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Von Berlin nach Frankfurt: Fußspezialist Sebastian Manegold, seit Anfang Februar an der BGU.

BGU-Orthopädie

„Die Spieler von Eintracht Frankfurt sind in guten Händen“

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Sebastian Manegold ist der neue Chefarzt der Orthopädie an der BGU - und berichtet über seine Erfahrungen bei der Behandlung von Fußballern.

Die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik (BGU) in Seckbach hat seit Anfang Februar einen neuen Chefarzt in der Fußchirurgie. Sebastian Manegold ist Unfallchirurg sowie Orthopäde und folgt auf Hans-Peter Abt, der die Klinik verlassen hat, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Manegold kommt aus Berlin zurück nach Hessen, wo er auch geboren ist. Mit der FR sprach er über die Rückkehr, seine Ziele und die Eintracht.

Herr Manegold, Sie haben hessische Wurzeln und kommen so gesehen wieder zurück, wie ist das?
Das ist richtig, ich bin in Kassel geboren worden. Allerdings habe ich nur die ersten drei Jahre meines Lebens in Hessen verbracht, so dass die Erinnerung an Hessen reichlich verblasst ist. Umso mehr freut es mich, dass sich der Kreis jetzt schließt und mir das Gefühl gibt, wieder zurückzukommen.

Und warum haben sie nun den Schritt aus der Bundeshauptstadt an den Main gewagt?
Obwohl ich fast 16 Jahre in der Fußchirurgie an der Charité gearbeitet habe, ist es in allererster Linie eine berufliche Entscheidung für mich. Es gibt nur ganz wenige Kliniken in Deutschland, in denen die Fußchirurgie als eigenständige Abteilung geführt wird und die das gesamte Spektrum der orthopädischen und unfallchirurgischen Fußchirurgie abdecken. Zudem stellt der Krankenhausträger die Medizin und den Patienten in den Mittelpunkt. Die Unfallklinik ist daher etwas Besonderes: Sie genießt einen sehr guten Ruf, das Team operiert auf einem hohen Niveau, und der Krankenhausträger ist ein starker Partner. Das hat mich gereizt. Da meine Frau aus Mannheim kommt, fiel die Entscheidung auch in der Familie leicht.

Welche Ziele haben Sie sich an der BGU gesteckt?
Zum jetzigen Zeitpunkt geht es zunächst einmal darum, anzukommen und bestehende Strukturen kennenzulernen. Ich bin nicht hergekommen, um gleich die Wände einzureißen. Die Klinik wird sicher weiterhin ihrem Versorgungsauftrag nachkommen und für Unfallverletzte oder für Menschen mit angeborenen oder erworbenen Fehlstellungen ein kompetenter Ansprechpartner sein – regional wie auch überregional. Frankfurt ist eine sehr internationale Stadt und bietet sich hierfür ideal an. Persönlich würde ich mir wünschen, dass das Bewusstsein für Verletzungen des Fußes in Deutschland geschärft werden würde und somit sich die Versorgungsqualität in der Fußtraumatologie verbessern lassen würde. Ich sehe vor allem uns als Klinik hier in der Verantwortung, unsere Erfahrungen weiterzugeben. Das wollen wir innerhalb eines Netzwerks mit den anderen Kliniken erreichen und natürlich auch die eigene Expertise ständig weiterentwickeln.

Welchen Herausforderungen muss sich die Orthopädie generell stellen?
Die Patienten werden heute immer älter und auch immer kränker. Solche Begleitumstände müssen in die Therapiekonzepte mit einbezogen werden, so dass diese dadurch immer komplexer werden. Ein weiterer Aspekt ist, zumindest nach meiner Auffassung, dass Krankheiten oder Verletzungen heutzutage nicht mehr akzeptiert werden. Die Erwartungshaltung der Patienten einerseits, aber auch der Druck etwa vonseiten des Arbeitgebers anderseits sind gestiegen. Gleichzeitig steigt der Kostendruck in der Medizin. Kurz gesagt: Die Probleme werden sehr viel vielschichtiger.

Die BGU behandelt hin und wieder auch Spieler der Eintracht. Wie sehr haben Sie bereits Erfahrungen mit Fußballern?
In Berlin haben wir eng mit den beiden ansässigen Fußballclubs zusammengearbeitet. Hier hatten wir immer einen sehr direkten Kommunikationsweg, wo wir auch im Rahmen des Medizinchecks vor Neuverpflichtungen dem Verein zur Seite standen. Das Kerngeschäft war natürlich die chirurgische Versorgung von verletzten Spielern. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man einen Spieler von der Operation bis zur Reha begleiten kann. Wenn der dann auch noch in seinem ersten Spiel nach der Verletzungspause das „Tor des Monats“ schießt, ist das nicht nur für den Spieler ein einzigartiges Erlebnis. Die Eintracht-Spieler sind somit weiterhin in guten Händen, auch weil bei mir eine gewisse Fußballbegeisterung mitspielt.

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