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Screening und mehr Forschung für Hessen gefordert

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Von: Yağmur Ekim Çay

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Im Hessischen Landtag wird derzeit über den Doppelhaushalts 2023/2024 diskutiert.
FDP fordert für Hessen eine Strategie gegen die Krankheit © Michael Schick

FDP macht Endometriose zum Thema im Hessischen Landtag. Das Land ist damit Vorreiter.

Endometriose betrifft nicht nur jede zehnte Frau. Ein weiteres Problem ist, dass der Diagnosezeitraum im Durchschnitt mehr als sieben Jahre beträgt“, sagte Wiebke Knell (FDP) Ende September im Landtag. Endometriose komme häufiger als Diabetes Typ 2 vor, dennoch sei sie weniger bekannt. Knell fordert für Hessen eine Strategie gegen die Krankheit, unter anderem mehr Geld zur Erforschung, bessere Behandlungsmöglichkeiten, ein umfassendes Screening bei den Frauenärzt:innen und eine Anerkennung als Volkskrankheit.

„Wir haben uns sehr gefreut“, sagt Anja Moritz von der Endometriose-Vereinigung Deutschland, die seit 1996 für eine Aufklärung und Information über Endometriose kämpft sowie Beratung anbietet. Es sei das erste mal, dass man in einem Landesparlament in Deutschland über Endometriose so diskutiere.

„Ich sehe es tatsächlich als notwendig an, hier eine nationale Strategie zu fahren; aber das sollten Sie bitte auch Ihrer Bundestagsfraktion mitteilen, damit sie sich auf den Weg macht und den Gesundheitsminister dafür begeistert“, kritisierte Christiane Böhm (Die Linke).

„Wir arbeiten in Hessen bereits intensiv an diesem Thema. Es gibt an den universitätsmedizinischen Standorten zertifizierte Endometriosezentren“, sagte Kai Klose, Minister für Soziales und Integration. Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Frankfurt verfüge über ein zertifiziertes Endometriosezentrum. Hessen sei in der Endometrioseforschung durchaus sehr aktiv. Doch das solle das Land nicht davon abhalten, noch besser werden zu wollen.

Zum bundesweiten Tag der Endometriose am 29. September stellte die Endometriose-Vereinigung zum ersten Mal ihre Forderungen an die Bundestagsabgeordneten der Regierungskoalition vor. „Wir brauchen ein bundesweites Förderprogramm zur Erforschung der Endometriose, aber auch zu neuen Diagnoseverfahren und Behandlungsmöglichkeiten“, sagte Anja Moritz. „Ebenfalls brauchen wir eine bundesweite Aufklärungskampagne über Menstruationsschmerzen und Endometriose, nicht nur in Schulen, sondern auch im Medizinstudium,“ Oft seien Ärzt:innen nur wenig über die Krankheit und ihre Erscheinungsformen informiert, weil sie in ihrem Studium nichts darüber erführen.

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