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„Ich war gerne Küster“, sagt der 63-jährige Kartmann. 

Seckbach

Seckbach: Nachfolger für den Küster gesucht

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Nach 34 Jahren verabschiedet sich der Küster der Mariengemeinde in den Ruhestand.

Nach den Weihnachtsfeiertagen verabschiedete Johann Kartmann sich für einen Familienbesuch nach Florida, nach 34 Jahren als Küster der Seckbacher Mariengemeinde wird er sich im Februar in den Ruhestand verabschieden. In der Marienkirche wird man den scheidenden Mann für alles weiterhin antreffen. Ein neuer Küster wird aber derzeit noch gesucht.

Die Weihnachtszeit war für den 63-Jährigen die stressigste Zeit des Jahres: Weihnachtsbaum im Garten der Gemeinde fällen, ihn aufstellen, Kirchenraum putzen, Kirchenraum schmücken, Lieder anschreiben. Das gehörte seit fast drei Dutzend Jahren an 34 Weihnachten zu den Aufgaben des gelernten Installateurs.

„Flächenmäßig ist unsere Gemeinde die größte von Frankfurt“, sagt er. „Es gehört ja noch der Kindergarten dazu.“ Einkäufe erledigen, Glühbirnen wechseln, Heizungen überprüfen, Hecken schneiden, Rasen mähen. Für all diese Tätigkeiten ist der Küster einer Gemeinde zuständig. Im Herbst mache besonders das Laub auf dem teils bewaldeten Kirchengrundstück viel Arbeit. „Aber meine Arbeit macht mir auch Spaß“, betont der Seckbacher, der viele Jahre in der Dienstwohnung der Gemeinde gelebt hatte.

Einmal, so steht es im Gemeindebrief, habe er einen verschlafenen Pfarrer aus dem Bett holen müssen. Das war in den Neunzigern. „Bis der Pfarrer kam, habe ich die Glocken eine halbe Stunde einfach weiter läuten lassen“, erzählt er.

Richtig schief gegangen sei in all den Jahren aber selten etwas. „Manchmal ist es passiert, dass die angeschriebene Seite aus dem Gesangsbuch einen Zahlendreher hatte.“ Das habe meist erst für Verwirrung, dann für Erheiterung bei den Kirchenbesuchern gesorgt. „Einmal habe ich Wein und Saft vertauscht“, erzählt er. „Aber das ist zum Glück sofort aufgefallen.“

Rund 1500 Mal bereitete Kartmann die Marienkirche für Trauungen, Trauerfeiern, Taufen und regelmäßige Gottestdienste vor. „Ich habe immer geschaut, dass ich das meiste am Vortag erledige.“ Dann reiche es, wenn er Sonntag morgens um kurz vor neun vor Ort sei.

„Ich muss immer etwas tun“, sagt der gebürtige Siebenbürgener von sich selbst. Seinen Ruhestand wird deshalb kaum ruhig verlaufen. „Ich habe vier Enkel, und meine Mutter braucht Pflege.“ Außerdem wolle er mehr Zeit in Spanien verbringen, wo seine Familie ein Ferienhaus hat. „Langweilig wird mir sicher nicht.“ Da er nicht nur Küster, sondern auch Mitglied der Mariengemeinde ist, wird er dort weiterhin anzutreffen sein.

Die Kirchengemeinde sucht ab Februar einen neuen Küster, der Erfahrung in einem handwerklichen Beruf mitbringt und Kirchenmitglied ist. Es besteht die Möglichkeit, dass sich mehrere Personen die Stelle teilen, die Reinigungs- oder die Gartenarbeit ausgegliedert werden.

Bewerbungengehen an Pfarrerin Ute Pietsch. Die Gemeinde ist unter Telefon 473141 erreichbar oder per Mail: Mariengemeinde@ t-online.de.

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