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Die schwalbenfreundliche Marion Lang in Schwanheim und zwei der Nester unterm Dachgiebel.
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Die schwalbenfreundliche Marion Lang in Schwanheim und zwei der Nester unterm Dachgiebel.

Stadtnatur

Schwalben zu Gast bei Freunden in Frankfurt

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Der Nabu zeichnet in Schwanheim das erste „schwalbenfreundliche Haus“ in Frankfurt aus. Weitere Bewerberinnen und Bewerber sind sehr erwünscht.

Hier ist eine seit 54 Jahren währende Geschichte von Zuneigung und Toleranz. Sie beginnt mit einem Hausbau. „Das Haus steht seit 1966“, sagt Marion Lang, „und seit 1967 sind sie da.“ Die Schwalben. „Sie kommen jedes Jahr.“ Marion Lang strahlt, die Herren vom Nabu strahlen. Das Leben kann so freundlich sein.

Eigentlich beginnt die Geschichte viel früher. 1875 wird das Haus zur Linken gebaut, wenn man auf der Hegarstraße in Schwanheim davor steht. Das interessiert die Mehlschwalben nicht. 91 Jahre später kommt der Anbau rechts dran und plötzlich bauen sie Nester, eins davon auch an die alte Gebäudehälfte. Bis heute halten sich drei stets bewohnte und zwei halbe, nicht regelmäßig genutzte Nistplätze. Dafür hat sich Marion Lang die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ vom Naturschutzbund (Nabu) verdient. Der Frankfurter Projektleiter Mikosch Siegel und Nabu-Kreisverbandschef Volker Bannert bringen Plakette und Urkunde vorbei.

„Wie sind die Erfahrungen mit dem berühmt-berüchtigten Kot?“, fragt Bannert gespielt dramatisch. „Ab und zu mache ich die Fensterbänke sauber“, sagt Marion Lang, „kein Problem.“ Wenig Aufwand, wenn man bedenkt, dass an diesem einen Haus im Gegenzug hochgerechnet mehr als 160-mal Nachwuchs aus dem Ei schlüpfte. Und das ist mit einem Ei pro Nest noch bewusst niedrig angesetzt.

Die Schwalben bevorzugen ganz klar die Fassade zur Straße hin, obwohl auf der anderen Seite ein Gartenparadies ist, mit Teich, insektenfreundlichen Blühpflanzen und weinumrankter Laube. „Wenn die Schwalben zurückkommen, fängt der Sommer an“, sagt Marion Lang. „Und wenn sie dann rumsausen, stehen die Leute vorm Haus und zeigen – da!“ Erstaunlich, sind sich die Nabu-Leute und die Schwalbenfreundin einig, dass diese Vögel aus Zentralafrika punktgenau zurückfinden in das Nest, aus dem sie stammen. „Wie die das schaffen!“

Für alle, die auch gern eine Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ hätten: Beim Nabu kann man sich bewerben. Wie viele Millionen Frankfurterinnen und Frankfurter haben das schon getan? „Sechs“, sagt Mikosch Siegel. Also nicht sechs Millionen, sondern: sechs. Marion Lang erfuhr so davon: „Ich habe auf der Messe Land & Genuss eine Nabu-Broschüre mitgenommen.“ So wurde sie zur allerersten ausgezeichneten Schwalbengastgeberin Frankfurts.

Übrigens ist es gesetzlich verboten, Schwalbennester zu entfernen. Einmal sei ihr Haus frisch gestrichen worden, erzählt Marion Lang. „Da hat der Maler gesagt: Die Nester schlagen wir ab. Da hab ich gesagt: Nix, du streichst schön drum herum.“

Ein Bewusstsein dafür soll entstehen, wie wichtig auch diese kleinen Vögel für unseren Artenreichtum sind. Und wie gut es ist, dass in diesem Jahr gefühlt wieder mehr Insekten durch die Luft schwirren. Das hilft den Schwalben. Helfen würde auch, wenn es mehr lehmige, schlammige Stellen in der Stadt gäbe, als Material für den Nestbau. Und noch mehr Blühstreifen, Wildwiesen, wo immer es geht.

Info: www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/ voegel/artenschutz/schwalben

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