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Goldstein hat erstmals einen Rosenkönig

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Kevin I. ist der neue Rosenkönig von Goldstein.
Kevin I. ist der neue Rosenkönig von Goldstein. © Maik Reuß

Nach 34 Rosenköniginnen trägt die Insignien des Vereinsrings nun seine Majestät Kevin I.

Man könnte meinen, ein Popstar beträte den Saalbau in Goldstein. Das Publikum steht, Köpfe werden in Richtung Saaltür gereckt und Handy-Kameras in die Höhe gehalten. Dann tritt er ein, hoch erhobenen Hauptes, breit lächelnd und in einem dunklen Anzug, auf dessen Stoff ein Rosenmuster glänzt. Kevin Reuß ist am Samstagabend zum ersten Goldsteiner Rosenkönig gekrönt worden.

Seit 40 Jahren gibt es dort eine Rosenkönigin; sie darf den Stadtteil und die im Rosendorf Steinfurth in der Wetterau damals eigens gezüchtete Rose „Goldstein“ für ein Jahr auf den verschiedensten Veranstaltungen repräsentieren. Die Goldsteiner Rosenkönigin gehört zu einer langen Reihe Frankfurter Hoheiten wie der Oberräder Grüne-Soße-Königin, die Bergen-Enkheimer Apfelkönigin oder die Sachsenhäuser Brunnenkönigin.

Traditionell ist der Titel ein Ehrenamt für junge Frauen. Da war es auffällig, als es in Goldstein in diesem Jahr nicht mehr um die Krönung einer Rosenkönigin ging, sondern um eine „Hoheit“ – so ganz geschlechtsneutral. Es habe Spekulationen gegeben, erzählte Hubert Brodbek, Vorsitzender des Goldsteiner Vereinsrings. „Wir wollen in die Zukunft gehen“, so Brodbek, und auch der Schirmherr, Bundestagsabgeordneter Kaweh Mansoori (SPD), meinte in seiner Ansprache, man müsse „Tradition und Moderne vereinen“. Wie das gemeint war, wurde deutlich, als nach einem Programm aus Playbackshow, Gardetanz und einem historischen Rückblick vom Goldsteiner „Julche“ (Marion Weil-Döpel) der Rattan-Thron in die Mitte der Bühne gerückt wurde und Kevin Reuß seinen Einzug antrat.

Reuß ist „ein echter Goldsteiner Bub“, wie Brodbek sagte. Er habe seine Nachmittage früher im Kinderhaus Goldstein verbracht. Seinen ersten Schautanz tanzte der Achtjährige als Jungkarnevalist zu „König der Löwen“, aber auch als Büttenredner und später als Trainer der Kindergarde und Vorstandsmitglied gestaltete er das Fastnachtsleben der „Goldsteiner Schlippcher“ mit. Bekannt ist der gelernte Kaufmann im Einzelhandel auch für sein Faible für Weihnachtsdekoration: „Wie in Amerika“ beschreibt Brodbek das alljährliche Ergebnis; als „total Deko-bekloppt“ bezeichnet Reuß sich selbst. Zwar wohnt der selbstständige Hochzeitsredner inzwischen mit seinem Ehemann in Erlensee, aber „wer sich so mit dem Stadtteil und dem Verein identifiziert, der hat es verdient“, meinte der Vereinsringvorsitzende. „Wir können wahnsinnig stolz sein auf unseren Kevin.“

Kaweh Mansoori überreichte dem ersten Goldsteiner Rosenkönig schließlich Krone, Zepter und Schärpe, die vom Kinderprinzenpaar Felix II. und Amelie I. herein getragen wurden. Kevin I. sagte: „Ich freue mich auf ein spannendes Jahr mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen.“

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