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Blütenfest des Mainäppelhauses auf dem Lohrberg.

Seckbach

Die Poesie der Kirschblüte

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Fächertanz und Reisbällchen: Beim Blütenfest auf dem Lohrberg lernen Besucher japanische Traditionen kennen.

Wenn die Blütenblätter in Weiß und Rosa einzeln von den Kirschbäumen wehen, erinnert das an etwas zu groß geratene Schneeflocken. Von dieser Assoziation aus Japan berichtet Koo Bérma Baffo am Sonntag auf dem „Blütenfest“ des Mainäppelhauses. Echter Schnee bleibt den Ausflüglern auf dem Lohrberg erspart. Am Vorabend sind Flöckchen noch sanft herab gefallen.

Am Sonntag traut sich die Sonne früh heraus, der Himmel ist recht klar und trotz relativ kühler Temperaturen füllt sich das Gelände früh mit Besuchern. Die einen schlendern über einen Kunsthandwerkermarkt, andere stärken sich mit Apfelgetränken, Kuchen, Rosmarinkartoffeln oder Schmalzbroten.

„Die vergängliche Schönheit der Kirschblüte ist aus ästhetischen Gründen sehr wichtig in Japan“, berichtet der stellvertretende Vorsitzende des japanisch-deutschen Bon-Odori-Tanzkreises. Zu Ehren der Kirschblüte stellen Koo Bérma Baffo und seine Gruppe den Besuchern des Streuobst-Zentrums am Vormittag einen Tanz mit dem Titel „Sakura Sakura“ vor, was übersetzt Kirschblüte bedeutet.

Mit Fächern und ruhigen Bewegungen imitieren die Tänzer das Schauspiel des Blühens und Vergehens. Schnell bildet sich ein Halbkreis um die Künstler. Die jüngsten Besucher schauen dem Spektakel mit gespannten Blicken und teils geöffneten Mündern zu.

Familie Cohen hat sich während ihres Spazierganges durch den Lohrberg-Park von den dumpfen Klängen einer Trommel (Taiko), die zur Begleitung gespielt wird, anlocken lassen. Das Paar aus Enkheim mit zwei kleinen Jungs habe seine Hochzeitsreise nach Japan gemacht. Sie seien ganz begeistert von dem Land, berichtet Nina Cohen. Die 36-Jährige hat sich an einem Stand des „Frankfurt–Yokohama Citizens Networks“ eine japanische Süßigkeit gekauft. Passend zum Thema des Tages ein Reisbällchen, gefüllt mit süßer Bohnenpaste und einem in Salz eingelegten Kirschblütenblatt. „Die Kombi von süß und salzig ist echt interessant“, sagt Cohen.

Am Mainäppelhaus geht es um Vögel

Die Familie sei oft am Mainäppelhaus. „Es ist zu jeder Zeit schön, aber im Frühling besonders, wenn man das Gefühl hat, dass das Leben zurück kommt“, sagt Nina Cohen und fügt hinzu: „Für Stadtkinder ist es schön zu sehen, wie sich die Natur verändert“. Meike Küster und Britta Hirt vom Mainäppelhaus, die ihren Pavillon auf der Wiese aufgestellt haben, zeigen Kindern an diesem Tag, welche Fähigkeiten unterschiedliche Vögel haben.

„Das Thema hatten wir noch nicht“, sagt Hirt, die an diesem Tag mit bis zu 2500 Besuchern rechnet. Daher hätten sich die beiden Mitarbeiterinnen entschieden, über Vögel zu informieren. Und welche Bäume blühen schon? Ihre Kollegin lässt einen kurzen Blick über das Areal schweifen. „Was richtig in Blüte steht, sind die Kirschen, die Äpfel fangen langsam an“, sagt Küster. Als nächstes seien dann die Birnen dran.

Vor einem Kirschbaum habe Familie Cohen schon Fotos gemacht, berichtet Vater Yoni. Die wollen sie dann an die Großeltern verschicken. Eine andere Familie hat ihre Picknickdecke unter einem blühenden Baum ausgebreitet. So würden das auch viele Japaner in Parks machen, verrät Koo Bérma Baffo.

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