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Züchter Harald Kress mit einem gestreifeten Zwerg-Wyandotten.

Schwanheim

Gans vorzüglich

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Der Kleintierzuchtverein Schwanheim richtet wieder seine bundesweite Preisschau aus. Viele Züchter reisen von sehr weit an.

Der orangene Schnabel tastet nach einem Weg durch den Käfig, schiebt sich durch die Maschen, wird zurückgezogen und versucht es ein paar Zentimeter weiter links erneut. Orangene Füße im Farbton eines Lutschbonbons tapsen durch das ausgelegte Stroh und an einem umgestürzten Wassernapf vorbei. Die Haltung der Fränkischen Landgans ist dabei tadellos. „Hier haben wir ein gutes Beispiel für einen G-förmigen Körperbau und einen stabilen Stand“, erklärt Daniel Schinkel, Züchter und Mitglied des Zuchtrings Fränkischer Landgänse. Mit 97 Punkten verlieh Preisrichter Wolfgang Ahlemann daher seinem Vogel bei der 11. Werbeschau für Fränkische Landgänse das Prädikat „vorzüglich.“

Die Ausstellungshalle des Kleintierzuchtvereins, ein großes weißes Festzelt unter den Bäumen des Schwanheimer Forsts, ist an diesem Tag gefüllt mit Käfigen, Kaninchen, Schlappohrhasen, Tauben und verschiedenen Hühnerarten. Unter das Fauchen der Gänse mischt sich Krähen von Hähnen. Die gestreiften Zwerg-Wyandotten hingegen schweigen anmutig, so als warteten sie in ihrem halbmeterhohen Käfig noch auf das Ergebnis der 41. Hauptsonderschau. Gastgeber der Geflügelschauen ist der Kleintierzuchtverein Schwanheim, der an diesem Wochenende auch eine Lokalschau seiner Züchtungen veranstaltet. Die rund 20 aus ganz Deutschland angereisten und meist männlichen Züchter streifen an den 70 Zentimeter bis einen Meter hohen Gänsekäfigen vorbei, bleiben vor dem ein oder anderen Tier stehen und unterhalten sich dabei fachmännisch:

„Die Gans muss rund sein, aber nicht zu langgezogen. Der Rumpf soll in etwa die Form eines Eies haben. Wir wollen Tiere die an der Brust und hinten voll sind“, erklärt Züchter Daniel Schinkel. Es gehe nun darum, die Standard-Rasse-Merkmale, also die Norm für Fränkische Landgänse, zu festigen, um so ihre Vielfalt erhalten zu können. „Die fränkische Landgans ist eine altdeutsche Rasse, die vom Aussterben bedroht ist“, berichtet Schinkel. Hin und wieder breitet das ein oder andere Tier kurz die Flügel aus, und Federn rieseln auf die Böden der Käfige in denen sie sich nun seit drei Tagen befinden. „Das Schöne am Leben als Züchter ist die Geselligkeit unter den Kollegen“, sagt ein älterer Herr und erzählt von den Ausflügen in die Stadt, dem gemütlichen Beisammensein am Abend und den neckischen Kommentaren zu den einzelnen Wertungen.

Stefanie Hackfurth ist mit ihren Gänsen eigens aus Nord-Germersleben in Sachsen-Anhalt angereist, mehr als 400 Kilometer sind das. „Sie sollten mal sehen, wie schön die Tiere auf dem Teich in unserem Garten aussehen, wenn das Gras an den Ufern grün ist und die Kinder vorbeikommen, um mit ihnen zu spielen“, schwärmt sie.

Diejenigen Tiere die dabei nicht ganz in den Rahmen der Standard-Rasse-Merkmale passen, werden allerdings nicht als Zuchttiere verwendet. Sie werden geschlachtet. Bestimmt schmecken sie vorzüglich.

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