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Kein Schutz vor Wildschweinen

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Von: Michael Forst

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Wildschweine kommen seit jeher im Schwanheimer Wald vor.
Wildschweine kommen seit jeher im Schwanheimer Wald vor. © Michael Schick

Der Bau des Zauns zum Schutz vor Wildschweinen am Schwanheimer Spielplatz kommt nur schleppend voran. Bisher können sich die Tiere unter den Zaun durchbuddeln. Das ärgert den Ortsbeirat, der die Arbeiten der Stadt mitfinanziert.

Der Bau des neuen Zauns um den Schwanheimer Waldspielpark schleppt sich seit Monaten dahin. Sehr zum Leidwesen des Ortsbeirates 6 (Frankfurt-West), der dringenden Handlungsbedarf sieht. Daher hatte er den Zaun bereits vor zwei Jahren beim Magistrat beantragt und mit 8000 Euro aus dem eigenen Budget unterstützt. Die Sorge: Wildschweinrotten könnten auf das Spielplatzgelände eindringen, den Park umpflügen und die Besucher:innen gefährden.

Bisher wurde der faulende, marode, alte Zaun erst in Teilen durch eine modernere Stahlkonstruktion ersetzt. Doch auch die, kritisiert der Ortsbeirat, gewährleistet keinen Schutz, da sie nicht bündig mit dem Erdboden montiert ist. Wildschweine haben sich bereits durchgebuddelt.

Nun hat sich die Stadt zu Wort gemeldet. Die Kosten der Arbeiten beliefen sich auf 24 000 Euro, inklusive der Beteiligung des Ortsbeirates. Allerdings habe das Amt nicht genügend Geld, was wiederum zu Bauverzögerungen führe. Deshalb gehe man etappenweise vor: Drei Bauabschnitte seien vorgesehen, der letzte in den kommenden Wochen. Die vom Ortsbeirat kritisierten Mängel seien dem Fachamt bekannt und würden „im Rahmen der Gewährleistung im Zuge der kommenden Maßnahme beseitigt“, heißt es.

Allein gegen die wachsende Population der Schwarzkittel sei man mehr oder weniger machtlos. Die verschafften sich Zugang zum Park, weil „dort aufgrund von Fehlnutzung der Bürgerinnen und Bürger teilweise ein breites Angebot an liegen gelassenen Lebensmitteln“ bestehe – trotz regelmäßiger Reinigung, fügt der Magistrat hinzu. Das Fachamt kontrolliere die Anlage regelmäßig. Von einer falschen Anbringung der Zaunkonstruktion ist indes keine Rede.

„Das ist Quatsch“, sagt SPD-Ortsbeirat Jürgen Storjohann, der das Anliegen Zaunersatz mit seiner Partei auf den Weg gebracht hatte. „Die Wildschweine dringen nicht in den Park, weil die Leute dort Lebensmittel liegen lassen, sondern weil sie es können“, stellt er klar. Liegen gelassene Essensreste habe es in den vergangenen Wintermonaten ohnehin nicht gegeben.

Und außerdem: „Die Tiere pflügen doch überall die Wiesen um.“ Das zeige etwa ein Blick auf die Wiese im Lönsweg oder die Grünstreifen des Stadtteils, die in jüngerer Zeit bereits von den Wildschweinrotten heimgesucht und verwüstet wurden.

Die anderen Punkte der Stellungnahme des Magistrats nennt Storjohann aber „zufriedenstellend“.

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