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Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) ist enttäuscht von den Stimmverlusten seiner Partei bei der Ortsbeiratswahl im Frankfurter Osten.
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Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) ist enttäuscht von den Stimmverlusten seiner Partei bei der Ortsbeiratswahl im Frankfurter Osten.

Die Wahl im Ortsbeirat 11

Grüne schlagen SPD in ihrer Hochburg

  • VonJanis Berling
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Die Grünen haben bei der Ortsbeiratswahl die SPD in ihrer Hochburg im Frankfurter Osten geschlagen. Grüne-Spitzenkandidatin Beate Brink will nun für das Amt der Ortsvorsteherin kandidieren und für ein besseres Klima in Seckbach, Riederwald und Fechenheim sorgen.

Die Kommunalwahl hat die Mächteverhältnisse im Ortsbeirat 11 durcheinander gewirbelt. So erlitt die bisher stärkste Partei, die SPD, im Osten der Stadt eine empfindliche Niederlage. Mehr als neun Prozentpunkte sowie einen Platz im Ortsbeirat muss die Partei an die Konkurrenz abgeben. Entsprechend geknickt wirkt Werner Skrypalle. Zwar erhielt der amtierende Ortsvorsteher die meisten Stimmen aller Kandidaten, insgesamt hatte sich der Amtsinhaber jedoch mehr erhofft.

„Wir haben hier im Ortsbezirk als Fraktion gute Arbeit geleistet und viele wichtige Anträge durchgebracht“, betont Skrypalle, der 2011 zum Ortsvorsteher der 33 400 Einwohner:innen gewählt wurde. „Der allgemeine Trend hat sich jedoch auf uns ausgewirkt.“ Die AWO-Affäre habe der SPD in der Stadt nicht gut getan.

Trotz der vielen Wählerstimmen, die ihm ein gutes Zeugnis für sein Amt ausgestellt haben, will Skrypalle erst das Gespräch mit seiner Fraktion suchen, ehe er sich auf eine erneute Kandidatur als Ortsvorsteher festlegt. „Wir müssen dann zusammen klären, wie wir uns für die nächste Legislaturperiode aufstellen.“

Klarer Wahlgewinner sind dagegen die Grünen. Sie erhielten mit knapp 25 Prozent die meisten Stimmen und bilden mit fünf Sitzen jetzt neben der SPD die größte Fraktion im Ortsbeirat. „Schon überrascht“ war der Fraktionsvorsitzende Thomas Dorn angesichts des positiven Resultats seiner Partei. „Wir haben in allen drei Stadtteilen sehr gute Ergebnisse erzielt.“ Insbesondere in Seckbach, wo die Grünen durch die Nähe zu Bornheim traditionell stark sind, sowie im Riederwald, wo problematische Großbaustellen wie der Riederwaldtunnel grüne Politik befeuern würden, hätten die Grünen stark abgeschnitten, analysiert Dorn.

„Das ist ein phänomenales Ergebnis für uns“, findet auch Beate Brink. Die Spitzenkandidatin der Grünen ist seit fast 30 Jahren in der Partei aktiv. So war sie etwa zwischen 1998 und 2007 als Kreisvorstand und Schatzmeisterin im Nordend tätig, ehe sie nach Seckbach zog, um ihre zwei Kinder großzuziehen. Nun will sie in die aktive Politik zurückkehren, und das im Idealfall als Ortsvorsteherin. „Das ist mein Ziel“, meint die IT-Managerin selbstbewusst.

So habe sie kurz nach der Wahl mit Skrypalle telefoniert und ihm zu seinem persönlich guten Wahlergebnis beglückwünscht. Die Spitzenkandidatin geht davon aus, dass Skrypalle ebenfalls kandidieren und es auf eine Kampfabstimmung hinaus laufen wird. Unabhängig vom Gelingen ihrer Kandidatur will sich Brink in ihrer kommenden Zeit im Ortsbeirat für drei Themengebiete einsetzen. „Wichtig ist mir das Thema Klima, insbesondere in den großen Gewerbegebieten im Ortsbezirk. Zudem will ich mich in der Verkehrspolitik einbringen, sowie darauf hinarbeiten, den Osten der Stadt lebenswerter zu machen.“

Unterstützung für ihre Kandidatur erhält Brink von Detlef Stange, dem Fraktionsvorsitzenden der FDP. „Es ist Gepflogenheit, dass die Partei, und nicht etwa die Person mit den meisten Stimmen den Ortsvorsteher stellt“, meint der Seckbacher. Er werde daher eine Kandidatur der Grünen unterstützen. Auch Stanges Partei muss nach der Wahl einen Sitz aufgeben und ist nunmehr noch mit einer Person im Ortsbeirat vertreten. Dem nominellen Spitzenkandidaten der FDP, Johannes Bomba, gelang die Wiederwahl in den Ortsbeirat nicht. „Das ist natürlich enttäuschend und tut mir insbesondere für Johannes leid“, meint Stange. „Ich bin allerdings froh, dass wir trotzdem weiter im Ortsbeirat für die Bürger präsent sein können.“

Unzufrieden ist auch Benjamin Wieworra von der CDU. Sseine Partei ist im Ortsbeirat von fünf auf vier Sitze gefallen. „Das ist unbefriedigend, man kann es aber nicht ändern“, meint der Fraktionsvorsitzende. Als Wahlverlierer sieht sich Wieworra jedoch nicht. „Es wird in Zukunft nur noch ein bisschen schwieriger für uns, Mehrheiten zu bilden, angesichts der linken Mehrheit im Ortsbeirat“, beurteilt der Polizeibeamte die Situation. In der Frage des Ortvorstehers will sich Wieworra mit seiner Fraktion zunächst zurückhalten. „Da müssen sich SPD und Grüne einigen“, sagt er. „Zwischen den Fraktionen besteht aber eine kollegiale Zusammenarbeit.“ Er ist daher optimistisch, dass eine gute Lösung für den Ortsbeirat gefunden wird.

Auch Jürgen Kuhn von der BFF will sich in der Frage um die Position der Ortsvorstands noch nicht positionieren. „Dazu werde ich mir bei Zeiten Gedanken machen“, sagt der Seckbacher. Seiner Partei verbleibt in der kommenden Legislaturperiode nur ein Sitz. „Wir hätten gerne beide Sitze behalten, das ist schon enttäuschend“, findet Kuhn. Sein Anliegen bleibt laut dem Fraktionsvorsitzenden jedoch unverändert. Auch in Zukunft will er seine Stimme dafür verwenden, gute Anträge zu unterstützen.

Beate Brink ist Spitzenkandidatin der Grünen im Ortsbeirat 11.
Benjamin Wiewiorra ist CDU- Spitzenkandidat im Ortsbeirat 11.
Stefan Klee ist Spitzenkandidat der Linken im Ortsbeirat 11.
Johannes Bomba ist FDP-Spitzenkandidat im Ortsbeirat 11.
Jürgen Kuhn ist Spitzenkandidat der BFF im Ortsbeirat 11.
Die Grünen haben die SPD in ihrer Hochburg im Frankfurter Osten geschlagen.

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