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Kunst auf dem Schwebebalken beim Gauturnfest 1957. Foto: TUS Schwanheim
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Kunst auf dem Schwebebalken beim Gauturnfest 1957.

Schwanheim

Ein Baum zum Jubiläum

Die Turn- und Spielvereinigung Schwanheim will ihr 150-jähriges Bestehen mit einem umfangreichen Programm feiern. Das sinkende Interesse der Mitglieder am Vereinsleben bereitet dem Vorstand Sorgen.

Eine bis zum Rand gefüllte Turnhalle, laute Musik, zu der Menschen gemeinsam tanzen, lebensgroße Federballkostüme bei Straßenfesten – all das ist das Vereinsleben der Turn- und Spielvereinigung Schwanheim (TuS). Oder besser gesagt: Das war es einmal. Die Erste Vorsitzende Hanne Zoltobrocki und Bernd Georg, Abteilungsleiter für Badminton, blicken auf die lange und lebhafte Geschichte des Vereins zurück. Im diesem Jahr wird er 150 Jahre alt.

„Solche Feiern wie damals gibt es heute nicht mehr. Das ist irgendwann eingeschlafen“, bedauert Georg, der schon seit den achtziger Jahren im Verein aktiv ist. Heute seien die Sportlerinnen und Sportler vor allem an den Angeboten interessiert und weniger am Vereinsleben. Die beiden Vorstandsmitglieder sind dennoch dankbar für die Verbundenheit und Solidarität bei der TuS. Viele Frankfurter Sportvereine mussten durch die Corona-Pandemie schrumpfende Mitgliederzahlen verzeichnen. Nicht jedoch die Schwanheimer. „Wir haben sogar zugelegt. Da sind wir ganz stolz drauf“, sagt Georg. Ende 2021 zählte der Verein rund 660 Mitglieder.

„Außerdem haben wir die Zeit ohne volle Hallen gut genutzt“, so der Abteilungsleiter. Die sanitären Anlagen wurden umgebaut und um eine behindertengerechte Toilette ergänzt. Zudem hat der Sportverein im Außenbereich eine Boule-Bahn für das neue Pétanque-Angebot eingerichtet. „Dazu kommen etliche neue Trainer und Angebote wie etwa die russische Kampfkunst Systema.“

Neben der TuS gibt es im Stadtteil noch einen weiteren großen Sportverein – die Turngemeinde Schwanheim. „Früher gehörten die beiden noch zum gleichen Verein“, erzählt Bernd Georg. „Dann sollte das Vereinslokal gewechselt werden. Darüber waren einige Mitglieder nicht sehr erfreut und gründeten daraufhin ihren eigenen Turnverein.“ Das war im Jahr 1893.

Das Programm im Jubeljahr

Den runden Geburtstag will die TuS Schwanheim gebührend feiern. Das ganze Jubeljahr über sind Veranstaltungen geplant. Hier ein Auszug:

Der Neujahrsempfang zum Jubiläum findet voraussichtlich am 6. Februar statt. Am 2. Juli, dem Gründungstag, wird ein Jubiläumsbaum gepflanzt

Ein Revival der 70er Jahre erlebt Schwanheim am 17. Juli mit dem Volksradfahren; vom 29. August bis zum 2. September ist ein Ferien-Sommercamp geplant.

Die Akademische Feier findet am 7. Oktober statt, acht Tage später lockt ein Konzert mit „The Gypsys“.

Der Fotowettbewerb „TuS durch die Linse“ läuft das gesamte Jahr über.

Das gesamte Programm ist unter https://tusschwanheim.de auf der Homepage des Vereins zu finden. kiki

Während die Mitglieder der beiden Vereine damals noch bei Begegnung die Straßenseite wechselten, kooperieren sie heute viel miteinander. Manche Turngruppen werden zum Beispiel zusammengefügt und die Hallen gegenseitig genutzt. „Irgendwann wird es wohl darauf hinauslaufen, dass die beiden Vereine fusioniert werden“, vermutet Georg. Er befürchtet, dass das fehlende Interesse am Vereinsleben zu einem mangelnden Interesse am Vorstand führen wird.

Noch ist das kein Problem, sagt Zoltobrocki. „Aktuell sind wir heilfroh über unsere Aufstellung.“ Der Vorstand der TuS besteht aus sechs Personen und ist paritätisch aufgestellt. „In den letzten zwei Jahren hat sich unser Vorstand um fast 200 Jahre verjüngt“, sagt Georg stolz. Außerdem sei mit Hanne Zoltobrocki seit langem wieder eine Frau Erste Vorsitzende, die selbst noch Sport treibt.

Auch abseits des Sportbetriebs kommt dem Verein eine besondere Rolle zu. Da es in Schwanheim kein Bürgerhaus gibt, hat die TuS von der Stadt Frankfurt die Aufgabe erteilt bekommen, ihre Türen stets für andere Vereine offen zu halten. Wenn die Halle gerade nicht sportlich genutzt wird, so wird sie etwa an den Kleingartenverein oder den Niederräder Karnevalsverein vermietet.

„Von dem Gründungsdatum am 2. Juli 1872 wissen wir nur durch Zeitungsartikel“, sagt Georg. Bei Fliegerangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde die Turnhalle getroffen, das Archiv ging in Flammen auf. Viele der Fotos, Dokumente und auch die Vereinsfahne wurden damals zerstört. Doch die Turn- und Spielvereinigung blieb bestehen – und das soll gefeiert werden. „2022 wird ein Jubeljahr“, sagt Georg. „Für jeden Monat ist mindestens eine Veranstaltung geplant.“

Die erste Veranstaltung, das Tischtennis-Neujahrsturnier, musste bereits wegen der pandemischen Lage abgesagt werden. Aber der TuS-Vorstand ist optimistisch. Geplant sind unter anderem das Revival des Volksradfahrens, das erstmals 1970 stattfand, die Pflanzung eines Baums zum Jubiläumstag im Juli und ein Konzert mit der Band „The Gypsys“. Sollte Corona dazwischenkommen, müssten die Veranstaltungen eben verschoben werden.

TuS-Mitglieder im Federballkostüm beim Schrimpegassefest 2016.
Die Handballer der TuS Schwanheim beim Umzug im Jahr 1952.
Das Feldhockes-Team der Schwanheimer 1928.

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