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Nach Unwettern stand das Gelände vom Kleingartenverein im Sommer 2016 unter Wasser.

Seckbach

Seckbacher Riedgraben - ein Wall gegen Überschwemmungen

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Die Stadtentwässerung möchte den Riedgraben verbreitern. Kleingärtner beklagen, dass sie dafür Flächen abgeben müssen.

Die Stadtentwässerung möchte die Gärten unterhalb der Zeuläckerstraße besser vor Überschwemmungen schützen. Anfang kommenden Jahres soll deshalb der Seckbacher Riedgraben verbreitert werden. Entlang des Gewässers wird auf der nördlichen Seite zusätzlich ein kleiner Wall aufgeschüttet. Das Vorhaben stößt nicht nur auf Zustimmung.

Im Abschnitt zwischen der Straße Im Trieb bis fast zur Autobahn 661 soll entlang des Riedgrabens ein etwa fünf Meter breiter Streifen entstehen, sagt Stefanie Toth von der Stadtentwässerung. Dort wird ein Schotterwiesen-Pfad angelegt, über den der Graben künftig angefahren, gereinigt und bewirtschaftet werden kann. Derzeit sei dies nur über den Graben selbst möglich, „das ist sehr aufwendig“. Dadurch werde der Bach bislang nur selten gesäubert. In den vergangenen Jahren standen die Gärten dort mehrfach unter Wasser (die FR berichtete).

Auf dem Streifen möchte die Stadt auch einen kleinen Hügel aufschütten, sagt Toth. Dieser soll die dahinter liegenden Gartenparzellen künftig vor Überschwemmungen schützen. Unter dem Wall sollen mit Rückschlagklappen ausgestattete Rohre verlegt werden. Dadurch könne Wasser in den Riedgraben abfließen – nicht aber umgekehrt. „Wir hoffen, dass das dann ein Schutz für die Kleingartenanlage sein wird“, so Toth. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es aber nicht. Schließlich liege die Anlage in einer Senke, die „wie eine Badewanne“ sei, erklärt Toth. Meist dauere es lange, bis Wasser dort wieder abfließt oder versickert. Der Riedgraben habe kaum Gefälle, auch stehe das Grundwasser hoch.

Bis Ende des Jahres möchte die Behörde eine Planung erstellen, so Toth. Diese soll dann mit den Kleingärtnern abgestimmt und möglichst noch im Winter ausgeschrieben werden, „damit wir im kommenden Frühjahr noch vor der Brutzeit mit den Arbeiten anfangen können.“ Sie schätzt, dass die Stadtentwässerung das Projekt in zwei bis drei Monaten umsetzen kann.

Regelmäßig Land unter

Die Mitglieder des Kleingartenvereins Nord-Ost leiden seit langen darunter, dass die Anlagen unterhalb der Zeuläckerstraße nach stärkeren Regengüssen regelmäßig unter Wasser stehen. Begeistert sind vom Vorschlag der Stadt dennoch nicht alle. Denn rund ein Dutzend der Gärtner müssen für das Vorhaben Flächen abgeben. Einzelne Pächter verlören bis zu 100 Quadratmeter, sagt der Vorsitzende des Kleingartenvereins, Gerhard Müller. „Oder der geplante neue Zaun würde direkt durch ihre Hütten verlaufen.“ Mehrere hätte bereits gesagt, dass sie in einem solchen Fall ihre Gärten aufgeben würden.

Viele Mitglieder seien sehr enttäuscht, dass die Stadt keine andere Lösung gefunden hat, sagt Müller. Schließlich sei auch der Wall keine Garantie, dass Radieschen und Salat beim nächsten Regen nicht wieder auf Tauchstation gehen. „Bei uns kommt das Wasser über die Straße Im Trieb aus Seckbach, dem Riedgraben – und als Regen.“ Die Kleingärtner selbst hätten bereits darüber nachgedacht, einzelne Gärten aufzuschütten. Doch sei dies schwierig, da dadurch sämtliche Pflanzen und die Hütten versetzt werden müssten.

Eine Alternative zum Plan der Stadt gibt es laut Stefanie Toth nicht. Für ein Regenrückhaltebecken oder eine Flutmulde fehle ein passendes Gelände. Die Stadtentwässerung werde jedoch schauen, dass keine Hütte versetzt werden müsse. Notfalls könne der vorgesehene Streifen am Riedgraben vereinzelt auch weniger breit werden. Dass er kommt, sei jedoch „nicht verhandelbar“.

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