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Mit wehenden Schlappohren ins Ziel: Der Deutsche Teckelklub lädt jedes Jahr zum legendären Dackelrennen an die Stöppelschneise in den Schwanheimer Wald.

Schwanheim

Dackelrennen des Deutschen Teckelklubs in Schwanheim 

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Beim traditionellen Dackelrennen des Deutschen Teckelklubs schneiden vor allem erfahrene Tiere gut ab. Das beweist das jährliche Sommerfest des Klubs am Schwanheimer Wald.

Mit traurigen Augen schaut Kaarlo um sich. „Das kann er gut“, sagt sein Herrchen Stefan Rojczyk. Er bezweifelt, dass sein Vierbeiner wirklich traurig über den Verlauf des Dackelrennens ist. Trotzdem streichelt er das glatte Fell seines Rauhaartieres und versucht ihn zu trösten.

Am Samstag hat die Frankfurter Gruppe des „Deutschen Teckelklubs“ in den Schwanheimer Wald zum Sommerfest mit traditionellem Dackelrennen eingeladen. Während auch beim benachbarten Hundeverein gefeiert wird und Fotos mit Vierbeinern verschiedener Rassen und Größen gemacht werden, stehen nebenan ausschließlich die Jagdhunde mit den kurzen Beinen im Mittelpunkt.

Kaarlo hat sich bei seinem ersten Rennen seines noch jungen Dackel-Lebens nicht gerade mit Ruhm bekleckert – und dass, obwohl er laut Herrchen nach Karl dem Großen in der finnischen Schreibweise benannt ist. Statt nach dem Startsignal auf einer der beiden mit Plastikplanen abgetrennten Bahnen loszulaufen, blieb der einjährige Rüde wie angewurzelt stehen. Sein Kontrahent indes eilte ruckzuck mit wehenden Schlappohren gen Ziel davon. Kaarlo setzte sich erst nach einigen Momenten in Bewegung, schlug aber die Laufbahn seines Gegners ein. Da half auch kein wohlmeinendes Kommando seines Frauchens Barbara Becker-Rojczyk, die vergeblich an der Ziellinie versuchte, ihrem Hund den schnellsten Weg zu weisen.

„Wir wussten gar nicht, wie es geht und die anderen haben bestimmt alle trainiert“, sagt die 65-Jährige. Ihr Mann Stefan Rojczyk findet das Ganze gar nicht so schlimm: „Das ist überhaupt keine Katastrophe“, sagt er.

Kaarlo bereichert noch nicht so lange das Leben des Ehepaars. Erst mit Eintritt in den Ruhestand hätten sie sich ihren Kindheitswunsch erfüllt und den Dackel zugelegt. Vor wenigen Monaten seien sie dann in den Schwanheimer Dackelklub eingetreten. „Hier soll er sich mit seinen Kumpels amüsieren“, findet Kaarlos 66-jähriges Herrchen.

„Das Dackel-Rennen soll eine Gaudi für alle sein“, sagt Walter Grimm, Vorsitzender des Vereins. Er notiert die antretenden Paare auf einer Tafel. Es habe schon Hunde gegeben, die spazieren gegangen seien statt loszuspurten.

28 Tiere sind in diesem Jahr in den Kategorien „Dackel-Mix“, „Standard“ sowie „Zwergdackel“ angetreten. Die Sieger der Kategorie Zwergdackel bekämen die größten Pokale, berichtet Grimm. „Die sind dreimal so groß wie der Hund“, sagt der 78-Jährige und lacht. Entscheidend für den Rennverlauf sei, wie die Hunde auf ihre Halter eingestimmt seien.

Rauhaardackel Benni kennt den Teckelklub von klein auf. Der neun Jahre alte Hund ist schon zu zahlreichen Rennen angetreten. „Als Gentleman ist er gegen ein Mädchen ausgeschieden“, sagt seine Besitzerin Gaby Ackermann, die ihn krault. Insgesamt habe er damit ein Rennen gewonnen und eins verloren. „Hunde haben hier ihre Freiheit“, lobt die 65-Jährige den Verein und blickt über das Gelände, das sich unter hohen Bäumen erstreckt und durch Jägerzäune vom Schwanheimer Wald abtrennt. Ob beim Agility-Hindernis-Training oder beim Spaß im Planschbecken bei sommerlichen Temperaturen: Die Hunde bekämen einiges geboten. Und wenn sie beim Rennen eben nicht laufen wollten, müssten sie es auch nicht tun.

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