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„G2, Schoppe und Spaß debei“ steht auf dem alten Waschbrett, das Louie Hölzinger seinen Gästen im Apfelweinlokal „Mainlust“ in Schwanheim zeigt.
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„G2, Schoppe und Spaß debei“ steht auf dem alten Waschbrett, das Louie Hölzinger seinen Gästen im Apfelweinlokal „Mainlust“ in Schwanheim zeigt.

Schwanheim

Hier singt der Wirt noch selbst

  • VonMichael Forst
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Louie Hölzinger, Wirt von der Schwanheimer Mainlust, wagt mit seiner Folkband „Calon Lân“ einen Neustart. Künftig tritt die Gruppe als Trio auf - auch im Traditionslokal in der Hegarstraße.

Kräftig dringt die Baritonstimme aus den Tiefen von Louie Hölzingers imposantem Leib, dass die an der Decke aufgehängten Bembel in seinem Lokal „Mainlust“ in der Hegarstraße sanft zu vibrieren beginnen. Der musikalische Wirt probt dort mit seiner Folkband „Calon Lân“ dieser Tage in der Traditionsgaststätte. Die Band hat gerade eine neue CD aufgenommen, die sie am kommenden Wochenende, 11. und 12. Dezember, live vorstellen wird. Neben der keltischen Musik schwingt noch etwas anderes mit, wenn Gesang, Gitarre, Mandoline und Banjo erklingen: die Lust am Neubeginn. Die Band, la lange Zeit als Duo unterwegs, hat sie sich jetzt mit Guido Knörzer Verstärkung an Bord geholt.

Damit, erzählt Hölzinger, schließt sich ein Kreis. „Mit Guido habe ich vor 47 Jahren in der Schule die Liebe zu dieser Musik entdeckt.“ Knörzer spielt Kontrabass, Gitarre und Banjo. Da klingt ,Calon Lân‘ ganz anders als vorher, schwärmt Hölzinger.

Wer bei angelsächsischer Folk-Musik an bierselige Mitklatsch-Gassenhauer wie „Wild Rover“ denkt, ist bei „Calon Lân“ an der falschen Adresse. „Die spielen wir bewusst nicht.“ Zwar hat das Trio populäre Lieder der irischen Sangeslegenden Christy Moore oder Van Morrison im Gepäck, aber eben auch unbekannte Instrumentalstücke schottischer und irischer Komponisten aus dem 16. Jahrhundert.

Für ihn und seine Mitstreiter gehe es vor allem darum, das musikalische Erbe der keltischen Kultur lebendig zu halten und weiterzugeben, sagt Hölzinger: „Wir graben lieber alte, vergessene Lieder aus, als das abgenudelte Zeug zu spielen.“ Schließlich stehe echte Folk-Musik für die großen, in schöne Melodien gepackte Gefühle; für Geschichten über Tod, Liebe, Leidenschaft und ewige Treue.

Und treu war Louie Hölzinger diesen Klängen seit Kindertagen: „Mit 14 Jahren hörte ich zum ersten Mal die ,Dubliners‘", erzählt er. „Da wusste ich sofort: So etwas willst Du auch singen.“ Damals schwappte die Folk-Welle auf Deutschland über – und als Louie Hölzinger 1974 mit seiner ersten Band „The Rovers“ startete, traf er auf ein begeistertes Publikum. „Wir haben damals die Jugendzentren klargemacht“, sagt er. „Da war immer die Hütte voll – Irish Folk war damals unheimlich angesagt.“

Nach dem Abitur trennten sich die Wege der Freunde. Die Gruppe fiel auseinander. Hölzinger bereiste mit seiner Frau Irland, musizierte oft in Pubs zusammen mit den Einheimischen. Wobei er sein Ohr an den Liedern und den Akzenten schulte. Seine heutige Band, nach der walisischen Hymne „Calon Lân“ („reines Herz“) benannt, entstand aus einem Zufall: 2014 erzählte ihm ein Gast, der Schwanheimer Schotte Anthony Manners, an der Theke von seinen musikalischen Ambitionen. Ein Duo war geboren, später stieß Klaus Boll dazu. Das Trio schrumpfte schon zwei Jahre später auf ein Duo zurück, weil es Manners beruflich nach München verschlug.

Umso begeisterter ist Hölzinger jetzt, dass Guido Knörzer dabei ist. Auf der neuen CD hat er zwar noch nicht gespielt. Das soll sich kommendes Jahr bei der geplante Produktion ändern.

Wer das Konzert besuchen möchte , muss sich anmelden unter Telefon 35 65 09. In der „Mainlust“, Hegarstraße 1, gilt die 2 G-Regel. Eintritt ist frei.

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