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Die Hebammenambulanz im Familienzentrum Monikahaus hilft jungen Müttern und Schwangeren.

Hebammen in Frankfurt

Hebamme berät im Monikahaus ambulant

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Der Sozialdienst katholischer Frauen schafft in Frankfurt ein Notangebot für junge Mütter und Schwangere.

Seit Anfang September gibt es erstmals in Frankfurt eine ambulante Hebammenbetreuung. Das Familienzentrum Monikahaus im Gallusviertel begegnet damit dem akuten Mangel an Hebammen in der Stadt. „Wir erleben ganz viele verzweifelte Schwangere“, sagt Heike Sienel, Geschäftsführerin des Zentrums. Besonders solche, die kein persönliches Netzwerk hätten.

In der Schwangerschaftsberatung gebe es jeden Tag Anfragen von Frauen, die keine Hebamme finden, weiß Petra Sobat, die das Projekt Schwangerschaftsberatung im Monikahaus verantwortet. Manchen versuchten sie und die anderen Schwangerschaftsberaterinnen bei der Suche zu helfen. „Wir haben aber letztlich gemerkt, dass das nicht funktioniert“, sagt sie. Der Mangel an Hebammen sei einfach zu groß.

Alle Frankfurter Frauen, die keine Hebamme finden, können sich seit Anfang September im Monikahaus von einer Hebamme beraten lassen. Die Einrichtung wird getragen vom Frankfurter Ortsverein des Sozialdienstes katholischer Frauen. Für die Hebammenambulanz hat er eigens einen Raum eingerichtet, in dem Schwangere und junge Mütter mit einer Hebamme vertraulich sprechen können. Das Angebot startet mit acht Beratungsterminen pro Woche. Bei Bedarf könne es auch ausgeweitet werden. Die Terminvereinbarung läuft über das Familienzentrum, die freiberufliche Hebamme Nelli Wolf berät Schwangere bei Fragen zur Geburt und bei Beschwerden. Zudem macht sie dort eine ambulante Wochenbettbetreuung, bei der sie die Babys wiegt, sich nach dem Wohlbefinden der jungen Mütter erkundigt und sie beim Stillen berät. Vorsorgeuntersuchungen macht sie dort nicht.

„Ziel ist es, eine notwendige Versorgung für Mutter und Kind anzubieten, um eine rudimentäre gesundheitliche Beratung durch eine Hebamme in der Schwangerschaft und der Zeit des Wochenbetts zu ermöglichen“, sagt Sienel. Die neue ambulante Versorgung könne den Hebammenmangel aber keinesfalls auffangen, betont sie. Ziel sei weiterhin, Frauen im Wochenbett zu Hause zu betreuen. Es gehe auch nicht darum, eine Ambulanz auf Dauer zu etablieren. Vielmehr sei das Angebot eine „Notmaßnahme“. Weiterhin sei es Aufgabe der Politik, das Problem anzugehen.

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