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Schweigemarsch blockiert

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Von: Hanning Voigts

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Polizisten haben in Frankfurt Gegendemonstranten von einer Veranstaltung der Vereinigung Freie Wähler Frankfurt getrennt.
Polizisten haben in Frankfurt Gegendemonstranten von einer Veranstaltung der Vereinigung Freie Wähler Frankfurt getrennt. © dpa

Die Freien Wähler im Römer hatten für Samstag zu einem Schweigemarsch für die Opfer des Terroranschlages auf die Pariser Satirezeitung Charlie Hebdo aufgerufen. 60 Teilnehmer kamen, rund 300 Gegendemonstranten blockierten allerdings die Route.

Ein von den Freien Wählern im Römer angemeldeter Schweigemarsch für die Opfer des Terroranschlages auf die Pariser Satirezeitung Charlie Hebdo musste am Samstag wegen massiver Proteste in eine stationäre Kundgebung umgewandelt werden. Gegen 14 Uhr hatten sich rund 60 Teilnehmer mit deutschen, französischen und israelischen Fahnen an der Hauptwache versammelt, unter ihnen Wolfgang Hübner, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Römer. Außerdem waren rund 300 überwiegend linke Gegendemonstranten gekommen, um gegen den Trauermarsch zu protestieren - Hübner ist in Frankfurt seit Jahren als Rechtsaußen bekannt und hatte sich zuletzt an den islamfeindlichen Pegida-Demonstrationen in Dresden beteiligt.

Wegen der Gegendemonstranten, die den Freien Wählern auf Schildern und in lauten Sprechchören Rassismus und eine Instrumentalisierung der Pariser Anschläge vorwarfen, kam der Trauermarsch letztlich nicht in Gang. Es kam zu lauten Wortgefechten zwischen beiden Seiten, den zahlreich eingesetzten Polizisten gelang es nicht, die zeitweise sehr unübersichtliche Lage zu entzerren. Gegen 14.45 Uhr beschlossen die Veranstalter des Trauermarsches daher, eine Kundgebung vor der Katharinenkirche abzuhalten. Die Gegendemonstranten hielten mit Trillerpfeifen und Parolen wie "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda" dagegen. 

"Heuchler, Heuchler!", skandieren die Gegendemonstranten

In einer spontanen Rede beklagte Hübner, ihm und seinen Mitstreitern werde die Ausübung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit verwehrt. "Hier stehen keine Nazis, hier stehen selbstbewusste Bürger, und wir weichen nicht der Gewalt", rief er durch ein Megafon. Im Anschluss hielten die 60 Versammelten eine Schweigeminute für die ermordeten Mitarbeiter von Charlie Hebdo ab, während die Gegendemonstranten immer wieder "Heuchler, Heuchler" skandierten. Danach löste sich die Kundgebung auf.

Zuvor hatten rund 600 Menschen auf Einladung des Römerbergbündnisses vor dem Gewerkschaftshaus ihr Entsetzen über die Anschläge geäußert und für Demokratie und Pressefreiheit demonstriert. In Reden hatten unter anderen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und der Frankfurter DGB-Vorsitzende Harald Fiedler alle Bürger dazu aufgerufen, gegen Terror, Gewalt und Antisemitismus zusammenzustehen.

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