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Fechenheim/Seckbach

Abwärme statt Blockheizkraftwerk

Die zahlreichen Rechenzentren im „Nachhaltigen Gewerbegebiet“ könnten kostenlose Energie liefern. Die Stadt verteidigt die zahlreichen neuen Zentren in Fechenheim und Seckbach, die Branche habe angekündigt, bis 2030 klimaneutral zu werden.

Für Beate Brink ist es ein klarer Widerspruch. Man müsse nur zwei Luftbilder vom Gewerbegebiet Fechenheim-Nord/Seckbach vergleichen, eines von heute und eines von vor fünf Jahren, sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Ortsbeirat 11, dann zeige sich deutlich: „In der Zeit hat sich das Grün im Gewerbegebiet verringert.“

Dabei ist in diesen fünf Jahren das Projekt „Nachhaltiges Gewerbegebiet“ in dem Areal zwischen Riedgraben und Hanauer Landstraße aktiv. Wie könne es sein, dass Bäume, Büsche und Wiesen, die CO2 speichern, Schatten spenden und Regenwasser versickern lassen, weniger werden? Wie passe das mit dem Anspruch des Projekts der Wirtschaftsförderung zusammen?, fragte Brink.

Auch wegen dieser Frage hatte der Ortsbeirat den Standortmanager des Gewerbegebiets, Tobias Löser, in die Sitzung am Montagabend eingeladen. Und über die vielen Rechenzentren zu sprechen, die derzeit in Seckbach stehen, entstehen und noch entstehen sollen. Sie sind aus Sicht der Grünen die Hauptverantwortlichen dafür, dass Flächen versiegelt werden und Bäume verschwinden.

Löser hatte Verstärkung mitgebracht: die kommissarische Klimaschutzmanagerin Monika Brudler, Paul Fay (Leiter des Energiereferats) und Ansgar Roese (Prokurist der Wirtschaftsförderung). „Nachhaltigkeit“ bedeute mehr, als Bäume und Wiesen zu erhalten. Das Projekt arbeite daran, Unternehmen zu vernetzen und ihnen zu helfen, beispielsweise Solarpaneele auf die Dächer zu bringen, Fassaden zu begrünen oder Fuhrparks zu elektrifizieren. Teils mit Erfolg, sagte Brudler.

Solaranlagen mit 2000 Kilowatt-peak (die Maßeinheit der elektrischen Leistung von Photovoltaikanlagen) seien mit Hilfe der Energieberatung entstanden. Insgesamt gebe es ein Potenzial für 4400 Kilowatt-peak. Ebenso seien Unternehmen auf energiesparende LED-Technik umgestiegen. Dazu Brink: „Wir sehen, dass diese Arbeit wichtig ist.“ Auch sei sie froh, dass das Projekt verlängert wurde.

Zudem besitze die Stadt Frankfurt in dem Gewerbegebiet nahezu keine Grundstücke. Das Standortmanagement könne deshalb allenfalls beratend auf Firmen einwirken, erklärt Ansgar Roese. Er verteidigte die Rechenzentren gegen Kritik. Sie seien „elementarer Bestandteil der Digitalisierung“, ermöglichten den Finanzplatz Frankfurt.

Auch der Leiter des Energiereferats hielt eine pauschale Kritik an Rechenzentren wegen des hohen Stromverbrauchs und der Abwärme für zu kurz gegriffen. „Die Branche tritt mit einer Selbstverpflichtung an, bis 2030 klimaneutral zu werden.“ Nun gehe es darum, dafür zu sorgen, dass der „grüne Strom“, den die Datenzentren nutzten, wirklich grün sei und sie so effizient wie möglich liefen.

Wegen der großen Zahl der Rechenzentren in Seckbach und Fechenheim könnten sie etwa ein Blockheizkraftwerk überflüssig machen, von dem im Klimaschutzteilkonzept für das Gewerbegebiet noch die Rede ist. Das benötigte Nahwärmenetz sieht das Konzept bereits vor. Das Netz könnte in der stillgelegten Bahnfläche verlegt werden und alle Firmen anschließen. Die Rechenzentren würde die Abwärme „gern und kostenlos zu Verfügung stellen“.

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