürmer in der Gelastraße ist idyllisch. Blumen, grüne Hecken und blühende Sträucher, wohin das Auge schaut. Nur Richtung Süd-Osten sollte sich der Blick nicht verirren, denn dort ragt ein grauer Klotz in den Himmel. Das Gebäude ist eines von mehreren Rechenzentren, die im Seckbacher Gewerbegebiet stehen – weitere sind im Bau. Zum Ärger der Stürmers, die sich mit Nachbarinnen und Nachbarn zur Bürgerinitiative „Wir wohnen hier“ zusammengeschlossen haben.

„Wir sind nicht gegen die Rechenzentren oder das Gewerbe“, sagt Ingo Stürmer. Die Bewohner:innen der dörflich geprägten Häuser in der Gelastraße hätten sich schon immer mit umliegenden Firmen und Unternehmen arrangiert. Auch sei klar, dass die IT-Gebäude wichtig sind, „wir nutzen alle das Internet“. Doch entstünden seit etwa zehn Jahren immer mehr der Zentren im Gebiet zwischen Krupp- und Gwinnerstraße. „Das Cluster ist voll!“

Dabei seien die Rechenzentren nicht nur unschön und fügten sich nicht in das restliche Gewerbegebiet ein, sagt Ulrike Thies, die die BI mitbegründet hat. Sie produzierten umweltschädliche Immissionen wie Abwärme, Licht, Abgase und Lärm. Nicht zuletzt wegen zahlreicher Diesel-Notstromaggregate, die regelmäßig getestet würden. Auch ragten die Gebäude bis zu 34 Meter hoch in den Himmel und unterbrächen die Frischluftschneise gen Innenstadt.

Die BI bezweifelt, dass es rechtens ist, dass die Zentren so hoch sind. Sie fordert die Stadt auf, die Baugenehmigungen zu prüfen. Vorhandene Rechner-Blöcke sollen zudem mit Schutzmaßnahmen wie Pufferzonen, Gehölze oder einem Bannwald ausgestattet werden. In die Jahre gekommene Zentren einer Begrünung Platz machen. Zwischen der Gewerbe- und der Wohnbebauung müsse es zudem einen anmessene Abstand geben. Die Bürgerinitiative will, dass die Stadt mit dem Betreibern zeitnah einen Mediationsprozess beginnt. Die Anwohnerinnen und Anwohner sollen dabei einbezogen werden.

2018 hatten sie sich schon einmal an die Stadt und das Regierungspräsidium gewandt. Geschehen sei nichts. Im Gegenteil. In den vergangenen Jahren habe der Betreiber der Rechenzentren an der Friesstraße etliche Grundstücke aufgekauft. Kleinere Gewerbebetriebe, die das Quartier auszeichneten, bekämen indes keine Flächen, hat Gloria Falk von der BI beobachtet. Eine benachbarte, mittelständische Baufirma etwa hätte von der Stadt die Aussage bekommen, Grundstücke seien für Großinvestoren reserviert.

Ärgerlich finden die Mitglieder der BI zudem, dass das Gewerbegebiet von der Stadt als „nachhaltig“ angepriesen werde und sogar einen Klimaschutzmanager habe. Dabei sei dort in den vergangenen Jahren immer mehr Grün verschwunden, wie Luftaufnahmen belegten, so Stürmer. „Hier wird alles zugebaut.“

Ihr Anliegen will die BI auch in der Sitzung des Ortsbeirats 11 am Montag, 7. Juni, vortragen. Sie beginnt um 19.30 Uhr in der Stadthalle Bergen, Schelmenburgplatz 2. Kontakt zur Bürgerinitiative via E-Mail unter wohnenhier@gmx.de (Boris Schlepper)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare