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Patricia und Jörg Wieseke im Lagerraum der Fleischerei.

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Schwanheimer Unternehmen beklagen sich über fehlendes Personal und Parkplätze

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Die Wirtschaftsförderung besucht Betriebe vor Ort und hört sich deren Probleme an. Stadtrat Markus Frank (CDU) verspricht Lösungen.

Wir verraten auch keinem, wie schön es in ihrem Schwanheim ist.“ Damit verabschiedet sich Stadtrat Markus Frank (CDU) von Elisabeth Schillings-Theißen, Glasmalermeisterin und Inhaberin von Glasmalerei Schillings. „Sonst wollen noch alle Frankfurter hier hin.“

Tatsächlich finden viele, dass es sich bei Schwanheim um einen der idyllischeren Stadtteile Frankfurts handelt. Dass der beschauliche Bezirk neben viel Natur und Kleinstadtflair aber auch viele Firmen mit engagierte Unternehmerinnen und Unternehmern zu bieten hat, zeigt der Wirtschaftstag der Wirtschaftsförderung Frankfurt. Die Aktion findet zweimal im Jahr in abwechselnden Stadtteilen statt, in Schwanheim zuletzt vor 14 Jahren. Sie soll dazu dienen, mittelständischen Unternehmen des Stadtteils mit Politikern und Journalisten zusammen zu bringen und so auf die Anliegen der Unternehmer aufmerksam machen.

Vier Unternehmen öffneten am Freitag ihre Tore für die Öffentlichkeit. Den Anfang macht das Ehepaar Wieseke mit ihrer gleichnamigen Fleischerei. Das Ehepaar betreibt das Geschäft in dritter Generation. Es sei heute nicht mehr einfach, sich als Fleischerei zu halten, sagt Inhaber Jörg Wieseke. Die Kunden brechen weg, in Zeiten großer Supermarkt- und Discounterketten keine Seltenheit. Mehrmals war das Ehepaar kurz vor der Aufgabe des Geschäftes. „Nur dank des Partyservices, den wir zusätzlich betreiben, können wir uns einigermaßen halten.“

Eine weitere Schwierigkeit ist der Personalmangel, der sich wie ein roter Faden durch alle Unternehmen im Stadtteil zieht. „Wir würden gerne Leute einstellen, aber es findet sich einfach keiner“, sagt Wieseke. Nur dank kräftiger Mitarbeit durch die Familie könne sich das Unternehmen halten. Viel Zeit für Erholung oder Zeit mit den Kindern bleibt da nicht.

Die Wirtschaftsförderung unterwegs im Stadtteil.  

Ein Problem ist auch der Parkplatzmangel. Durch den nahen Flughafen werden Plätze oft durch Fluggäste blockiert, die ihre Autos für die Dauer ihrer Reise in den Straßen des Ortes parken. Stadtrat Frank gelobt Besserung: „Wir werden versuchen, mit Halte- und Parkverboten die Situation vor Ort zu entspannen.“

Über Parksituation und Fachkräftemangel klagt auch Max Speck, Inhaber von Bootsbau Speck. Das Familienunternehmen wartet und repariert Boote. Im Winter lagern zudem viele Boote in mehreren Hallen auf dem großen Gelände des Unternehmens. Bis zu 200 Exemplare nimmt Speck jedes Jahr auf, um diese vor dem Frost zu schützen. Selber baut das Unternehmen trotz des Namens keine Boote. „Dafür sind wir zu klein“, sagt Speck.

Das Team ist in der Tat nicht groß. „Wir bilden zwar regelmäßig Bootsbauer aus. Viele Bewerber gibt es aber dennoch nicht“, so Speck. Die Parksituation des Bootsbaus direkt am Mainufer ist ebenfalls angespannt. „Besonders im Sommer blockieren viele Gäste der Wiesen am Ufer unsere Parkplätze.“

Auch bei den restlichen Unternehmen ergeben sich ähnliche Probleme. Patrick Söder, Niederlassungsleiter der Kältetechnik-Firma Rütgers, meint, dass seine Mitarbeiter bei Aufträgen in der Stadt kaum noch Parkplätze finden würden. Elisabeth Schillings-Theißen von der Glasmalerei Schillings hat ihren Laden gegenüber von einem Supermarkt. Dies führt ebenfalls dazu, dass Parkplätze vor ihrem Laden regelmäßig zugeparkt werden.

Die Delegation der Stadt nimmt die Anliegen der Unternehmer geduldig auf. Stadtrat Frank verspricht den Unternehmern, die Themen in der Stadt zu besprechen, um nach einer Lösung zu suchen.

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