Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das Heimatmuseum im Schwanheimer Ortskern wird umgebaut. Vorsitzende Agnes Rummeleit hat mit Vereinsmitgliedern vorsorglich die Exponate aus den Vitrinen geräumt. Foto: Monika Müller
+
Das Heimatmuseum im Schwanheimer Ortskern wird umgebaut. Vorsitzende Agnes Rummeleit hat mit Vereinsmitgliedern vorsorglich die Exponate aus den Vitrinen geräumt.

Schwanheim

Schwanheim: Mehr Platz für Vereine

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
    schließen

Große Umbauarbeiten im Kobelt-Haus: Der Sitz des Heimatmuseums erhält Aufzug, barrierefreie Toilette und einen Versammlungsraum.

Während Agnes Rummeleit im ersten Stock des Wilhelm-Kobelt-Hauses steht, wird im Hintergrund gebohrt und gesägt. Dazu kommt der coronabedingte Mindestabstand und die Mund-Nase-Bedeckung. Da fällt es schwer, die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Schwanheim zu verstehen, wenn sie von den Umbauarbeiten berichtet.

Da das zwischen 1827 und 1832 errichtete frühere Schulgebäude in der Straße Alt-Schwanheim nicht unterkellert ist, herrscht große Feuchtigkeit und starker Schimmelbefall. Die Räume müssen trockengelegt werden. Zudem stehen Umbauarbeiten in dem denkmalgeschützten Gebäude an.

Die Stadtteilbücherei, die übergangsweise in einen Container auf den Innenhof gezogen ist, soll künftig nicht mehr über zwei Etagen im Haus reichen, sondern ausschließlich Platz im Erdgeschoss finden, dafür aber vom Vorder- bis ins Hinterhaus reichen. Der frei gewordene Raum im Obergeschoss könne dann von Vereinen, dem Vereinsring sowie weiteren Gruppen des Stadtteils als Versammlungsort genutzt werden, berichtet Rummeleit.

Für sie am wichtigsten ist der Einbau eines Aufzuges neben dem Treppenhaus: „Das ist schon schön für viele ältere Mitglieder, weil es für sie besonders anstrengend ist, über die steile Treppe hier hochzukommen“, sagt die 72-Jährige. „Einige Leute kamen immer schnaufend rauf.“

Einem der ältesten Mitglieder, einem 88-Jährigen, habe sie versprochen, dass er nach Fertigstellung als Erster in den Fahrstuhl steigen dürfe. Für den Lift muss die Toilette im ersten Stock weichen, die durch ein barrierefreies WC im Erdgeschoss, direkt neben dem Haupteingang, ersetzt wird.

Die Option, einen gläsernen Aufzug an der Außenfassade anzubringen, sei wegen des Denkmalschutzes verworfen worden, bedauert Rummeleit. Der Raum für Sonderausstellungen des Heimatmuseums, in dem derzeit leere Vitrinen an eine Wand geschoben wurden, wird zugunsten des Aufzuges etwas verkleinert. Auch die Wand eines Büros wird nach hinten versetzt, um so mehr Platz im engen Treppenhaus zu schaffen.

„Das ist ein großes Projekt“, sagt Rummeleit. Ihr ist die Aufregung anzumerken, zumal das Heimatmuseum erst 2008 neu gestaltet worden war. Sie habe sich angewöhnt, bei so umfangreichen Vorhaben auch mal „zwei Nächte drüber zu schlafen“. Dieses Mal seien es sogar einige mehr gewesen, sagt sie. „Letztes Jahr, als die Fußböden rausgerissen wurden, hat es Erschütterungen gegeben. Da macht man sich Gedanken, was alles umfallen kann.“

Sorgen hatte sich die Hobby-Stadtteilforscherin vor allem um ihre Exponate gemacht. Etwa um die archäologischen Funde aus der Früh- und Vorgeschichte bis zur Römerzeit. Ein Blick in die Vitrinen zeigt, dass Tongefäße und andere zerbrechliche Gegenstände in Kartons gelegt, in Papier sowie Plastik eingewickelt und teilweise mit Krepp-Klebeband befestigt wurden.

Verpackt worden seien sie von Vereinsmitgliedern und von dem professionellen Museumsteam, das die Dauerausstellung eingerichtet habe, sagt Rummeleit. Zur Sicherheit habe sie jeden Glasschrank zweimal fotografiert, um Ausstellungsstücke wieder passend anordnen zu können.

Damit während der Bauarbeiten stets jemand vor Ort als Ansprechpartner da ist, wechselt sich Rummeleit mit Vereinsmitgliedern ab. Insgesamt vertraue sie aber den städtischen Verantwortlichen, die den Umbau organisieren, betont sie. Am Ende des Jahres soll die Sanierung laut Günter Murr, Sprecher des Bau- und Immobiliendezernats, beendet sein. „Weil historische Mauerreste gefunden wurden, könnte es auch bis zum kommenden Frühjahr dauern“, sagt er. Der Umbau koste 1,5 Millionen Euro, die die Stadt finanziert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare