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Die Schwanheimer Wehr im Jahre 1929. 

Geschichte

Als Eimer aus Leder waren

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Eine Ausstellung im Heimatmuseum in Schwanheim befasst sich mit dem Thema 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr.

Lange bevor es eine Feuerwehr in Schwanheim gab, halfen sich die Bewohner selbst. „Jeder, der Schwanheimer Bürger werden wollte, musste einen Löscheimer besitzen“, berichtet die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Agnes Rumeleit, am Sonntag zur Eröffnung der Sonderausstellung „150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schwanheim“ im Heimatmuseum.

Das war zu Zeiten, als Eimer noch aus Leder waren und eher wie Taschen aussahen. Das Exemplar eines „Löscheimers“ aus dem 15. Jahrhundert wird bei der Sonderausstellung zur Geschichte der Schwanheimer Feuerwehr in einer Vitrine des Museums, das im Obergeschoss des ehemaligen Schulhauses untergebracht ist, gezeigt. Daneben liegen alte Feuerwehr-Helme aus dem 19. Jahrhundert, die an Pickelhauben ohne Spitzen erinnern. Hinter Glas sind Programme von vergangenen Jubiläumsfeiern, Zeitungsausschnitte und Protokoll-Bücher von Einsätzen zu sehen. Daneben stehen Hydranten und Puppen, bekleidet mit dunkelblauen Uniformen und Mützen vergangener Zeiten.

Die Sonderausstellung „150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Schwanheim“ im Heimatmuseum, Alt-Schwanheim 6, ist noch bis Mitte September zu sehen. Das Schwanheimer Heimatmuseum hat sonntags (außer in den Ferien) von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

Gruppenführungen gibt es nach Vereinbarung mit dem Heimat- und Geschichtsverein, Telefon 35 88 61 oder per E-Mail: info.hgs@web.de. cd

Einer der ersten Besucher, die sich die Ausstellung anschauen, ist Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU). Der gebürtige Schwanheimer zeigt sich beeindruckt von der Sonderausstellung, aber auch von dem Heimatmuseum insgesamt, in dem die Historie des 1928 eingemeindeten Ortes nachgezeichnet wird. Frank erwähnt, dass der Schwanheimer Löschtrupp älter als die Frankfurter Berufsfeuerwehr sei und bezeichnet den Einsatz der freiwilligen Feuerwehrkräfte als „wohltuendes, bürgerschaftliches Engagement“. Feuerwehrfrauen und -männer würden „zur Tat schreiten, wenn’s hart auf hart kommt“, sagt der Stadtrat und fügt hinzu: „Die Tradition zu helfen, ist fest verwurzelt“.

Alexander Völker, stellvertretender Wehrleiter der Schwanheimer Brandwache, hat die Sonderausstellung gemeinsam mit dem Vorstand des Heimat- und Geschichtsvereins, anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Schwanheimer Brandbekämpfer, konzipiert. Außerdem wolle man so Mitgliederwerbung betreiben, obwohl die Schwanheimer – auch im Jugendbereich – „gut aufgestellt und eine leistungsfähige Truppe“ seien. Völker sagt: „Wir haben ein eigenes Archiv und wollten mit den Kameraden zeigen, wie sich die Wachen und die Fahrzeuge von früher bis heute entwickelt haben.“

Aus mehreren hundert Fotos haben sie rund drei Dutzend ausgesucht. Die ersten Schwarz-Weiß-Aufnahmen stammen vom Ende des 19. Jahrhunderts, als noch Pferde die Löschfahrzeuge zogen. Farbfotos zeigen die Jugendfeuerwehren und die Erwachsenen bei Einsätzen, etwa beim Eindämmen des Hochwassers durch Sandsäcke vor 16 Jahren. Zeitungsausschnitte über die Freiwillige Feuerwehr haben die Macher der Ausstellung dem Museums-Archiv entnommen, in dem alte Zeitungen aufbewahrt werden.

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