Die Stadt hat das Schwanheimer Ufer schön hergerichtet. Jetzt fehlt nur noch der Fußgängerüberweg über die Schwanheimer Uferstraße. Dort endet der schmucke Pfad. Foto: Christoph Boeckheler
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Die Stadt hat das Schwanheimer Ufer schön hergerichtet. Jetzt fehlt nur noch der Fußgängerüberweg über die Schwanheimer Uferstraße. Dort endet der schmucke Pfad.  

Schwanheim

Sicher über die Schwanheimer Uferstraße

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Arbeiten für einen Überweg auf Höhe der Hänggasse in Frankfurt-Schwanheim sollen in der zweiten Jahreshälfte erfolgen. Derzeit endet der Pfad an der vielbefahrenen Straße.

Meriam Mamen wundert sich. Die Spaziergängerin erkundet das Schwanheimer Mainufer. Eigentlich gefällt ihr gut, was sie dort findet. 2014 hatte die Stadt angekündigt, den Stadtteil näher ans Wasser rücken zu wollen. Symbolisch versteht sich. Das sollte über eine Aufwertung des Ufers geschehen. Neue Wege, frisches Grün.

Im Sommer 2019 hat die Stadt den parkähnlichen, 2,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Schwanheimer Unterfeld und Griesheimer Schleuse dann offiziell eröffnet. Die rund eine Million Euro schienen gut angelegt. Eine „fantastische Meile“ sei entstanden, lobte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und nahm beschwingt auf einer der 34 neuen Bänke Platz.

Nur ein Detail fehlte da noch. Der zusätzliche Weg über die viel befahrene Uferstraße. Auf Höhe der Hänggasse sollte eigentlich eine Ampelanlage Fußgängern helfen, sicher über die Trasse zu kommen. Dort steht nun Frau Mamen und wundert sich.

Ein ausgebauter Weg hat sie an die Stelle geführt, vor der Straße endet er recht verlegen. Eine Ampel ist weit und breit nicht zu sehen, ganz zu schweigen von einer Verkehrsinsel oder wenigstens einer Markierung, die den Schritt leiten würde. „Die Schwanheimer fragen sich, ob die Idee stillschweigend ad acta gelegt worden ist“, sagt Meriam Mamen.

Ist sie nicht. Das sagt Ilona Klimroth, die im Stadtteil wohnt und für die CDU im Ortsbeirat 6 tätig ist. Die Verzögerung hat auch nichts mit der Corona-Krise zu tun. Die Stadt hat nur noch keine Firma gefunden, die den Überweg zu einem vernünftigen Preis bauen würde. „Alles ist vorbereitet“, sagt Klimroth, „die Kabel liegen im Boden“. Nur tut sich halt nichts.

Sie weiß das, weil sehr oft Spaziergängerinnen und Wandersleute bei ihr nachfragen, was sich denn tue. Und dann fragt Klimroth beim Amt nach. Immer mal wieder. „Das ist schlecht für die Leute mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl“, sagt Klimroth. Die müssen, wenn sie nicht über die Brücke wollen, erst einmal ganz nach Westen zum nächsten Überweg. Und dann um den ganzen Friedhof herum. „Wobei es da sehr schön ist“, findet Klimroth, „alles ist neu gemacht“. Es ist halt ein Umweg.

Zweimal hat das Amt die Arbeiten bereits ausgeschrieben. Derzeit läuft der dritte Versuch. Die Planer sind zuversichtlich. „Wir hoffen, dass es in der zweiten Jahreshälfte losgeht“, sagt Simone Jacobs vom Grünflächenamt. Meriam Mamen hört es gerne. „Man darf also noch hoffen“, sagt sie.

Nicht alle hoffen allerdings auf den Bau des Überwegs. Michael Wanka, SPD-Mann aus dem Ortsbeirat, ist gar ein erklärter Gegner. Zumindest an der Stelle ergebe eine Ampel keinen Sinn. Die Uferstraße soll ja den Ortskern entlasten, ist eine Umgehungsstraße. Den Effekt mache die Stadt mit einem Überweg zunichte. Zudem werde der Verkehr sich da stauen, prophezeit er. Was die Nachbarn mit zusätzlichen Abgasen belaste. Noch dazu sei die Hänggasse abschüssig und somit gar nicht geeignet für einen barrierefreien Ausbau. Eine Möglichkeit für eine Querung hätte er eher an der Rheinlandstraße gesehen.

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