Fastenzeit

Sechs Wochen Fasten für die Umwelt

Die Zeit der Enthaltsamkeit beginnt. Und die  Christen verzichten in den kommenden Wochen nicht nur auf Süßes und Alkohol.

Einfach mal das Auto gegen ein Bahnticket tauschen oder gänzlich auf Plastik verzichten? 40 Tage ohne Alkohol oder die Lieblingsschokolade? Heute beginnt mit dem Aschermittwoch wieder die Fastenzeit. Diese Zeit soll an das Fasten Jesu Christi in der Wüste erinnern. Bis Ostern verzichten Christen sieben Wochen lang und bereiten sich auf Ostern vor. „Alle Menschen, ob christlichen Glaubens oder nicht, können diese sieben Wochen dafür nutzen, sich eine Pause zu gönnen und durchzuatmen“, sagt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker (CDU).

In dieser Zeit bieten Gemeinden und Kirchen besondere Passionsandachten an. „Sieben Wochen ohne Lügen“ – unter diesem Motto laden evangelische Kirchen aus ganz Deutschland zur Achtsamkeit ein. In Frankfurt veranstaltet die Alte Nikolaikirche am Römerberg jeden Mittwochmorgen um 7 Uhr eine halbstündige Andacht. Die Andachten in der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Niederrad, mittwochs um 18 Uhr bis zum 3. April, drehen sich um das Stichwort „Erdverbunden“. „Es sind deutlich mehr Menschen geworden, die fasten“, sagt Andrea Braunberger-Myers, Pfarrerin der St.-Pauls-Gemeinde. „Gerade Jüngere machen sich Gedanken darüber, was sie für die Zukunft beitragen können.“

Ein Beitrag für die Zukunft ist das „Plastikfasten“. Janina Albrechts aus Offenbach macht vor, wie das geht. Die 31-Jährige versucht, möglichst plastikfrei zu leben. Sie kauft verpackungsfrei ein und stellt Kosmetikartikel wie Sonnencreme und Shampoo selbst her. In der Fastenzeit will sie noch strenger auf Plastik verzichten. „Ich mache das Plastikfasten jetzt im fünften Jahr, in der Zeit bin ich besonders konsequent“, sagt die Designerin.

Nachhaltig ist auch das Autofasten. Hier tauschen die Teilnehmer den eigenen Autoschlüssel für sechs Wochen gegen ein ÖPNV-Ticket ein. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) hat die Aktion mit dem Carsharing-Anbieter „book-n-drive“ ins Leben gerufen. Von „book-n-drive“ bekommen die Gewinner der Auslosung zusätzlich 250 Euro an Carsharing-Guthaben. Die vier Teilnehmer müssen zusätzlich zum Autofasten ihren Verzicht dokumentieren. Sie werden in den nächsten Wochen auf den sozialen Netzwerken über ihre Erlebnisse ohne Auto berichten.

„Man kann das eigene Auto stehen lassen“ soll dabei die Botschaft sein, sagt Nadine Pintner, Marketingbeauftragte für „book-n-drive“. Die Aktion soll im besten Fall Signalwirkung über die Fastenzeit hinaus haben. Pintner erklärt, was weniger Individualverkehr bedeuten würde: bessere Luft und mehr Platz in den Städten.

Eine Chance, noch beim Autofasten mitzumachen, bietet der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV): Dieser verlost fünf Wochen- und fünf Monatstickets. Anmeldeschluss ist der 18. März.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare