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Schweineartig entzückender Nachwuchs im Frankfurter Zoo

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Von: Thomas Stillbauer

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Mbali, hingebungsvoll ruhend am Fuße der Frau Mama, in der Wurfbox.
Mbali, hingebungsvoll ruhend am Fuße der Frau Mama, in der Wurfbox. © Zoo Frankfurt

Im Zoo ist das Erdferkel Mbali geboren worden, bleibt aber vorerst bei Mama daheim. Es gibt aber die Chance auf Bewegtbilder - wenn es sich bewegt.

Wenn es um Ferkeleien geht, war Frankfurt stets vorne mit dabei, auch im Zoo, und dort mit wachsender Begeisterung. Unvergessen die Zeit, als die versammelte Presse im Stockdunkeln durchs Nachttierhaus geführt wurde, weil dort ein Exemplar der Gattung Orycteropus afer geboren worden war, und niemand so recht wusste, wen er soeben rempelte, auf wessen Fuß er gerade stand. Bitte? Aber nein, die Ferkeleien spielten sich ausschließlich hinter der Glasscheibe ab, denn dort lebt es ja, Orycteropus afer, das Erdferkel.

Und zwar mittlerweile in der soundsovielten Generation. Seit 1962 gingen sage und schreibe 35 Erdferkel in Frankfurt in Betrieb, weitaus mehr als beispielsweise Oberbürgermeisterinnen und -meister (nur 20 – seit 1868).

Das jüngste Ferkelchen ist ein Mädchen, heißt Mbali und schon ein einziges Foto (siehe oben) genügt, um völlig in Verzückung zu geraten, ähnlich wie einst bei den Fußballkünsten ihrer Fast-Namensvetterin Célia Okoyino da Mbabi oder kürzlich eines gewissen Mbappé.

Aber das nur am Rande. Viel mehr als das Foto gibt es zurzeit leider nicht zu sehen, denn Mbali, am 22. Dezember geboren, bleibt wie alle kleinen Erdferkel erst mal ungefähr sechs Wochen mit Mama Ermine (14) in der Wurfbox. Keine Angst, geworfen wird da nichts (außer kleinen Erdferkeln). Für Ermine war es schon der sechste Wurf. Vater ist Irmo (20). Ein Monitor überträgt aber Livebilder aus der Box.

Erdferkel seien „ein Highlight der großen Nachtabteilung im Grzimekhaus“, freut sich Ina Hartwig (SPD), die Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. In Deutschland gebe es die urtümlichen Säugetiere sonst nur in den Zoos von Berlin, Halle, Köln und Saarbrücken zu sehen.

Exklusive Röhrenzähner

Warum eigentlich „Ferkel“? Wegen der „schweineartigen Rüsselscheibe am Ende ihrer langen Schnauze“, erläutert der Zoo etwas uncharmant, mit deren Hilfe sie vor allem Ameisen und Termiten aufspüren. Verwandt seien sie aber nicht mit den Schweinen (und ebensowenig mit Ameisenbären, auch wenn Fernsehstar Elise fälschlich zu ihnen gezählt wurde). Erdferkel sind vielmehr „die einzigen Vertreter der Ordnung der Röhrenzähner“.

Und wegen ihrer nachtaktiven Lebensweise selten in Zoos zu sehen, sagt Zoodirektorin Christina Geiger. Apropos Fernsehstar: Weithin berühmt war das Frankfurter Erdferkel Elvis, dem es in seiner Anlage zu langweilig war – Elvis durfte in der Küche mithelfen, was ihm zu einigem Ruhm in Zoo-Dokus verhalf, ehe er 2018 mit stolzen 24 Jahren dahinschied.

Ursprünglich leben Erdferkel in Savannen, im Regenwald- und in Buschlandgebieten südlich der Sahara. Auch wenn ihnen der Mensch wie fast allen Tieren den Lebensraum streitig macht, werden sie von der Weltnaturschutzunion dort noch nicht als gefährdet eingestuft. Und in Frankfurt schon gar nicht.

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