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In der Maria-Rosenkranz-Gemeinde ist ein Haus im Haus entstanden.

Seckbach

Schnörkellose neue Sachlichkeit in Seckbach

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Bischof Georg Bätzing weiht einen neuen Altar in der Maria-Rosenkranz-Kirche in Seckbach ein. Der Umbau soll im Juni fertig sein.

Noch ist der Umbau der Maria-Rosenkranz-Kirche nicht abgeschlossen. Hier und da hängen schwarze Kabel aus dem Gemäuer im Kircheninnern, einige Trennwände fehlen. Von außen umhüllt weiterhin ein Baugerüst das Gotteshaus am Fuße des Lohrbergs. Wo jetzt noch eine Baustelle ist, will die Kirche ihre Seckbacher Gemeindemitglieder ab Sommer dieses Jahres in das neue „Haus im Haus“ einladen, sagt Michael Griebel. Der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats der Gemeinde erwartet den Abschluss der Modernisierungsarbeiten im Juni.

Im Rahmen der räumlichen Neugestaltung werden in den bisher rein liturgisch genutzten Kirchenraum Gemeinderäume integriert. Dafür rücken die Kirchenbesucher von nun an enger zusammen. Wo vorher noch hölzerne Kirchbänke den Besuchern Sitzmöglichkeiten boten, begrenzen jetzt die Wände eines in die Kirche gesetzten Neubaus das Interieur des Gebetshauses. Auf der unteren Ebene im hinteren Teil entsteht ein geräumiger Saal für größere Zusammenkünfte. Eine Etage darüber thront die Orgel auf ihrer Empore, hinter der zwei weitere kleine Räume zukünftig als Begegnungsort für die Gemeindemitglieder dienen sollen.

Schnörkellos und in strahlendem Weiß präsentiert sich das Innere des Gotteshauses schon jetzt in neuer Sachlichkeit. Dazu trägt seit wenigen Tagen auch der neue Altar bei, den Bischof Georg Bätzing während eines ökumenischen Festgottesdienstes am Samstag geweiht hat. Zahlreiche Gläubige fanden ihren Weg in die Wilhemshöher Straße, um der feierlichen Zeremonie beizuwohnen. Der Bischof hob die historische Bedeutung des Altars als Mittelpunkt eines jeden Tempels hervor, der Orte also, „an denen Menschen Gott entdecken“.

Nicht nur über einen neuen Altar darf sich die Gemeinde freuen. Im Auftrag des Bistums hat der rheinland-pfälzische Künstler Hans Rams ein ganzes Ensemble aus Altar, Ambo und Sedilien, den Sitzen im Altarraum, entworfen. Umgesetzt hat das Konzept der Steinmetz Thomas Brahm, der regelmäßig mit Rams zusammenarbeitet. „Uns war wichtig, in unserer Arbeit den Charakter der Kirche zu erhalten“, erklärt Rams. Deshalb finde sich in der neuen Inneneinrichtung aus anthrazitfarbenem belgischem Granit die „klare Formsprache“ des Kircheninnern wieder, so der Designer.

Umbau ist Teil des Programms „Sparen und Erneuern“

Der Umbau des katholischen Hauses, das 2015 mit drei weiteren Kirchorten im Osten Frankfurts zur neuen Pfarrei St. Josef Frankfurt fusionierte, ist Teil des Programms „Sparen und Erneuern“. Mit diesem Projekt reagiert das Bistum Limburg, dem der Bezirk Frankfurt zugehörig ist, auf die seit Jahrzehnten sinkenden Mitgliederzahlen bei den Kirchen.

Maria Rosenkranz war von dieser Entwicklung nicht ausgenommen. „Wir hatten in der Kirche zuletzt wesentlich mehr Platz, als wir benötigt haben“, sagt Griebel. Im gleichen Zuge hielt die Diözese die Gemeinde an, nicht genutztes Gelände zu veräußern. Bischof Bätzing betonte in seiner Eröffnungsrede am Samstagnachmittag, die Kirche müsse sich an veränderte Gegebenheiten anpassen.

2017 verkaufte die Gemeinde deshalb das Areal zwischen Atzelbergplatz und Wilhelmshöher Straße an das Gemeinnützige Siedlungswerk Frankfurt (GSW). Dort waren bis vor einigen Jahren kirchenzugehörige Einrichtungen beheimatet, wie etwa der Kindergarten Maria Rosenkranz, der 2012 wenige Meter weiter neu gebaut wurde. Nachdem die alten Gebäude abgerissen wurden, sollen nun auf dem Gelände drei Wohnhäuser mit insgesamt 38 neuen Wohnungen entstehen. Laut GSW werden davon 16 Wohneinheiten öffentlich gefördert sein. Die Gemeinde habe nur unter der Auflage verkauft, dass auf dem Grundstück keine Eigentumswohnungen gebaut werden, erklärt Griebel.

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