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Frankfurt: Widerstand gegen Industrie im Osten

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Von: Christoph Manus

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In Seckbach wehrt sich eine Bürgerinitiative gegen das „Wuchern“ der Rechenzentren im Stadtteil.
In Seckbach wehrt sich eine Bürgerinitiative gegen das „Wuchern“ der Rechenzentren im Stadtteil. © Monika Müller

Sollen sich an der Gwinnerstraße in Frankfurt weiterhin Industriebetriebe ansiedeln dürfen? Der Ortsbeirat 11 will das verhindern. Er fordert eine Änderung des Bebauungsplans.

Der Ortsbeirat 11 (Fechenheim, Seckbach, Riederwald) setzt sich dafür ein, dass der geplante Bebauungsplan für das Areal an der Gwinnerstraße in Seckbach kein Industriegebiet mehr vorsieht. In einer Anregung, die das Gremium auf Antrag von Grünen und SPD beschloss, schlägt er vor, den zentralen Bereich des Areals zwischen Flinschstraße und Kruppstraße stattdessen als Gewerbegebiet auszuweisen und einen hinreichend großen Abstand zwischen dem Wohngebiet Gelastraße und den Gewerbegebieten festzuschreiben.

Der Ortsbeirat begrüße, dass der Magistrat mit der Aufstellung des Bebauungsplans dem Wildwuchs im Gebiet ein Ende bereiten wolle, sagte Beate Brink (Grüne) am Dienstagabend in der Bürgerfragestunde des städtischen Planungsausschusses. Neue Industriebetriebe passten aber nicht in ein nachhaltiges Gewerbegebiet.

Ortsbeirat will Untersuchungen über Auswirkungen von Rechenzentren auf das Stadtklima

Brink forderte zudem Untersuchungen zu den klimatologischen und meteorologischen Effekte der Kraftwerksanlagen und Rechenzentren im Gebiet, deren Anzahl in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Stephan Zilcher (SPD), der ebenfalls dem Ortsbeirat 11 angehört, sagte, man dürfe den Menschen, die in dem Areal wohnten, nicht noch mehr Lärm zumuten. „Wir wollen keine zusätzliche Industrie.“

Albrecht Kochsiek, planungspolitischer Sprecher der CDU im Römer, sagte im Planungausschuss, seine Fraktion habe sich noch kein abschließendes Votum gebildet. Er nehme die Bedenken des Ortsbeirats aber sehr ernst. Gleichzeitig betonte Kochsiek, dass die Ansiedlung von Rechenzentren wirtschaftlich sehr wichtig für die Stadt sei.

Frankfurter Planungsdezernent Josef weist auf Flächenbedarf der Industrie hin

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) wies auf den Flächenbedarf der Industrie hin. Es sei deutlich besser, Flächen im Stadtgebiet für die Industrie zu bewahren, als etwa auf der grünen Wiese neue Flächen zu schaffen, sagte er.

Die Koalition von Grünen, SPD, FDP und Volt delegierte die Entscheidung über den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan und die Anregung des Ortsbeirats in den Haupt- und Finanzausschuss. Dieser tagt am kommenden Dienstag.

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