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Vorarbeiten für den Riederwaldtunnel laufen schon.

Baustelle Riederwaldtunnel

An der Schutzwand lang

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Durch die Baustelle für den Riederwaldtunnel müssen Fußgänger und Radfahrer manchmal schwierige Umwege in Kauf nehmen.

Von der U4 aus sieht man bereits zahlreiche gelbe Bagger und Bauarbeiter, die neben den Gleisen stehen und Erde bewegen. Als die U-Bahn dann entlang der Straße am Erlenbruch fährt, werden noch mehr Baustellenabschnitte sichtbar. Überall ist Bewegung, auch wenn der Verkehr auf der Hauptstraße oftmals steht oder stockt.

Von der Haltestelle Gwinnerstraße aus führt ein provisorischer Weg in Richtung Innenstadt. Er verläuft anfangs parallel zur Straße am Erlenbruch, aber die Autos dort scheinen doch weit entfernt. Fußgänger und Fahrradfahrer teilen sich den mehr als zwei Meter breiten Weg. Auf der einen Seite ist eine Absperrung aus Metall, gegenüber ein Bauzaun aus Holz. Ein unbekannter Sprayer hat mit Graffiti „King“ darauf geschrieben. Ein königlicher Pfad ist dies allerdings nicht.

Auf matschigen Wegen

Die Witterung der vergangenen Tage hat den Boden aufgeweicht. Ständig muss man matschigen Stellen ausweichen. Es riecht nach nassem alten Laub. Der Lärm des Straßenverkehrs verliert sich immer mehr, je weiter man voranschreitet. Aus der Ferne vernimmt man erste Baggergeräusche, die regelmäßig vom Rumpeln der ebenfalls nahen U-Bahn abgelöst werden.

Auf Höhe der Mergenthalerstraße wird der Weg nochmals matschiger. Einige Passanten laufen ganz am Rand, um sich nicht die Schuhe schmutzig zu machen. Links und rechts des Weges gibt es nun rot-weiße Absperrungen. Links des Weges liegen etwas nach hinten versetzt die Parzellen des Kleingartenvereins Nord-Ost von 1919. Die meisten Gärten sind winterfest gemacht worden. Hier sind die Baugeräusche nun deutlich zu vernehmen. Wenn man dem etwas Gutes abgewinnen möchte, dann vielleicht, dass man dadurch den Lärm der Flugzeuge am Himmel kaum noch hören kann.

Der Weg endet an der Flinschstraße. Dort beginnt die Lärmschutzwand, die das nun beginnende Wohngebiet zur Straße am Erlenbruch hin abschirmt. Vorbei an zwei Wohnblöcken geht es zum Getränkemarkt von Mustafa Aneed, der an der Vatterstraße liegt. „Es ist schwer“, sagt der Inhaber auf die Baustelle angesprochen. Der Lärm sei kein Problem, denn die Menschen müssten ja ihre Arbeit machen. Aber der Dreck auf der Straße sei ärgerlich. „Die Leute beschweren sich“, sagt Aneed. Und der Schmutz komme auch in sein Geschäft. Zehnmal, so versichert er, müsse er den Fußboden täglich wischen. Dann zeigt er noch seinen Wischmop und einen Eimer, die er sich extra angeschafft hat.

Weiter geht es durch das Wohngebiet an der Vatterstraße. Auf beiden Seiten stehen Wohnblöcke. Links sieht man immer wieder die Lärmschutzmauer, die die Sicht auf Baustelle und Straße verdeckt. Tatsächlich ist es hier wieder leiser. In den kahlen Bäumen sieht und hört man Rabenvögel. Und auch die Flugzeuge, die weiße Spuren am blaugrauen Himmel hinterlassen, hört man jetzt wieder deutlicher.

Auf der Haenischstraße zieht eine ältere Frau ihren kleinen Einkaufswagen hinter sich her. „Man hört fast gar nichts“, sagt die 85-jährige Anwohnerin der Vatterstraße. Auch ihr sind die Arbeiten kein Dorn im Auge. „Was sein muss, muss sein.“ Schließlich sei auf der Straße am Erlenbruch ja immer alles verstopft. Die Baustelle behindere sie nicht auf ihrem Weg. Es gebe Fußgängerüberwege und sie komme gut durch. Das Ende der Arbeiten sei ja noch einige Jahre hin. „Aber ob ich das noch erleben werde“, fragt sie sich. Dann verabschiedet sie sich und geht nach Hause. Es sei Zeit fürs Mittagessen.

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