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Kundin Vik Heim gehört zu den Stammkunden von Thomas Funks K-Pop Geschäft in Schwanheim. Bild: Maik Reuss
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Kundin Vik Heim gehört zu den Stammkunden von Thomas Funks K-Pop Geschäft in Schwanheim. Bild: Maik Reuss

Schwanheim

Quietschbunte Hasenohren und Panda-Augen

Der ungewöhnliche Shop „Debaek“ auf der Straße Alt-Schwanheim bietet Popkultur aus Korea an. Die meisten Fans des K-Pops sind Mädchen und junge Frauen .

Große Panda-Kulleraugen, quietschbunte Hasenohren, Mini-3-D-Figuren, CDs, Schallplatten und Bücher vom Boden bis zur Decke, beleuchtet in Bonbon-Neonfarben: Wenn Vik Heim aus Gießen nach Frankfurt kommt, führt ihr Weg immer nach Schwanheim. Die 18-Jährige liebt seit ihrer Kindheit K-Pop. K-Pop? Koreanischer Pop. „Gangnam Style“ von Psy hat den Korea-Pop 2012 in die ganze Welt gebracht. Unzählige Teenies stehen auf K-Pop – und in Schwanheim finden sie ihr persönliches Paradies für ihre Lieblings-Boy- und Girls-Groups.

„Ich bin durch meine Oma draufgekommen“, erzählt Vik Heim – und kann gar nicht aufhören, von „BTS“ und „Big Bang“ zu schwärmen. Die beiden Boygroups aus Südkorea brechen weltweit alle Rekorde beim Pop aus Korea. „Meine Oma kommt aus Kasachstan, da ist K-Pop schon ewig hip“, sagt die Schülerin und grinst. „Nach dem Abi will ich auf jeden Fall nach Korea und dann bei einer K-Pop-Firma in Los Angeles arbeiten.“

Da staunt selbst Thomas Funk, der 2012 zunächst einen Online-Handel mit K-Pop-Utensilien aufgemacht hat und drei Jahre später auch „Debaek“, den ersten K-Pop-Laden in Deutschland. Er trägt ein T-Shirt der Boygroup „BTS“, deren kompletter Name „Bangtan Sonyeondan“ eine Kombination aus „kugelsicher“ und „Pfadfinder“ bedeutet. „Meine Tochter, die in die Szene reingewachsen ist, hatte mich auf die Idee gebracht, einen Handel für K-Pop aufzumachen. Ich dachte zuerst, das sei eine Eintagsfliege, aber es ist unfassbar, wie sich die Fanszene entwickelt“, sagt Funk. Er schätzt, dass etwa 80 Prozent der Fans „Girlies“ sind, „aber es kommen auch immer mehr Jungs, weil sie auf die Girl-Groups stehen“.

Thomas Funk hat 2015 seinen Fahrradladen aufgegeben, seine Frau ihren Paket-Shop. Nicht nur die beiden widmen seither ihr Leben den jungen K-Pop-Fans, sondern auch vier fest angestellte Mitarbeiter und fünf Aushilfen. „Wir beliefern nicht nur ganz Deutschland, sondern mittlerweile auch Österreich, Polen und die Niederlande“, erzählt er stolz. Von überall her strömen die Kunden, um sich im Laden zu treffen und fachzusimpeln. „Es gibt ganz viele Fans hier, und wir treffen uns oft in der Stadt zum Tanzen, dann trinken wir Bubble-Tea und danach kommen wir in den Shop“, erzählt Vik Heim.

Aufwendig gestaltete Schallplattenboxen in limitierten Auflagen, Plüschtiere, Shirts, Taschen, Masken, sogar Parfums von jedem einzelnen Sänger sind dabei. Statt Feuerzeuge für Konzerte gibt es Leuchtgeräte mit Bluetooth, die im Takt der Musik ihre Farben wechseln und bunte Muster in die Luft zeichnen. Es gibt nichts, woran die koreanischen Produzenten des Merchandisings nicht denken.

Die Preise sind für Nicht-Fans eher happig. Vik Heim sieht es anders: „Das ist etwas Besonderes. Ich finde die Fotobücher und CDs nicht teuer. Erstens bekommt man sie schwer, und zweitens muss man sie einfach haben.“ Sie lernt Koreanisch, ihre Wände sind voller Poster ihrer Lieblinge. „Wir sind alle eine Familie. Wir geben uns Kraft und Hoffnung, selbst wenn wir uns persönlich gar nicht kennen.“

Als ein K-Pop-Sänger 2018 Selbstmord beging, waren Hunderte Fans vor Funks Laden, legten Blumen, Kerzen und Bilder nieder und sangen. „Die Nachbarn dachten, mir sei etwas passiert“, sagt Funk, der privat auch gerne mal James Brown oder die „Temptations“ hört.

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