Die Meckerer beim Frankfurter Fastnachtszug in der vergangenen Saison. Foto: Michael Schick
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Die Meckerer beim Frankfurter Fastnachtszug in der vergangenen Saison.

Frankfurt-Seckbach

In Seckbach meckern die Einhörner

  • vonJanis Berling
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Mottositzung der „Meckerer“ steht im Zeichen von Fantasy. Der Club feiert sein 70jähriges.

Für Seckbacher Jecken gehört der erste Samstag im Februar zu den Hochfeiertagen im Karneval, denn dann laden die Meckerer zu ihrer ersten Mottositzung der noch jungen fünften Jahreszeit. Bereits seit 70 Jahren gibt es den kleinen, aber herzlichen Verein und beinahe ebenso lange die traditionsreiche Sitzung.

Ganz im Zeichen des diesjährigen Mottos „Fantasy“ ist die Turnhalle des Turnverein Seckbach, an den der Karnevalsverein angeschlossen ist, geschmückt. Die Wände sind bedeckt von Efeuranken; Drachen, Einhörner und Feen schweben als Luftballons durch den Raum. Von der Bühne grüßt Professor Dumbledore als Moderator, in erstaunlich buchgetreuer Verkleidung.

„Das Motto dieses Jahr haben sich unsere jungen Mitglieder ausgedacht“, erzählt Silke Schubert, die zweite Vorsitzende des Vereins. Es zeichnet den kleinen Verein aus, dass er junge und ältere Seckbacher verbindet. „Unsere Cocktailmixerin an der Theke ist zum Beispiel 80 Jahre alt“, erzählt Schubert.

Fast pünktlich um 19.11 Uhr beginnt der Einmarsch durch die Bänke auf die Bühne. Begrüßt werden die Karnevalisten von einem zweifachen „Frankfurt Helau“, und dem anschließenden ortstypischen „Frankfurt Meck Meck“. An den Ausruf muss sich auch das zum Besuch erschienene Prinzenpaar noch gewöhnen, doch Ihre Majestäten meistern die Herausforderung galant.

Das Männerballett ist tapsig

Es beginnt eine fröhliche Veranstaltung, die sogar Nichtkarnevalisten mitreißt. Vor allem die verschiedenen Tanzgruppen der Vereins wissen zu begeistern, trotz mehrerer kurzfristigen Ausfälle durch eine Grippewelle. Mit donnernden Applaus und johlenden Pfiffen werden die jungen Tänzerinnen der Sternschnuppen- und Sternchengarde angefeuert, während sie eine Polka oder einen Marsch tanzen.

Nicht ganz so elegant, aber bemüht, bringt die Ebblergarde ihren futuristischen Tanz auf die Bühne. Das Männerballett ist allerdings auch altersmäßig ihren jungen Kolleginnen unterlegen, das älteste Mitglied ist stolze 72 Jahre. Dem Publikum gefällt es trotzdem. Abgerundet werden die Tanzeinlagen durch kabarettistische und komödiantische Einlagen, ebenfalls durchgeführt von Vereinsmitgliedern.

Viele der anwesenden Karnevalisten sind Stammgäste. „Wir sind seit fünf Jahren jedes Mal dabei“, erzählt Renate Löchner, die mit ihrem Mann Wolfgang in erster Reihe sitzt. Das Fastnachtsjahr hat für die bekennende Karnevalistin bereits am 11.11. mit der Ratshauserstürmung in Seckbach begonnen. Für viele Gäste ist die Sitzung eine familiäre Veranstaltung. „Ich treffe viele Freunde hier“, erzählt Sonja, eine weitere Besucherin. Ihre kleine Tochter tanzt im Verein, ist aber noch zu jung, um auf der Sitzung aufzutreten.

Auch Silke Schubert kam über ihren Mann und die Kinder. „Ich mag die familiäre Atmosphäre hier“, erzählt die Seckbacherin. „Deshalb macht es auch so viel Spaß als Vorsitzende und ist auch gar nicht so stressig, wie man vielleicht denkt. Gerade an Tagen wie heute, wo alles funktioniert.“ In der weiteren Fastnachtszeit haben die Meckerer noch einiges vor. Unter anderen eine Sitzung für Senioren sowie eine Kindersitzung, ehe es am Karnevalssonntag zum großen Fastnachtsumzug geht.

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