1. Startseite
  2. Frankfurt
  3. Schwanheim

Sly und Co. verzaubern im Kobelt-Zoo

Erstellt:

Kommentare

Von „Mama“ Jaqueline Ällstädt schmecken die Leckereien am besten. Maik Reuss
Von „Mama“ Jaqueline Ällstädt schmecken die Leckereien am besten. Maik Reuss © Maik Reuß

Neues Zuhause für den Waschbären-Nachwuchs / Waldlage hilft gegen die enorme Hitze

Rocket, Sly und Buck steht auf den drei Holzschildchen neben dem Eingang des Stelzenhäuschens im Gehege. Eine Klettertreppe führt dort hinauf, ein zweiter Weg führt über ein dickes rotes Seil, das um einen der Pfähle geschlungen ist und auf dem Vorsprung des Häuschens wartet eine Motorikschleife mit bunten Holzelementen auf neugierige Benutzer. Bald dürfen hier, im Schwanheimer Kobelt-Zoo, drei neue Waschbären einziehen. Dem Pavillon, der den zweiten Teil des Geheges bildet, fehlt aber aktuell noch das Dach.

Die Helfer nutzen den Samstag, um das zu ändern und sind bereits vormittags am Werkeln. Der Zoo wird ehrenamtlich betrieben und ist auf die Freiwilligen angewiesen, die auf dem Gelände mit anpacken oder sich um die Tiere kümmern.

Solange am Waschbär-Heim noch geschraubt wird, sind seine zukünftigen Bewohner am anderen Ende des Zoos untergebracht. Dort steht in einem Verschlag aus Hasendraht Jacqueline Allstädt – einen Waschbär hat sie auf dem Arm, die anderen beiden streichen ihr um die Füße. Die Pflege der flauschigen Tierchen mit den schwarzen Augenmasken ist ihre Aufgabe. „Das ist Sly“, stellt sie das Tier auf dem Arm vor. Er sei der liebe und verschmuste unter den dreien, erzählt sie.

Benannt ist er nach Sylvester Stallone. Rocket, das zweite Tier, hat seinen Namen von dem sprechenden Waschbären des Superhelden-Teams „Guardians of the Galaxy“ und der Wiesel Buck aus der Animationsfilmreihe „Ice Age“ stand Pate für den dritten Waschbär.

Jeder der drei habe einen ganz eigenen Charakter, sagt Allstädt: „Buck ist der clevere und erkundet gerne, Rocket ist etwas wilder und dominant.“ Deshalb glaube sie auch, dass sich Rocket zum Chef des Trios entwickeln werde.

Gerade einmal elf Wochen sind die Waschbären alt. Bekommen hat der Kobelt-Zoo die Tiere über eine Tierklinik. Die Mutter wurde auf einer Bundesstraße bei Wiesbaden-Bierstadt von einem Auto überfahren. Der Fahrer hatte jedoch angehalten und die drei Kinder in die Klinik gebracht, die dann Pflege und ein neues zu Hause brauchten.

So sind Rocket, Sly und Buck bei Allstädt gelandet, die die Tiere zunächst vier Wochen lang zu Hause mit der Flasche aufzog. „Die wurden dann schnell agil, und dann ging das zu Hause nicht mehr“, erzählt sie weiter. Seit sie in ihr Übergangsgehege gezogen sind und auf die Fertigstellung ihrer Unterkunft warten, kommt Allstädt dreimal am Tag in den Zoo, um die Tiere zu füttern.

„Eigentlich bin ich noch viel mehr hier, weil ich mich nicht von ihnen trennen kann“, sagt die ehemalige Friseurin, die seit dem Berufsaustritt ihre ganze Freizeit nutzt, um sich um die Tiere im Kobelt-Zoo und jetzt besonders um die Waschbären zu kümmern. Die Bindung zu den dreien sei sogar inniger als zu ihrem Hund, gesteht sie.

Bei den derzeitigen Temperaturen sieht Allstädt auch einen Vorteil darin, viel Zeit auf dem Zoo-Gelände zu verbringen: „Die Waldlage macht sich deutlich bemerkbar“, so die Tierfreundin. Dadurch fühlen sich bei der Hitze auch die Tiere wohl, die alle Schatten in ihren Gehegen finden.

Zwar muss das Wasser häufiger gewechselt werden, aber inzwischen sind überall Wasseranschlüsse verlegt. „Zum Glück müssen wir nicht mehr mit Gießkannen rumlaufen“, sagt Allstädt. Das mache es leichter.

Wenn es besonders heiß ist, bekommen die Tiere auch Duschbäder, erzählt Nanny Brodmann, die sich auch im Zoo engagiert. Dann werden sie kurzerhand mit dem Schlauch abgespritzt. Besonders den Schildkröten gefalle das. Die Nasenbären hingegen mögen „Eisbomben“ – das sind in Wasser eingefrorene Früchte, die sie schleckend und knabbernd aus dem Eis befreien können.

Auch interessant

Kommentare