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Helles Bürgerzentrum statt muffiger Altbau

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Von: Holger Vonhof

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Architektin Vera Fabritius im neuen Vereinsraum im ersten Stock des Wilhelm-Kobelt-Hauses.
Architektin Vera Fabritius im neuen Vereinsraum im ersten Stock des Wilhelm-Kobelt-Hauses. Reuss © Reuß

Schwanheim Die langwierige Sanierung im Wilhelm-Kobelt-Haus neigt sich dem Ende zu. Neue Konzeption mit Vereinsräumen und WLAN.

Nach sieben Jahren steht die Sanierung des fast 200 Jahre alten, klassizistischen Wilhelm-Kobelt-Hauses in der Straße Alt-Schwanheim vor dem Abschluss. Seit 2016 laufen die Arbeiten wegen Schimmelpilzbefall und Feuchtigkeitsschäden, Ende des Jahres soll das Gebäude wieder eröffnet werden. In den sieben Jahren der Sanierung hat sich das Haus von der muffigen alten Schule mit Bücherei, Heimatmuseum und ein paar Büros für Ehrenamtliche zum hellen, modernen Bürgerzentrum gewandelt – barrierefrei mit Aufzug, unter Einhaltung der denkmalschutzrechtlichen Bestimmungen.

Größter Nutznießer des Umbaus sind die Stadtteilbibliothek – und die Vereine. Zur Wiedereröffnung werden Bibliotheksleiterin Annika Käck-Sommerfeld und ihr Team in komplett neu konzipierte Räume einziehen können – links und rechts des heutigen Haupteingangs. Der wird künftig aber im Abtsgäßchen sein, wo auch Briefkasten und Medien-Abgabestation installiert werden. Die dortige Treppe wird gerade nutzerfreundlich überarbeitet. Künftig ist das Gebäude zum größten Teil barrierefrei zugänglich, der Aufzug für Nutzer:innen von Rollstuhl und Rollator wird über den Hof zugänglich sein.

Die Erarbeitung des neuen Raumkonzepts zusammen mit allen künftigen Nutzern und Nutzerinnen, sagt Architektin Vera Fabritius, sei langwierig gewesen, habe sich aber gelohnt: „Wir haben heute etwas, von dem wir 2016 nicht geträumt hätten.“ Größte Änderung ist die Einrichtung eines Allzweckraumes im ersten Stock: Dort können Vereine tagen, Vorträge gehalten oder Gymnastikkurse angeboten werden. Auch ein kleines Büro zur Vereinsnutzung gehört dazu. Die Vergabe dieser Räume soll über den Schwanheimer Vereinsring koordiniert werden; ein Zugang ist möglich, ohne durch die Bibliotheksräume zu müssen. Ermöglicht wurde dies, weil das städtische Gesundheitsamt sein Gesundheitszentrum aufgegeben hat; zwischenzeitlich war die Bibliothek in diese Räume ausgewichen. Nun bekommt sie Computerarbeitsplätze, Platz zum Lernen und für Hausaufgaben, eine Vorlese- und eine Café-Ecke und natürlich WLAN. Käck-Sommerfeld freut sich: „Unsere Architektin hat das Flair des alten Schulgebäudes in Einklang gebracht mit einer modernen Bibliothek, die viel genutzt wird.“

Das Gerüst im Innenhof ist abgebaut, innen laufen Malerarbeiten. „Wir haben zum Teil alte Farbschichten entdeckt und greifen diese Farben wieder auf“, sagt Fabritius – ein zartes Grün und ein zartes Blau passen gut ins Konzept. Die Holztreppen wurden aufgearbeitet, und man hat Bodenfliesen nach historischem Vorbild verlegt.

Das Feuchtigkeitsproblem ist behoben: Beim Bau des straßenseitigen Gebäudetrakts hatten die Schwanheimer in den 1820er Jahren hölzerne Bohlen direkt ins Erdreich gelegt. Das ging lange gut, doch irgendwann zog die Feuchtigkeit hoch. Unterkellert ist der vordere Trakt nicht – nur der Bereich, in dem der Geschichtsverein sein Heimatmuseum hat. Also musste eine „Horizontalsperre“ eingebaut werden – in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege.

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