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Schweizer Straßenfest: Stadt bedauert Aus für Sonntagsshopping

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Von: Stefanie Wehr, Christoph Manus

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2018 sorgte auf der Bühne am Schweizer Platz abends die Gruppe Klangfabrik für Stimmung. Rolf Oeser
Vor Corona war es immer richtig voll auf dem Schweizer Straßenfest in Sachsenhausen. Jetzt werden etwa 200.000 Besucher erwartet, © Rolf Oeser

Die Stadt Frankfurt geht nicht gegen die Gerichtsentscheidung gegen einen verkaufsoffenen Sonntag beim Schweizer Straßenfest vor. Sie hatte auf eine „unbürokratische Lösung“ gehofft.

Beim Schweizer Straßenfest in Sachsenhausen, das an diesem Wochenende (9. und 10. Juli) 200 000 Besucher:innen anziehen könnte, wird es endgültig keinen verkaufsoffenen Sonntag geben. Die Stadt Frankfurt legt keinen Widerspruch gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Frankfurt ein, das die Ladenöffnung am Donnerstag auf Eilantrag der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die für die „Allianz für den freien Sonntag“ klagte, verboten hatte. „Die Stadt wird aus rechtlichen Gründen diese Entscheidung akzeptieren“, teilte die Frankfurter Dezernentin für Wirtschaft und Recht, Stephanie Wüst (FDP), am Freitag auf Anfrage mit.

Frankfurter Stadträtin Wüst begründet Fristversäumung für Sonntagsöffnung mit Corona-Pandemie

Die Stadträtin nennt das Aus für den verkaufsoffenen Sonntag bitter. „Insbesondere nach den coronabedingten Einschnitten wäre es für Einzelhandel und Gewerbe wichtig gewesen, im Rahmen des Schweizer Straßenfestes ihre Läden zu öffnen“, sagt sie. Wüst räumt ein, dass die Stadt die Allgemeinverfügung für den verkaufsoffenen Sonntag zu spät veröffentlicht hat. Die Frist einzuhalten, sei nicht möglich gewesen, weil die Planung des Straßenfests erst nach Wegfall der Corona-Beschränkungen möglich gewesen sei. Die Stadt habe versucht, eine unbürokratische Lösung zu finden. „Leider war das Gericht nicht bereit diesen Weg zu gehen und bestand auf der Einhaltung der Dreimonatsfrist.“

Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Straße, die das Fest organisiert, bedauert die Entscheidung in einer E-Mail an die Mitgliedsunternehmen. Für das kommende Jahr will sie einen erneuten Anlauf nehmen.

Viele Geschäftsleute sind enttäuscht. Cordula Fanger, Inhaberin von „Schmidts Papeterie“ ist sauer. „Es ist ja nicht das erste Schweizer Straßenfest, der Termin stand lange fest. Warum es nicht gelungen ist, den verkaufsoffenen Sonntag einzurichten, ist mir unverständlich.“ Viele Geschäfte hätten gerne am Sonntag aufgemacht, um sich neuen Kund:innen vorzustellen, sagt Konstantin Ioannidis von „Schuhe Jordan“. Anja Merschner von „Wäsche Köhler“ hingegen ist nicht traurig. „Wir wollten ohnehin nicht aufmachen“, sagt sie. „Das Schweizer Straßenfest ist für uns zu vornehm geworden, es ist kein Straßenfest mehr.“

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