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Armin Seebald aus Seckbach gibt Heimwerkerkurse in der Halle in der Gewinnerstraße 46.

Seckbach

Regale richtig anbringen

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Handwerker Armin Seebald aus Seckbach gibt Heimwerkerkurse für Männer und  Frauen.

Peinlich braucht es niemandem zu sein, findet Armin Seebald. „Egal ob Mann oder Frau, es gibt so viele Techniken und Baustoffe, da blicken nicht mehr alle durch.“ So zumindest versucht sich der Handwerker zu erklären, warum er oft zu Arbeiten bestellt wird, die man leicht selbst erledigen kann – wenn man nur wüsste wie.

„Früher hat man sich das Basiswissen bei den Eltern abgeschaut, aber auch die wissen oft nicht mehr, wie es geht. Es üben ja immer weniger Leute Handwerksberufe aus.“ Deshalb, sagt er, hätten seine Kunden ihn auf die Idee gebracht, Praxiskurse für handwerkliche Unabhängigkeit anzubieten.

Seine Erfahrung zeige, dass die Klienten, besonders Frauen, oft sehr interessiert daran seien, wie er seine Arbeit macht. „Viele fragen mich, ob sie mir über die Schulter schauen dürfen“, schildert er. „Und einiges ist wirklich nicht so kompliziert, dass man dafür extra einen Handwerker bezahlen muss.“ Wandschränke befestigen, Dichtungen austauschen, die verstopfte Spüle frei kriegen, Lampen anbringen – das sind grundlegende Techniken aus Handwerksberufen, in denen er seine Kursteilnehmer schulen möchte.

Seebalds beruflicher Werdegang könnte Seiten füllen: Ursprünglich aus der Rhön, von Handwerkern umgeben, war schon als Kind klar, welchen beruflichen Weg er einschlagen wird. Nach der Ausbildung zum Elektroinstallateur, arbeitete er erst in der Baudekorationsfirma der Eltern. Später war er Maler, Gerüstbauer und Möbelmonteur, machte Sanitärarbeiten und kehrte dann wieder zu seinem Lehrberuf zurück. Heute lebt der 55-Jährige in Seckbach, ist selbstständig – und breit aufgestellt.

Wissen  weitergeben

Sein Wissen möchte er jetzt weitergeben. Am Wochenende geht es mit einem Kurs zur Befestigungstechnik los. Schon das Regale aufhängen nach dem Umzug würde bei vielen Fragen aufwerfen. „Manche sind einfach unsicher“, sagt er, wissen nicht, um welche Wand es sich handelt, was sie beim Altbau beachten müssten und wo die Wasserleitungen läge.

Geübt wird in der Ateliergemeinschaft „Fritz Deutschland e.V.“ im Seckbacher Industriegebiet. Seebald bringt Werkzeug und Baustoffe mit. „Wir arbeiten sehr praxisbezogen. Arbeitssicherheit und Planung gehören genauso dazu, wie Tipps, wo man Werkzeug kaufen oder leihen kann“, erklärt er sein Konzept, mit dem er auch an Schulen oder andere Bildungsstätten gehen würde. Erste Anmeldungen für seine Kurse seien schon eingegangen. Mit seinem Angebot habe er einen Nerv der Zeit getroffen, habe man ihm zurückgemeldet. „Solche Kurse sind im Frankfurter Raum noch eine unentdeckte Nische“, beobachtet er. Zwar böten Baumärkte und die Volkshochschule Heimwerker-Kurse an, die seien sehr spezifisch. „Klar, kann man sich Youtube-Videos angucken“, sagt er. Aber etwas selbst sehen und gemeinsam in die Hand nehmen, sich ausprobieren und austauschen, sei schon was anderes.

Info

Die Praxiskurse vermitteln Kenntnisse und Techniken für Heimwerker in fünf Modulen: Elektro, Sanitär, Möbel, Farbe und Befestigungstechnik. Um die Befestigungstechnik geht es am 16. Februar und 3. März. Teilnehmen können alle, Einsteiger wie Fortgeschrittene. Nur an Frauen richten sich die Kurse am 24. Februar und 23. März. Gewerkelt wird jeweils von 10 bis 16 Uhr in den Räumen von Fritz Deutschland, Gwinnerstr. 46, Halle 404. Anmeldung per Mail bei info@heimwerken-rheinmain.de. Der Kurs kostet 120 Euro, inklusive Verköstigung, Getränke und Broschüre. Infos unter www.heimwerken-rheinmain.de.

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