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Wildschweine wüten auf dem Grünstreifen in Schwanheim

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Von: Michael Forst

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Den Neupflanzungen auf dem Grünstreifen in der Bahnstraße machten die Tiere den Garaus.
Den Neupflanzungen auf dem Grünstreifen in der Bahnstraße machten die Tiere den Garaus. © Maik Reuß

Spur der Verwüstung in der Bahnstraße. Vor dem Frühjahr soll es keine neue Pflanzung geben.

Sie leisteten ganze Arbeit und waren mit großem Appetit bei der Sache: Eine unbekannte Zahl von Wildschweinen hat auf einem Grünstreifen an der Schwanheimer Bahnstraße eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Wo vorher frisch gesäter Rasen und zarte Rosenpflanzungen waren, blieb zum Schrecken vieler Menschen nur umgepflügte Erde zurück. Auch auf Grünflächen in anliegenden Seitenstraßen hatten die Tiere wohl in der Nacht auf den Mittwoch vergangener Woche gewütet.

„Es handelt sich bei der Fläche um Straßenbegleitgrün, hauptsächlich Rasen“, bestätigt Sandra Rosenkranz vom Grünflächenamt. Die Wiederherstellung werde derzeit geprüft, so die Grünflächenamt-Sprecherin. Und schränkt ein: „Vor dem Frühjahr wird jedoch keine neue Pflanzung erfolgen.“

Schwanheimer Bürger:innen, vor allem die mit einem Kleingarten, klagen seit langem über nächtliche Besuche der ungebetenen Gäste. Ihr Eindruck: Begegnungen dieser Art werden immer häufiger.

Dafür hat Sandra Rosenkranz eine Erklärung: „In den vergangenen Jahren haben Eichen und Buchen sehr viele Samen abgeworfen. Dies hat zu einem sehr guten Ernährungszustand und somit zu viel Nachwuchs bei den Wildschweinen geführt.“ In diesem Jahr sei die so genannte Mast bei besagten Bäumen allerdings fast völlig ausgeblieben, wie sie beschreibt. „Die Wildschweine dringen vermehrt auf Nahrungssuche in die stadtnahen Bereiche vor, wo sie auf Grünflächen nach Insekten suchen. Aber auch Essensreste sind ihnen willkommen.“

Was können Bürger und Bürgerinnen dagegen tun? „Unser Stadtforstamt rät, Lebensmittel ordnungsgemäß in den Mülltonnen zu entsorgen und nicht achtlos wegzuwerfen oder gar die Wildschweine anzufüttern“, antwortet Rosenkranz. Und was unternimmt die Stadt? Der Frankfurter Stadtwald, erläutert sie, werde von den Förstern des Grünflächenamtes bejagt.

Sie ergänzt: „Doch besagte Flächen wie die Rheinlandstraße oder Gärten liegen außerhalb des Waldes in einem so genannten befriedeten Bezirk. Hier darf nicht gejagt werden.“ Deshalb setze die Untere Jagdbehörde zwei speziell ausgebildete „Stadtjäger“ ein. Deren konkrete Aufgabe: „Die Wildschweine auf den Grünflächen zu erlegen und somit für Abschreckung zu sorgen.“

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